Tageslosung:
Heile Deinen Körper A-Z
Hallo, an alle Sonntagskinder,
Wie geht es Ihnen, Euch mit der "spirituellen Falle"? Die Vorstellung, wie jemand zu sein hätte, der "erwacht", also erleuchtet ist? Wie weit beeinflusst das Euer Verhalten?

Einen schönen Sonn(en)tag wünscht
Mara

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Wer ist erleuchtet?
Was bedeutet es überhaupt erleuchtet zu sein?
Wer beurteilt ob jemand erleuchtet ist oder nicht?
Wie hätte jemand zu sein um erleuchtet zu sein?

Viele Fragen, deren denkbare Antworte im Sinne der Vernunft und Logik keinen Sinn ergeben.

Was wäre die praktische Konsequenz daraus erleuchtet zu sein?

Man stellt sich über alle Mitmenschen? Man erwartet sich Respekt, vielleicht gar Huldigung?

Die Frage nach der Erleuchtung beeinflusst mein Verhalten überhaupt nicht.
Vielmehr sind es die menschlichen, sozialen, humanitären und naturliebenden Aspekte einer Person, bzw, Religion die mein Verhalten beeinflussen.
Und da hat jeder, bzw. jede Konfession ihre Vor- und Nachteile.

LG Peter
Hallo,

ich "denke" man kann aus unserem Standpunkt heraus, als materielles Wesen mit unserem gegenständlichen Danken überhaupt keine Definition für Erleuchtet finden. Erleuchtung ist eher ein Zustand der totalen Unabhängigkeit von der Materiellen und Illusionären Welt. Man kann ihn nicht beschreiben - man erfährt ihn. Denke ich! ;-)

LG
Tom
hallo Mara,
interessante Frage.
Einerseits erkennen, dass wenn ich konsequent versuche die Idee des Nondualsismus zu berücksichtigen, ich mich sinnvollerweise in ethischer Weise verhalte.
Andererseits das Verhalten an sich auch nicht überzubewerten, also ins Gut- Böse Schema zu verfallen.
Unterm Strich aber würde ich sagen, dass mich die Vorstellung doch sehr stark beeinflusst. Im Buddhismus legt man sehr viel Wert auf das ethisch richtige Verhalten um am Ende das ERwachen bei sich selbst zu ermöglichen. Nicht weil nur die " Guten" erleuchtet werden, sondern weil der Geist beruhigt werden muss um diesen radikalen Bewußtseinssprung möglich zu machen. Und Verwicklungen, in denen es um Hass, Gier und starke Emotionen geht, lassen einfach den Geist nicht richtig zur Ruhe kommen. In der Meditation kann man schnell nachvollziehen, dass es sinnvoll ist in diesem Sinne förderliche Emotionen, wie Mitgefühl, Wohlwollen, Ruhe zu entwickeln. Es verbessert das eigene Wohlbefinden unmittelbar und hilft tatsächlich klarer zu sehen und zu erkennen.
Manch einer findet es aber auch vermessen die eigene Erleuchtung als Ziel zu haben. Das sehe ich nicht so! Ich strebe sie an. Bzw, wie Buddha sagte: die Lebewesen sind bereits vollständig erleuchtet, sie wissen es nur noch nicht.
Es geht also eigentlich "nur" darum die Täuschungen und Verblendungen, Erwartungen und Illusionen "einfach" fallen zu lassen.
Also ... ganz einfach .... eigentlich..... grins
liebe Grüße Mik
Hallo Peter,
Danke für deinen Beitrag, der mit diesen Fragestellungen dazu anregt, das gesamte Werk von Tolle zu zitieren. Ich beschränke mich auf den Passus bezüglich Erleuchtung: "Ich liebe die schlichte Definition des Buddha für Erleuchtung: 'Das Ende allen Leidens.'", sagt Tolle ("Jetzt", S. 24).
Und er fügt hinzu, dass dies natürlich keine vollständige Definition ist, denn sie sagt nur aus, was Erleuchtung nicht ist, nämlich Leiden.
Was bleibt übrig, wenn kein Leiden mehr ist? Buddha schweigt hierzu - das heisst, du musst es selbst herausfinden. Doch das geht nicht über den Verstand. Der ist zu klein dazu, er kann die Totalität nicht "verstehen". Mit Vernunft und Logik bewegst du dich noch immer auf der Ebene der Formen. Erleuchtung kannst du natürlich nicht erklären, du kannst nur darauf hinweisen, und du musst hinter die Worte schauen.

