Tageslosung:
Heile Deinen Körper A-Z

Erschaffen wir Wirklichkeit indem wir erkennen und be-urteilen?

Dass die Welt nicht unabhängig von unserem Urteil existiert bzw. dass wir als Beobachter und Beurteiler involviert sind in das Ergebnis unserer Wirklichkeit, vermitteln uns nicht allein die Erkenntnisse der Quantenphysik wie beispielsweise das Phänomen des Welle- Teilchen-Dualismus beim Doppelspaltexperiment oder das Phänomen der parallel korrelierenden Teilchen. Doch gerade hier wird nachweislich erfahrbar, dass alles menschliche Bewerten, Erkennen und Beurteilen Folgen und hat und einen Einfluss auf die Gestaltung unserer Wirklichkeit ausübt.

Nichts, was sich beschreiben lässt, ist unabhängig von uns. Humberto R. Maturana

Wahrnehmen, Erkennen und Bewerten sind also bereits Eingriffe, sind Gestaltung der Wirklichkeit. Erkenntnis ist eben nicht das Verstehen oder Erfassen einer unabhängigen, vorgegebenen Welt, sondern sie ist das Hervorbringen derselben. Ja, ich behaupte sogar, nur SO, nur auf diese Weise wird überhaupt Wirklichkeit.

Hier liegt eine direkte Parallele zur Bergpredigt vor, in der Jesus auf die Macht und die immense gestaltende Kraft unserer Gesinnung hinweist, die wir gegenüber unserem Mitmenschen und unserem Schicksal einnehmen:

Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Matthäus 5,7

Aber auch umgekehrt wirkt dieses Prinzip:

Verurteilt nicht, damit ihr nicht verurteilt werdet. Denn vor dem Maß, mit dem ihr urteilt, werdet ihr selbst bestehen müssen; und die Messlatte, die ihr bei anderen anlegt, wird man bei euch anlegen. Matthäus 7,1–2

Auch hier wird nichts anderes ausgesagt, als dass jeder subjektive Vorgang unseres Erkennens, Bewertens und Auswertens eine universelle Wahrheit, d.h. eine objektive Realität erzeugt, dass all unser menschliches Urteilen und Bewerten Konsequenzen für uns und damit für die kommende Wirklichkeit haben wird. In dieser Hinsicht sind wir in der Lage, entweder bewusst oder unbewusst, entweder schöpferisch oder geistlos, auf unser Dasein einzuwirken.

Jesus macht bewusst, dass Negativurteile eine negative Realität erzeugen, eine Konsequenz, mit der wir uns eines Tages konfrontiert sehen werden. Noch ist nichts endgültig, noch befinden wir uns in einer Welt auf dem Weg von der Sphäre des Fragens und Suchens hin zu einer Sphäre der Findung und Sinnerfüllung, dem Reich Gottes. Dass wir immer wieder revidieren, uns von unseren eigenen Handlungen distanzieren und anderen vergeben können, beweist den gnädigen und barmherzigen Charakter dieses Daseins.

 

Was haltet ihr von dieser Ansicht ?

 

Gruß

Elmar

Tags: Erkenntnistheorie

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Jeps, Thomas ...

 

Um in jenem Kontext auch kurz direkt auf den Threadtitel hier einzugehen:

 

Diese Geister, Gespenster, Tamagothchi´s (also jene Gebilde / Erscheinungen, die im Allgemeinen ja zumeist "Menschen" genannt werden) - erschaffen wirklich nicht das Geringste Wirkliche...und zerstören auch nicht das Geringste Wirkliche.

 

Das einzig sozusagen "Wirkliche" ist DAS, "aus und in" DEM sich die ganze Geister-Geschichte und alle Geister und Gespenster und vollkommen alles,

was auch immer diese Geister SCHEINBAR erschaffen, eben als Geister- / Gespenstergeschichte realisiert.

 

In LIEBE

Lichthauch

Lieber White Rabbit ... und an alle etwaige Mitlesenden ..

 

Das ist vollkommen richtig ... .. gut erkannt, white rabbit ...

 

 

Der wohl einzige sozusagen allenfalls auf den ersten Blick scheinbare und nur verbale Benennungs"unterschied", der aber kein inhaltlicher Unterschied (!) ist, ist die Bennennung "objektive Wirklichkeit" zum einen bzw. die Benennung "Geister-Geschichte" zum anderen ...

