Tageslosung:
Heile Deinen Körper A-Z

Hallo Hage, ich verlagere die Diskussion mal hierher, wenn es dir recht ist.


Jede aufrichtige Suche hängt für mich an einer inneren Auseinandersetzung mit mir selbst. So muss ich mich immer wieder hindurchringen zu einer glaubwürdigen Antwort – einer die ich
selbst und die ich auch jedem anderen anbieten kann. So ringe ich mich immer wieder an mir selbst - an meinem vordergründigen Kalkül vorbei. Denn gültige Antworten sind m. E. frei von jeder Vordergründigkeit und Berechnung.An jeder Frage nach dem Sinn dessen, was mir wiederfährt (ob nun selbstgemacht oder schicksalhaft) hängt die Frage nach dem, was ich selbst gewillt bin zu wollen.

So komme ich nicht umhin mich innerlich zu positionieren: Kann ich auch das wollen, was mir
missfällt? Je selbstloser ich suche desto selbstloser die Antwort. Leben ist Selbstlosigkeit
schlechthin.  Meister Eckhart dazu:


Wo der Mensch in Gehorsam aus seinem Ich herausgeht und sich des Seinen entschlägt, ebenda muß Gott notgedrungen hinwiederum eingehen; denn wenn einer für sich selbst nichts will, für den muß Gott in gleicher Weise wollen wie für sich selbst. Wenn ich mich meines Willens entäußert habe in die Hand meines Oberen und für mich selbst nichts will, so muß Gott drum für mich wollen, und versäumt er etwas für mich darin, so versäumnt er es zugleich für sich selbst. So steht's in allen Dingen: Wo ich nichts für mich will, da will Gott für mich. Nun gib acht! Was will er denn für mich, wenn ich nichts für mich will? Darin, wo ich von meinem Ich lasse, da muß er für mich notwendig alles das wollen, was er für sich selber will, nicht weniger noch mehr, und in derselben Weise, mit der er für sich will. Und täte Gott das nicht, - bei der Wahrheit, die Gott ist, so wäre Gott nicht gerecht, noch wäre er Gott, was <doch> sein natürliches Sein ist.                  Meister Eckhart


Was aus Selbstlosigkeit existiert, das überdauert und hat ewiges Sein.   So müssen wir uns  immer wieder selbst positionieren und das heißt auch uns von uns selbst distanzieren. Was uns dabei trägt und immer wieder hebt, ist das Vertrauen, dass aller Sinn und alle Bedeutung durch uns gefunden werden wollen, da alle Wahrheit bereits in vollem Umfang existiert.

 

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Antworten auf diese Diskussion

Wahrheit ist selbstoffenbarend. Da stimme ich dir vollkommen zu. Aber vor der menschlichen Schwäche die Wahrheit zu ignorieren oder zu negieren, insbesondere dann, wenns zum persönlichen Vorteil gereicht, ist halt keiner gefeit.
Hallo Elmar,

Du hast die Diskussion hierher verlagert. War "wenn es Dir recht ist" als Frage gemeint?

Und nun überlege ich, was ich sowohl mit dem Titel, als auch mit dem Text genau anfangen kann.

Vielleicht bekomme ich ja hier Unterstützung.

Danke.

hage
Hallo, ja, vielleicht Unterstützung in Form einer weiteren Frage an Elmar:

Woran merke ich, dass ich die Antwort, den wahren Sinn, gefunden habe? Wie kann ich sicher sein, dass in meiner Suche nichts Eigennütziges mehr mitspielt?

Ich stelle es mir so vor, als wenn die Saite eines Instrumetns gestimmt wird und dann vollkommen mit dem Ton der Stimmgabel harmoniert. Was wäre dann unsere "Stimmgabel", unser Prüfkriterium? Klingt die Antwort dann tief in uns, so dass wir sicher sein können?

Herzliche Grüße, Lys.
Danke für den Anschubser Lys.

Und muss eine Suche nicht zunächst eigennützig sein, muss ich nicht erst wirklich "mich" gefunden haben, bevor ich uneigennützig werden kann? Muss ich nicht auch erst durch die Vordergründigkeit durch, wenn ich zur Tiefgründigkeit will. Und ist das nicht alleine schon berechnend? Können gültige Antworten frei von Vordergründigkeit und Berechnung sein, wenn sie als Zwischenantworten auf dem Weg zur Tiefgründigkeit dienen sollen?