Manche meinen, dass der Zustand der Erleuchtung (Erfahrung der Einheit) eine ungeheure Leistung sei. Doch ist dies unser natürlicher Zustand. Das Bewusstsein der Einheit ging uns verloren. Wir sind in der Evolution jetzt an dem Punkt, da es uns wieder zugänglich ist.
Du kannst das Wort Erleuchtung auch ersetzen durch Bewusstheit, durch Sein, durch Stille, durch Gegenwärtigkeit...
Jemand, der aus dem erwachten Bewusstsein heraus handelt, handelt aus der Ebene des Seins heraus, auf der es kein Gegenteil gibt. Du kannst Sein auch durch Liebe ersetzen - aber damit ist nicht die Liebe gemeint, die wir versuchen, auf der Ebene des Verstandes zu leben.
Wer entscheidet, ob jemand erleuchtet ist? Das Leben zeigt dir sehr schnell, wie es um deine Bewusstheit oder Erleuchtung bestellt ist - bei der nächsten Herausforderung (und die lässt nie lange auf sich warten) stellt sich ganz schnell heraus, ob du wirklich erwacht bist oder ob du noch immer mit deinem Verstand (und deinen Standpunkten) identifiziert bist. Jemand, der gelassen bleiben kann, hält dies vielleicht für einen Zustand der Erleuchtung, ist aber möglicherweise nur von seinen Gefühlen abgeschnitten. Das zeigt sich darin, ob die Entscheidungen von Liebe getragen sind, dann können sie nicht verletzen. Denn auf der Ebene des Seins gibt es keine Negativität. Sonst wäre dann die Erleuchtung nichts weiter als das Ego im Sonntagsanzug

Solange du dich auf der Ebene der Formen bewegst, wird es immer jemanden geben, der dir über- oder unterlegen ist. Die Frage nach Respekt oder Huldigung kann nur das Ego stellen.
Ein spiritueller Lehrer weiss, dass er dir nichts beibringen kann, er kann dir nur helfen, das aus dem Wege zu räumen, was dich von der Wahrheit trennt. Von deinem wahren Sein. Tief in dir ist das Bewusstsein bereits vorhanden - es ist nur überdeckt von der Ebene des Verstandes.

Wenn dein Handeln aus dem erwachten Bewusstsein heraus erfolgt, musst du dich nicht um soziale, humantäre oder naturliebende Aspekte oder um Konfessionen kümmern, denn all dein Handeln ist in Liebe gegründet, die kein Gegenteil kennt.
Die edlen Motive (menschlich etc.), geboren auf der Verstandesebene, sind an die Polarität gebunden: du kannst das Gute nicht ohne Verstärkung des Gegenpols haben.
Darum weist Tolle immer wieder darauf hin, dass wir nicht Ursache und Wirkung verwechseln sollten. Nicht zuerst die Missstände auf der Welt aufzulösen zu versuchen, sondern zuerst den Bewusstseinswandel vollziehen, das neue Bewusstsein, das sich offensichtlich manifestieren will, zulassen. Dann ist der Wandel auf der Welt eine Folgeerscheinung des erwachten Bewusstseins - und nicht ein Konstrukt eines edel gesinnten Verstandes, der sofort den Gegenpol auf den Plan ruft. Auf der Ebene der Formen kannst du das eine nicht ohne das andere haben.
Und das ist gut so. Und diese Einsicht gehört wohl bereits zum erwachten Bewusstsein.

Manche, die ein Nahtodeserlebnis hatten, bringen diese Einsicht mit in ihr neues Leben: alles ist gut, so wie es ist.
Damit wären wir wieder bei dem, was Tolle als Hingabe bezeichnet: das Annehmen des Jetzt, so wie es ist.

Tiefe Bewusstheit (oder Erleuchtung - nenn es wie du willst, es ist egal) hat die Einheit allen Seins erfahren und so kann unmöglich ein Ur-teilen entstehen.

Das mit der Beschränkung auf den einen Passus ist mir also gründlich misslungen - und eigentlich wollte ich auch Tom und Mik noch antworten. Das kann ich in etwas kürzerer Form noch tun, denn jetzt sind die Katzen grad noch draussen im Sturm...
Liebe Grüsse und einen schönen Tag, Mara
Hallo Mik,
ja, finde ich auch, ganz einfach! Ich habe soooo viel gelesen, gelesen, gelesen... ich habe noch nie jemanden in einer solchen Klarheit und Einfachheit gelesen und gehört, wie Eckhart Tolle. Was sein Werk nicht weniger bedeutend macht - und, wie er sagt: es gibt und es gab immer nur einen Meister. Du bist der Meister, und ich bin der Meister, wenn du mit der Ebene des Seins, der Stille (nenn es wie du willst) verbunden bist.

