hallo zusammen
Ich bin seit einigen Jahren intensiv am Suchen nach der "Wahrheit", nach meinem wahren "Ich". Getrieben war ich vor allem von einem immerwährenden Gefühl der Unvollständigkeit, das vor allem in Situationen eintaf, in denen ich fand, dass eigentlich alles (Äusserliche) perfekt war. Auch fiel mir auf, dass meine grössten Freuden, meine Hilights, einerseits immer aus Vorfreuden bestanden, oder sonst in Momenten eines grossen Ruhmes (Freude für mein EGO) waren. Ich drehte mich in Depressionen, durch Psychothrapien, begann zu meditieren, und stiess dann auch auf das Buch "Jetzt" von Eckhart Tolle. Ich habe es bis jetzt zwei mal gelesen. Das erste mal bewirkte es nichts ausser nur noch mehr verwirrung in mir (war wohl noch nicht reif dazu). Das zweite mal (vor ca. einem halben Jahr) haute es mich um. Es wurde wie eine Bibel für mich, die die absolute Wahrheit enthielt, und ich freute mich, immer wieder weiter zu lesen. Nun, das Buch war dann mal fertig, der Verstand erleichtert darüber, das Leben ging weiter. Ich versuchte immer wieder seinen"Anweisungen" zu folgen. Aber den Zustand der Eleuchtung, oder so etwas in der Art erreichte ich nicht.
In den letzten Wochen bat ich in Gedanken Gott (oder mein wahres Ich, das Sein, oder was auch immer) darum, mich ihn/es mal ganz deutlich spüren zu lassen, so dass ich für mich eine Art Beweis habe, dass es Ihn/es gibt, und ich wissen würde, dass ich auf dem richtigen Weg bin und weiter suchen kann.
Nun, dieses Erlebnis traf tatsächlich ein, ein paar Wochen später. Es war an einem Abend, ich lag im Bett und hörte mit guten grossen Kopfhörern mein momentanes Lieblingsmusikstück, welches in mir wahnsinnige Emotionen hervorrief (ich bin Musikerin, Musik kann in mir sehr viel bewirken, und ich glaube, deshalb kann es unter umständen für mich ein Tor sein zum Sein). Ich lag da, mein ganzer Körper bebte vor Emotion. Da spürte ich eine riesige Kraft in meiner Brust, als würde meine Brust gleich zerplatzen, als wäre mein Körper zu klein für diese Kraft. Ich sah mich selber in der Vorstellung auf einem Hügel stehen, nachts, unter dem Sternenhimmel, auf einem ca. 10 Meter hohem Podest. Auf der Erde verankert, aber stark dem Himmel zugerichtet. In der Vorstellung schrie ich. Ich schrie, um dieser Kraft Ausdruck zu verleihen. (Die Kraft war positiv) Als ich da so lag, und ja wie meistens sehr auf der Suche war, versuchte ich nun dieser Kraft, oder diesem Etwas Raum zu geben, mich dem Hinzugeben, mich nicht dagegen zu wehren, dem was da gerade mit mir passierte. Und da spürte ich es plötzlich. Es war absolut unbeschreiblich und sprengt jeden Rahmen. Es übertrifft alles was ich mir je hätte Vorstellen können. Ich hatte mir diesen Zustand immer so wunderbar wie möglich vorgestellt. Aber diesen Zustand, den ich da erlebt hatte, bin ich nicht mal fähig, ihn mir vorzustellen. Ich lag da, mit Tränen in den Augen. Und ich spürte, das BIN ICH. Und das was ich empfand war absolut heilig. Ich finde den Begriff sehr passend. HEILIG. Und es war total anders, als ich mir Gott vorgstellt hatte! Es war, als war das, was ich immer gesucht hatte, auf einmal da, so klar vor mir. Überraschend für mich war, das ich den Zustand kannte aus meiner frühen Kindheit. Damals hatte ich manchmal seltsame Zustände, ausgelöst duch bestimmte Musikstücke. Das Gefühl, das ich damals hatte war wie eine Sehnsucht nach einer anderen Welt. Und sie war so stark und überwältigend, dass sie mich nicht richtig leben liess, und sie machte mir Angst. Ich hörte dann diese Musik bewusst nicht mehr. Seither hatte ich dieses Gefühl überhaupt nie mehr gehabt. Ich konnte es mir überhaupt nicht mehr vorstellen. Als ich nun dieses Erlebnis hatte und dieses einerseits unvorstellbare weit weg gewesene aber doch andererseits zutiefst vertraute Gefühl hatte, war ich überrascht darüber. Der Zustand war so unbeschreiblich gut. Und da war HINGABE (vo kurzen hatte ich nämlich realisiert, dass ich das Gefühl der Hingabe eigentlich nicht wirklich kenne). In jenem Moment wollte mich total diesem Gefühl, oder eben Gott, hingeben. Ich wollte alles hinter mir lassen. Meine ganze Persönlichkeit aufgeben. Und dies schien mir nicht nur als das allerbeste was es gibt, sondern alles andere, das ganze Leben, das ich bisher gelebt habe, schien mir nichtig