Und ganz vordergründig und berechnend: Wer erklärt mir das Zitat von Meister Eckhart? Noch finden die Worte überhaupt keinen Zugang zu mir. Vielen Dank.

hage
Vielleicht sollten wir ein Missverständnis klären. Es geht bei Meister Eckhart um die wahre Selbstfindung, die ewige Identität. Der Begriff Selbst-losigkeit ist etwas irritierend. Ich möchte ein weiteres M.E.-Zitat hinzufügen,das auch in Elmars Buch zu finden ist: "Die Menschen sollen nicht so viel nachdenken, was sie tun sollen, sie sollen vielmehr bedenken, was sie SIND." (Meister Eckhart). Das "Meine", das ich loslassen soll, das sind die Gier nach Haben, nach äußerlicher Ehre und Macht usw., es ist das Ich, definiert durch meinen Besitz. Sehr gut dargestellt in Erich Fromms Buch "Haben oder Sein"! Haben sieht oft nach Selbstverwirklichung aus, ist aber nur zeitlich und oberflächlich. Es geht um das ewige Sein, danach sehne ich mich.
Mein Problem ist nur, dass ich mich immer hinterfrage, und somit paradoxerweise dann um mich selbst kreise, anstatt loszulassen und im Vertrauen Gott zu suchen. Daher meine Sehnsucht, eine Resonnanz auf die Sinnsuche zu hören. ("Stimmgabel"). Lys.
Hallo Fredo,
ich mag wie du schreibst. Man merkt das du einfach Ahnung hast.
LG Franko

fredo sagte:
zu elmar
dein Schluss aus Meister Eckharts Zitat ersxcheintmir falsch ...
es geht nicht um Selbstlosigkeit ... Selbstlos kann nur ein Selbst sein , dass dann halt nichts FÜR sich will ...

da ist aber gar kein Selbst, dass etwas wollen könnte !
da ist nur die Idee eines "Ichs" und die Idee eines Wollens im/für "Ich".

wer in dieser Idee steckt kann sich von gar nichts distanzieren ... am wenigstens von dieser Idee ... da müsste sich eine idee von sich selbst distanzieren ...

diese Idee wird auch niemals Sinn, Bedeutung oder Wahrheit finden ...
diese Ich-Idee kann nur eines ... ihre eigene (scheinbare) Realität durch manipulierte Wahrnehmung zu erhalten, möglichst noch zu verstärken ... am besten geht dass, wenn sich das "Ich" Sinn, Bedeutung und Wahrheit, und Distanzierungsfähigkeit zuschreibt ...
Hage schrieb:
Und muss eine Suche nicht zunächst eigennützig sein, muss ich nicht erst wirklich "mich" gefunden haben, bevor ich uneigennützig werden kann?

Hallo Hage,
Daran schließt sich die Frage, nach unserer Identität? Was bedeutet MICH finden bzw. wer bin ICH überhaupt? Durch unsere persönlichen Festlegungen, Entscheidung - durch das was wir für richtig und falsch halten definieren wir uns unentwegt. Unsere Identität ist im werden, sie bedarf der Klärung durch uns selbst. Das Ablegen des Eigennutzes, bezieht sich darauf, dass wir ablegen, was wir unserem innersten Wesen nach nicht sind: Vordergründig und zufällig. Oder wie es eine alte Weisheit sagt: Mensch werde wesentlich, denn wenn die Welt vergeht, so fällt der Zufall weg. Das Wesen, das besteht.

Mit den Worten Lao-Tse's:

Himmel und die Erde sind von Dauer. Sie existieren lange, da sie nicht aus sich selbst heraus und nicht um ihrer Selbst willen sind. Das Tao hat sie geschaffen und sie existieren für Es. Daher stellt der Weise sich hinter Andere, hindert seine Mitmenschen nicht und kann sie auf diese Weise dennoch führen. Er schätzt das Leben seines Körpers nicht hoch, denn sein Leben wird vom Tao geführt. Das geschieht, da auch er hier nicht um seiner Selbst willen lebt. Das ist die Ursache dafür, dass seine persönlichen Bedürfnisse für ihn verwirklicht werden.Der Weise existiert für das Tao und dient Ihm.

Oder mit den Worten Jesu:

Wer sein Leben zu erhalten versucht, der wird es verlieren. Wer es aber um mich und meiner Lehre willen hingibt, der wird es gewinnen zu ewigem Leben. Darum sorgt euch nicht darum was ihr essen und trinken werdet, auch nicht darum wie ihr euch kleidet. Ist nicht das Leben mehr als essen und trinken, und der Körper mehr als die Kleidung? Trachtet zu allererst nach dem Reich Gottes, so wird euch solches alles selbstverständlich zufallen.
Kerstin schrieb:
ich halte eckhart tolle nicht für einen meister, ich mag ihn aber :-)
meister eckhart war mir krass zu schwer zum lesen...