 

Und: Ich meine mit der Benennung "Geister-Geschichte" nichts anderes als was Elmar zuvor mit "objektiver Wirklichkeit" benannt hat ... nämlich eben Alles Erfahrbare und Wahrnehmbare, alle Wesen, Objekte und Dinge usw. ...

(manchmal nehme ich diese Benennung "objektive oder objekt-hafte Wirklichkeit" im Übrigen ja auch genauso her ..)

 

Und in dieser "objekthaften Wirklichkeit wie sie eben wahrnehmbar ist" ist tatsächlich alles mit allem unzertrennlich verbunden, eingeschlossen aller "Menschen", die natürlich diese objekthafte Wirklichkeit permanent beeinflussen, ändern und mitgestalten und umgekehrt genauso ... INNERHALB eben dieser objekthaften Wirklichkeit bzw. INNERHALB dieses Geister- und Gespenster-Lichtfilm/ -story ... :-))

 

Liebe Grüße

Lichhauch

Hallo,

 

den letzten Abschnitt deiner Mitteilung finde ich bemerkenswert. Da es in diesem Thread um Erschaffen der Wirklichkeit geht, was einige ablehnen ("das SEIN  ist die eigentliche Wirklichkeit, die nicht mehr erschaffen zu werden braucht" - mit meinen Worten), möchte ich folgenden Gedanken zwischen die beiden Fronten stellen:

 

Wir erleben das Schlimme, Schmerzhafte, Todesangst auf der einen Seite. Können wir etwas daran ändern? Es ist ja doch auf der anderen Seite die (unumstößliche, fertige?) Wiklichkeit, das Sein. - Einteilen in diese zwei Seiten ist wohl nicht der richtige Weg.

Die Brücke, die ich dazwischen sehe, ist: Vertrauen.

 

Vertrauen, dass das, was mir zustößt, nicht ohne Sinn ist. Vertrauen, dass auch meine Bewertungen, auch wenn sie falsch sein sollten (das wird sich erweisen, und dann hat auch der Umweg über den Fehler einen Sinn) etwas bewirken. Erschaffen einer Wirklichkeit - vielleicht ist das unvorstellbar angesichts der Größe des Universums. Doch im Kleinen, im Alltag, da können wir es beobachten. Und viel Kleines ergibt etwas Großes.

 

Jetzt schaue ich wieder auf die andere Seite, die des objektiven SEINS, hinüber, und dort existieren Liebe und Gnade, die mir dieses Vertrauen schenken. Es ist nicht mein Verdienst. Durch Erkennen dieses Geschenks bin ich aber aufgerufen, diese barmherzige Haltung auch selbst anderen gegenüber anzunehmen.

 

Es ist kein starres SEIN, es ist Empfangen und Geben, sehr lebendig.

 

Viele Grüße, Lys.

Hallo White Rabbittt,

deine Empfindung beruht ganz auf Gegenseitigkeit.

Du schreibst:

Und dabei scheint es eine Welt zu geben,die für alle gleich ist,

die alle Menschen miteinander teilen.

Ja, für meine Begriffe ist dies eine Welt der Liebe und der Barmherzigkeit und soweit der gute Wille herrscht in diese Welt stetig vorzudringen und diese Welt schon jetzt miteinander zu teilen, wird sie individuell wahr: Unsere Liebe und unser Vertrauen in diese zeitlose Welt verleiht ihr eine Objektiviät in voller Individualität.  Eine objektive Wirklichkeit, ohne individuelle Einwilligung, ohne Liebe und Vertrauen ist eine teilnahmslose, unbeteiligte Wirklichkeit  - in ihr wird kein Raum sein für Individualtät oder für das Menschliche. Das Gute ist das Gnädige und das Barmherzige. Nicht unbedingt das was wir tun, sondern das wo wir hinglauben bzw. wo wr gedanklich hinwollen, darauf bewegen wir uns zu. Doch ohne Sehnsucht keine Schöpfung.

Et in terra pax hominibus bonae voluntatis = Und Frieden auf Erden den Menschen guten Willens.