klein und unwichtig dagegen. Ich sagte immerlich die ganze Zeit:"Ja! Ja! Ja! Nimm mich ganz in dir auf! Ich bin bereit dazu! Nimm Mich mit! Lass mich nicht zurück! "usw. Es war eine starke Bejaung (ja-sagung) dabei. Mein Ego war ausgeschaltet in dem Moment. Ich wünschte mir sehnlichst, dass jeder Mensch dieses Heilige spüren, ja sein darf! Und es ging mir nicht mehr im Geringsten irgendwie darum, gut dazustehen vor anderen Leuten. In diesem Zustand hätte es mir nichts ausgemacht, wenn die gesammte Menschheit gegen mich gewesen wäre, denn ich war bei MIR, bei der Wahrheit, bei Gott. ICH war wahnsinnig mächtig! Da war eine riesige Kraft. Und die hatte nichts zu tun mit meiner Persönlichkeit, welche ich oft als eher klein, schwächlich und miderwertig empfinde. In diesem Zustand fühlte ich mich riesengross. Ich dehnte mich aus. Einmal hatte ich das Gefühl ich sei etwa so gross wie die Erde. Aber er veränderte sich immer etwas. Vor allem wurde ich auch immer wieder etwas zurückgezogen vom Verstand. Einmal trat eine interessante Empfindung auf: Normalerweise empfinde ich mein ich in meine Kopf. Ich denke dort, sehe dort höre dort, usw. Doch da verschob sich dieses Ich-Empfinden plötzlich hinunter und platzierte sich in meinem Bauch/Becken. Es war da als gewaltige Kraft meinens ICH's. Es war nicht nur da sonder war riesengross, aber dort war das Zentrum. Mein körperliches Nervensystem war total durcheinander, und mein Körper fühlte sich zwischendurch total verkrüppelt, verzogen und schräg an, aber das war mir egal. Ich war nicht identifiziert mit meine Körper. Irgendwann verging es dann und ich schlief friedlich ein.
Und wie ging es weiter?
Am nächsten Morgen war immernoch ein Nachschwingen diese Gefühls da, das ich seit der Kindheit nicht mehr hatte. Ich fühlte MICH immer noch leicht. Aber nur als leichte Nachschwingung. Zeitweise hatte ich dann eine Krise an dem Tag. Denn ich wollte zu dem Zustand zurück. Ich wollte nichts sehnlicher als das. Ich wollte mich total aufgeben. Mich total Gott hingeben. Wollte meine Persönlichkeit aufgeben. Oder sterben um dort zu sein. Ich sah mein Leben, wie ich es bis anhin gelebt hatte, kaum mehr. Es war nicht mehr wirklich wichtig. Und trotzdem merkte ich gleichzeitig, dass ich im Moment nicht mehr dahin kann. Ich weinte. Fühlte mich zurückgelassen. Unsanft ins Leben zurückgeworfen. Ich sah mich selbst auf einer Art Brücke oder einem Felsvorsprung. Hinter mir das mir bekannte Leben, winzig und unwichtig. Vor mir das neu wiedergefundene Gefühl. Gott. Die Wahrheit, das HEILIGE. Ich streckte (innerlich, in dem Bild) meine Arme aus danach. Flehte Gott an, mich zu sich zu nehmen und mich nicht zurückzulassen. Aber gleichzeitig entfernte er/es sich langsam. Ich realisierte, dass ich wohl weiterleben musste wie vorher. Er/Es hatte meinen Wusch erfüllt, mich Ihn/Es deutlich spüren zu lassen. Und nun habe ich meinen "Beweis" meine Gewissheit, dass es das was ich suchte, gibt, Und dass es die absolute Wahrheit ist, und dass ich auf dem richtigen Weg bin.
Unterdessen sind vier Tage vergangen. Vorgestern spürte ich zeitweise noch dieses abolut gute Nachschwingen in mir. Gestern hatte ich noch ca. 2 ca. halbsekündige Lichblicke, in denen das Sein durchschimmerte. Aber schon heute spürte ich gar nichts mehr. Es ist nur noch das Wissen da, dass ich das erlebt habe. Aber ich fühle nichts mehr. Mein Verstand beherrscht mich wieder.
Ich bin verzweifelt am Weitersuchen. Ich will dahin zurück. Ich habe das Gefühl ich renne von einem möglichen Tor zum nächsten, in der Hoffnung, bei einem ist ein Spalt offen (diese Tore sind meistens Musikstücke, die mich berüren) Ich weiss, vielleicht hält mich gerade dieses verzweifelte Suchen danach davon ab, es zu finden. Aber sollte ich ich nicht suchen? Aber wenn ich nicht suche, was soll ich dann sonst tun? Äusserlichketen nacheifern?
Und da kam ich auf die Idee auf Internet-Foren zu lesen, was andere Mensche da so für Erfarungen gemacht haben, bis das Bedürfnis immer stärker wurde, mein Erlebnis zu schildern.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr Kommentare abgeben würdet zu meinem Erlebnis. Vielleicht habt ihr ähnliche Erlebnisse gehabt, oder könnt mir Tipps geben, oder oder oder? Jedenfalls bin ich sehr auf eure Beiträge gespannt!!!
Alles Liebe
Annina