Hallo Kerstin, wußtest du, dass Eckhart Tolle eigentlich Ulrich Tolle heißt? Bei Wikipedia ist zu lesen: "Die von ihm selbst vollzogene Namensänderung von Ulrich auf Eckhart ist nach Ansicht einiger eine Anspielung auf den deutschen Mystiker Meister Eckhart."
fredo schrieb:
da ist nur die Idee eines "Ichs" und die Idee eines Wollens im/für "Ich".
wer in dieser Idee steckt kann sich von gar nichts distanzieren ... am wenigstens von dieser Idee ... da müsste sich eine idee von sich selbst distanzieren ...

Exakt darum geht es, Fredo! Denn Gott ist Idee im Sinne eines zeitlosen Ideals. Wir selbst sind Idee und streben nach der Verwirklichung unserer Ideale - jeder ganz persönlich für sich und insofern Gott in uns. Soweit unsere Ideen sich nicht decken mit jenem zeitlosen Ideal, das Gott selbst ist, soweit sind wir selbst zeitgebunden, vergänglich und sterblich - ergo: Gott stirbt. Finden wir aber zurück zur Uridee indem wir uns von all dem distanzieren, was wir als zeitgebunden erkennen, bleibt nur noch das zeitlose Ideal (Gott selbst) in uns zurück d. h. Gott erkennt uns als einen Teil seiner selbst, erkennt uns als sich selbst. So manifestiert sich in jedem von uns Gottes Suche nach sich selbst. Mit anderen Worten: Gott erkennt sich in dieser Welt durch uns und wir erkennen uns durch Gott (durch den Geist bzw. durch die Fähigkeit der Erkenntnis).
Wandler sagte:
Wenn du damit beginnst, dich denen aufzuopfern, die du liebst, wirst du damit enden, die zu hassen, denen du dich aufgeopfert hast. George Bernard Shaw

Hallo Wandler,
da stellt sich mir die Frage: Was ist das für eine Form der Liebe, die sich in Hass umkehrt, wenn sie nicht erhält, was sie für ihren Einsatz erwartet? Ist es nicht eher Berechnung?
Hage schrieb:
Muss ich nicht auch erst durch die Vordergründigkeit durch, wenn ich zur Tiefgründigkeit will.

Unbedingt - anders kann das gar nicht möglich sein. Der menschliche Hang zur Vordergründigkeit kann uns auch zum Segen werden, wenn wir die positive Konsequenz aus der eignenen Schwäche ziehen, wie es Jesus fordert: Angesichts des eigenen Unvermögens und der eigenen Schwächen großzügig mit den Schwächen und Fehlern meiner Mitmenschen zu verfahren, das ist der Weg, der dem bis dato Sinnlosen Sinn verleihen kann. Ich nenne es den kreative Umgang mit der eigenen Unvollkommenheit, er lässt aus Unrat Rat werden. In der Natur ist es nicht anders. Was wir Mist nennen kann fruchtbarer Boden sein. Da ist kein undurchsichtiges Erlösungsmysterium! " Vergib uns unserer Schuld, wie auch wir vergeben denen, die an uns schuldig werden".

Hage schrieb:
Und ist das nicht alleine schon berechnend? Können gültige Antworten frei von Vordergründigkeit und Berechnung sein, wenn sie als Zwischenantworten auf dem Weg zur Tiefgründigkeit dienen sollen?

Ich denke nicht, denn die Fähigkeit und Bereitschaft den eigenen Schwächen den Schwächen und den Fehlern seiner Mitmenschen wohlwollend und barmherzig zu begegnen ist kein Verdienst sondern Gnade. Die Fähigkeit sich selbst schonungslos zu betrachten, sprich Selbsterkenntnis zu üben kann nicht verordnet werden. Jesus bezeichnet diese Form des Selbsterkennens als die Reinheit des Herzens und lehrt: "Selig sind die reines Herzens sind, denn sie werden Gott schauen." Mit anderen Worten: Indem wir uns aufrichtig selbst betrachten, betrachten wir die Wahrheit in uns und diese Wahrheit ist Gottes Antlitz in uns.
Fredo-meint dazu : Gott ist kein Ideal ... GOTT IST ... als ein EINES (ohne ein zweites) ...

Frage dazu: Weshalb sollte das eine das andere ausschließen?

Fredo schreibt:
das von dir gemeinte Ideal ist eine "Ich" geborene Idealvorstellung von Gott ... die sich für mich besonders anmassend in der These zeigt ... "Gott "braucht" den Menschen, um sich selbst zu erfahren" ...

Frage dazu: Wenn wir nicht aus uns selbst geboren sind, wie kann dann etwas aus unserem "Ich" geboren sein? Wo warst du Fredo, als du wurdest? Dort wo wir unserem Sein nach entspringen, das zeitlos ist, dort liegt auch der Ursprung aller zeitlosen Ideale.

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