Liebe Grüße

Elmar

Lieber Thomas,

ja, alles was wir tun betrifft ausnahmslos uns selbst, daher sollen wir zutiefst betroffen sein, wenn wir irren uns fehlverhalten oder jemandem Unrecht antun. Betroffenheit ist Anfang und Ursache aller wirklichen Vergebung.  In solcher Auseinandersetzung mit uns selbst bzw. in jeder aufrichtig geübten Selbstkritik schauen wir die Wahrheit (Gott) in uns:

Glückselig sind, die reines Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.

Liebe Grüße

Elmar

... vollkommen richtig - jedoch im Beschwerlichen, im Irrtum, in Trauer, Leid und im Betroffensein, begegnet uns die Wahrheit auf tiefgründigere Weise. Im Abgründigen wird  größere Tiefe gefunden. Der "verlorene" Sohn gelangt zur Glückseligkeit.

Liebe Grüße

Elmar

 

Deshalb ist die Antwort auf die Eingangsfrage "Erschaffen wir die Wirklichkeit, indem wir Beurteilen" gleichzeitig Nein und Ja. Wir erschaffen damit unsere Wirklichkeit, aber nicht die Wirklichkeit.

 

Lieber Thomas,

grundsätzlich stimme ich dir zu doch darüber hinaus sehe ich den Weg Jesu, durch den die Wirklichkeit auch zu unserer Wirklichkeit wird und umgekehrt. Das ist die gute Nachricht, das Eu-angelium,  nämlich, dass auch individuelle Wirklichkeit höchste Objektivität erreichen kann, durch ungeteilte Liebe und durch Vertrauen in den Sinn all dessen, was uns widerfährt.

 

Liebe Grüße

Elmar

So-Jun schrieb unter anderem: ".... Was sie aber alle auszeichnet ... keiner von denen ist im Modus gefangen, sich ständig selbst darzustellen ..." (Zitat Ende)

 

Jep, das mag wohl durch aus so beobachtbar sein, denn das letztlich Ent-scheidende ist einfach nur die Offenbarung aus der Offenbarung sozusagen selbst heraus, dass scheinbar dieser "jemand", wo bei diesem scheinbaren  "jemand" Offenbarung geschieht, offensichtlich dieser "jemand" eben zu 100% (nur) scheinbar ist.

Und falls tatsächlich hier und da einfach dieses Offenbare geschieht, dann ist dies eine vollkommen in Klarheit: Jedweder "jemand" kann nur ein scheinbar "Wissender" sein ... vor allem jener "jemand" wo die einfach Offenbare geschah ...

... solange da jedoch noch Glauben an einen "Wissenden" ist, also Anhaftung an das "sich für einen Wissenden halten ist" oder/und auch solange da noch (als andere Seite derselben Medaille) Glauben ist, irgendein "Jemand" könne selbst durch sozusagen vollkommene "Läuterung dieses Jemands" zur Wahren Natur läutern bzw. um-transformieren (oder als ein jemand "erleuchten") - was alles weder möglich noch nötig ist, da eben (alle Wesen und Dinge) nicht NICHT sein können, was eben (alle Dinge und Wesen) eh zeitlos und unverrückbar bereits SIND - ja, solange geschieht eben nichts anderes als noch mehr oder weniger starke "Vernebelung" bzw. "(vor allem Eigen-)Manipulation" durch diese zu 100% irrige Anhaftung an diesen "jemand" ...

 

In LIEBE

Lichthauch

Hallo zusammen,

 

mal ein ganz bescheidener Wink bzw. eine Anfrage eines interessierten Neulings hier:

 

Schweift ihr nicht etwas vom Thema ab ?

 

Ich hatte versucht, mich mit einem Beitrag zu beteiligen, doch der blieb unbeachtet. Wenn ihr vielleicht

eine andere Meinung dazu habt, ist es o.k.: doch mein Beitrag hatte etwas mit dem Thema zu tun.  Vielleicht gibt es für Insider-Gerangel doch eine andere Ecke in diesem Forum?

 

Viele Grüße, Lys. 