Und wenn du wirklich in dieser Verbundenheit mit der Ebene des Seins bist, kann dein Handeln nur ethisch hochstehend (Wertung aus der Sicht des Verstandes) sein, denn dort gibt es keine Negativität.

Ja, es geht nur darum, die Identifikation mit dem Denken, dem Verstand, dem vom Denken erschaffenen, kleinen Ego aufzulösen... es geht nur darum, einfach im Jetzt anwesend, präsent, gegenwärtig zu sein.
Wirklich, Mik, es ist wirklich so einfach!
Geh in den inneren Körper, und dein Geist kommt sofort zur Ruhe, weil du ihm Aufmerksamkeit entziehst. Und noch eine kraftvolle spirituelle Uebung: das bedingungslose Annehmen dessen, was ist. Denn es ist doch schon, was wäre wahnsinniger, als sich dagegen zu stellen? Man stellte sich ja gegen das Leben - hier muss Tolle immer vor Lachen glucksen, wenn er das sagt.
Niemand redet von der Befreiung, sagt Tolle, es ist fast wie eine Verschwörung - aber er habe auch noch nichts in den Abendnachrichten darüber gehört.
Sind Sie beim TV? Machen Sie's mal????

Ja Mik, das war nun auch wieder etwas länger....
Danke überhaupt noch für den Beitrag.

Ach ja, das Thema: die spirtuelle Falle: wenn ich noch besser meditieren lerne, wenn ich noch mehr Gelassenheit lerne, wenn, dann... Das heisst, es gibt ständig ein Ziel in der Zukunft, das nie erreicht wird, weil es ja in der Zukunft liegt, die es gar nicht gibt.
Und das neue Bewusstsein ist dadurch gekennzeichnet, dass man von der Zukunft nicht erwartet, besser zu sein als die Gegenwart. Dass ich also nicht erwarte, irgendwann in der Zukunft vollkommen und erleuchtet zu sein, sondern zu erfassen, dass ich es (und du auch) jetzt schon bin!

Ein Fragesteller bei Tolle: "Ich kann nicht glauben, dass ich je einen Punkt erreichen kann, an dem ich vollkommen frei von meinen Problemen bin."
Er sagt: "Du hast Recht. Du kannst diesen Punkt nie erreichen, weil du jetzt an diesem Punkt bist. Es gibt keine Erlösung in der Zeit..."
Und damit ich jetzt nicht in die psychische Zeit komme, muss ich aufhören und mich den Ansprüchen meiner etwas empörten Katzen widmen.
Liebe Grüsse,
Mara
Hallo Tom,
Danke für deinen Beitrag. Den Zustand der Erleuchtung kann man auch mit erwachtem Bewusstsein, mit Gegenwärtigkeit usw. bezeichnen. Sicher ist es richtig, dass diese Ebene mit dem Verstand nicht zu erfassen ist - du kannst sie nur erfahren. Durch die Auflösung der Identifikation mit der Welt der Formen...
Wo es sinnvoll ist, kann der Verstand durchaus seine Anwendung finden, doch sollte er ursprünglich unser Diener sein, und wir haben ihn zu unserem Herrn gemacht.
Doch nun zu meinen Katzen... bis später einmal wieder
liebe Grüsse, Mara
Hallo Helmut,
komme leider erst jetzt zum Antworten... später mehr, weil: es ist jetzt schon wieder so spät... Eigentlich, da das Ego eine Illusion ist, ist gar niemand da, der erleuchtet werden sollte... Es ist nur Bewusstsein da, dass sich seiner selbst bewusst wird... Nein, probier es nicht: der Verstand kann das nicht verstehen. Später wieder mehr und Danke für deinen Beitrag.
Gute Nacht, Mara
liebe mara, ich grüsse dich herz lich und sage dir "DANKE" für diesen Beitrag!
Hallo Moni, Danke für Danke und für Dein schönes Lachen. Und jetzt muss ich aber malen gehen, denn jetzt ist das Atelier noch frei... Und alles ist gut so, wie es ist... Wenn du mehr über mich erfahren möchtest: www.mara-algethi.ch .
Auf ein andermal, herzlichst, Mara
ich bin tolle-fan!
wenn erst erwacht, dann viel gelacht :)
Ja, Maria, ich sehe das genauso wie Du:

Erleuchtung ist kein Zustand, den man irgendwann erreicht hat, sondern ein ewiger Vorgang der Bewusstwerdung, eine Entdeckungsreise durch das Leben. Das Ziel ist es, diesen Weg zu gehen, sich führen zu lassen.

Lieben Gruß
Unity

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