Hallo White Rabbit,

 

Danke, dass du auf meine beiden Beiträge eingegangen bist. Ja, Kommunikation gehört zur Wirklichkeit - oder zur Erschaffung der Wirklichkeit - dazu. Sehen wir es mal so: Hätte ich jetzt nicht meine Bedenken geäußert, wäre es  schade gewesen. Durch Reden bzw. Schreiben können wir weiterkommen, bleiben nicht unbeteiligt. Auch wenn es mal Auseinandersetzung bedeutet. Da gebe ich dir vollkommen Recht. Nur: als es jetzt auch um Formales ging und mein Beitrag in Vergessenheit geriet, fühlte ich mich übergangen.

 

Du schreibst:

"Zu Deinem Beitrag: man kann das so beschreiben. Nur: Das Sein, die Wirklichkeit und das Schmerzhafte siehst Du als "zwei Seiten"? Wenn Du Dir auf den Daumen haust, ist das nicht Wirklichkeit?"

 

Auf der einen Seite schmerzhafte,  - zuweilen auch erfreuliche - Wirklichkeit (auf den Daumen hauen, andere enttäuschen, sich blamieren - aber auch warme Herbstsonne erleben, Musik genießen usw.), das ist Wirklichkeit, die wir nicht immer kontrollieren und korrigieren können. Doch:

 

Durch das Vertrauen, dass alles einen übergeordneten, liebevollen Sinn hat, ändere ich es sogar noch nachträglich und kann mein Schicksal vielleicht angstfreier im voraus akzeptieren. Insofern gestalte ich die Wirklichkeit, wie du sagst. Der Ausdruck gefällt mir gut. Wenn du willst, kannst du das mit "Vermählung der Seele mit Gott" umschreiben. Barmherzigkeit erwähnte ich in dem Sinne, dass ich das nicht aus eigener Kraft erreichen, wohl aber als Geschenk annehmen kann. Dass dies auf jeder Entwicklungsstufe ein Ganzes (also die Brücke gebaut) werden kann, schließt du aus. Hierzu meine Frage:

Können wir wirklich den anderen so gut beurteilen, können wir ihm bestimmte Entwicklungsstufen zuordnen?

Die Brücke wird gebaut aus Sehnsucht, und die empfinde ich, wie ich mich erinnern kann, schon seit Kindertagen. Vielleicht, wie du sagst, seit der Zeit, als mir die eigene Sterblichkeit bewusst wurde.

 

Viele Grüße,

Lys.

 

 

Hallo White Rabbit,

das schließt du nicht aus. Einverstanden. Dennoch bleiben zwei Fragen bestehen:

1. Sind Entwicklungsstufen eines Menschen von anderen zu erkennen und zu beurteilen?

 

2. "..bei dem die Vermählung aus Sterblichkeit und Gott .... ein Ganzes werden konnte." Kann das auf irgendeiner Entwicklungsstufe vollkommen und abschließend erfolgen? - Ich meine, es ist ein lebenslanger Prozess, und das hat seinen Grund. Durch Unvollkommenheit und Schwäche und Angst, auch - und gerade - im Hinblick auf die Sterblichkeit bleibt eine Spannung, ein Ziehen, eine Sehnsucht bestehen.

Dieses Auf und Ab, Hinfallen und Aufstehen, begleitet uns doch bis zum Tod, bis zum letzten Hinfallen - und Auferstehen

 

Sicher, wir verdrängen manchmal, aber es geschieht genug Konfrontation mit der Sterblichkeit

 

Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. (aus einem Psalm)

 

 

Hallo White Rabbit,

 

jetzt habe ich wieder eine Verständnisfrage.

 Du schreibst:

"Das mit dem Sterben und der Vermählung mit Gott liegt von der Häufigkeit her dazwischen, es passiert bei Weitem nicht so oft wie das Hungrigwerden, aber öfter als einmal. Aber das eine Mal, das erste Mal, wie gesagt mit 5 Jahren, das ist wichtig. Es ist ebenso wichtig wie das Sattwerden bei den ersten Malen Hunger."

 

In diesem Alter wurde ich mir meiner Sterblichkeit bewusst mit allen Konsequenzen: Ängsten, Fragen, bei vielen Kindern ist es die Zeit des magischen Denkens, der Allmachtsfantasien. Wenn du nun sagst: "--das eine, das erste Mal,... mit 5 Jahren, das ist wichtig...." Dann hört sich das für mich so an, als habe das Kind dann schon die erste Gotteserfahrung, durch die in diesem frühen Alter erstmals die Todesangst aufgelöst wird. Meintest du das so?

 

 

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