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Hallo zusammen,

was sagt Eckhart Tolle zum Thema freier Wille? Hat der Mensch einen solchen? Ist dieser freier Wille Realität oder nur Phänomenal?

Gruß

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Der Mensch hat keinen freien Willen, es scheint nur so, als hätte er einen, als würde er selber Entscheidungen treffen. Dem ist nicht so. Das Einzige das handelt, entscheidet und tut ist die Quelle an sich. Wer auch sonst?

Schönen Gruß
Daniela
Hallo und danke für die Antwort,

gibt es dazu ein Buch von Tolle? Ich hab' das Buch Jetzt - Die Kraft der Gegenwart gelesen, aber da wird, wenn ich mich recht entsinne, nichts vom freien Wille erwähnt.

Gruß
Hallo und vielen Danke für Eure Antworten!

Ist mir jetzt schon klarer. Das mit der Advaita wusste ich zwar bereits, aber ich wollte einfach mal wissen, ob es darüber andere Meinungen gibt.

Gruß
Ich kann mich nicht erinnern, wo Eckhart Tolle diesen Begriff konkret erwähnt hat. Vielleicht können wir uns der Antwort durch das Denken nähern:

Freiheit bedeutet, dass ich eine Wahl habe, mich für eine bestimmte Sache zu entscheiden. Ich wähle aus einer Anzahl von Alternativen diejenige aus, die mir jetzt als die beste erscheint. Das bedeutet, ich handle immer entsprechend meines aktuellen Bewusstseinszustandes. Je mehr Alternativen ich mir bewusst bin, desto höheren Freiheitsgrad habe ich. Im Gegensatz dazu bin ich unfrei und handle zwanghaft, wenn ich keine Wahl habe, wenn ich also unbewusst handle. Bewusstheit und Freiheit stehen in direktem Zusammenhang.

Jede Handlung zieht Konsequenzen nach sich. Anhand dieser Konsequenzen kann ich erkennen, ob ich "richtig" gehandelt habe (das heißt: dem Leben entsprechend = es funktioniert -> Freude) oder "falsch" (dem Leben widersprechend = es funktioniert nicht -> Schmerz). So lerne ich allmählich die Alternativen kennen, die es gibt, und erkenne, was gut ist und funktioniert oder schlecht ist und nicht funktioniert. Ich kann anhand meiner Erfahrung sehen, welche Entwicklung das Leben nehmen kann, wenn ich eine bestimmte Entscheidung fälle. So lerne ich einerseits die vielen Irrtümer des Lebens kennen und sehe auch, dass sie auf Dauer kein Bestand haben. Andererseits erkenne ich dahinter das ewige Gute, Schöne und Wahre: ich werde mir des ewigen Lebens, des formlosen So-Seins mehr und mehr bewusst.

Indem wir allmählich das Leben und die darin verborgene ewige Wahrheit erkennen, handeln wir frei, weil wir das Gute und Wahre lieben und vom Schlechten und Falschen unterscheiden können. Und gleichzeitig erkennen wir, dass es keinen Unterschied gibt zwischen dem, was das Leben will und dem, was ich will: freie Entfaltung. Denn das Leben und Ich sind eins.

Liebe Grüße
Unity
Hallo nochmal,

dennoch bin ich mir bei einigen Dingen noch nicht ganz schlüssig.

Wenn also wir wirklich zu 100% gesteuert werden, wie kann es dann sein, dass sich die Menschen töten, obwohl Jesus das Königreich Gottes verkündete, indem Frieden und Liebe herrscht? Er wäre doch auch nur von der Quelle gesteuert wie jeder andere auch.

Ist es nicht so, dass sich die Menschen von sich aus erst für das Königreich Gottes, dem Moment, der Erleuchtung oder wie auch immer entscheiden müssen und dann von dieser Quelle geführt werden?

Ist es nicht so, dass jede Erscheinung zwar phänomenal ist, aber eben nur weil der Urzustand in Wirklichkeit ein anderer ist? Tatsächlich ist da schon ein Tisch, der da steht. Aber dennoch ist er eine phänomenale Erscheinung, da er nur Bewusstsein ist, auch wenn in einer anderen Form. Es handelt sich also um einen Gegenstand, der ursprünglich einen anderen Zustand hatte. So evtl. auch beim Willen. Der Wille ist ein Phänomen genau wie der Tisch, aber dennoch ist er da, eben in einer anderen Form des Bewusstseins. Erst durch das erkennen der Wahrheit, das es nur das eine gibt, neben dem nichts anderes existiert, ist der Wille aufgelöst und man wird geführt. Vorher erkennt man den Tisch und nur den Tisch. Nachdem erkennen der Wahrheit ist der Tisch natürlich noch sichtbar, aber eben nicht mehr konzeptionalisiert.

Das gleiche ist es doch bei den Gedanken. Nehmen wir an, wir produzieren gar nicht eigene Gedanken, sondern es sind Gedanken aus der Quelle, die an uns gelangen. So habe ich doch die Wahl Bezug zu den Gedanken zu nehmen oder nicht, was auch der Kern der Meditation.

Desweiteren wird oftmal von einmem Art spontanen Handeln erzählt, dass bei gegenwärtigen Menschen der Fall ist. Gerade dieses spontane Handeln ohne freien Willen benötigt doch eine Verbindung zur Quelle. Vorher war das Ego, damit beschäftigt sich durchzusetzen und die Manifestation der Quelle nach seinen Willen zu verändern. Oftmals entsteht daraus eine Konfliktsituation, da keiner nachgeben will bis die Gemeinschaft sogar darunter leiden muss.
Die Quelle selber würde eine wesentlich elegantere Lösung finden.

So denke ich doch, das es so etwas wie den Willen geben könnte auch wenn nur als Illusion. Hat man sich völlig Gott hingegeben und vereinigt sich mit ihm, dann ist dieser Weg.


Gruß
hallo alexander!

ganz genau!! besser hätte es niemand ausdrücken können, wie du es eben getan hast. es gibt den freien willen nur scheinbar, es gibt ihn und gibt ihn nicht, genauso wie es uns gibt - und eben auch nicht gibt. der freie wille ist eine illusion, so wie wir selber eine illusion sind. ein traum denn die quelle träumt. sie träumt aus liebe zum leben. was soll sie auch sonst tun.
wir sind die figuren im traum - denken zu denken, haben scheinbar einen freien willen, es gibt geister und engel usw. .....- doch auch dies gehört alles zu einem traum, den die quelle träumt.

lieben gruß daniela
Lieber Thomnas,

Angeblich haben wir nur die Wahl, mit der Ich-Illusion und den Trennungsgedanken identifiziert zu sein, oder nicht. Aber WER oder WAS hat angeblich diese Wahl????

Wenn wir die Quelle sind, dann haben wir KEINE Wahl, gar keine, ausser die Quelle, mit allem drum und dran und allen Nebenprodukten, inklusive Trennungsgedanken und daraus resultierender Gewalttätigkeit zu sein.
lieber alexander,

weisst du, das ganze ist so einfach, und doch kann es niemand erklären. bei mir ist es auch so, ich verstehe und verstehe nicht. es ist ganz seltsam, ich möchte aber trotzdem noch folgendes dazu mit-teilen, dass mir so in den "sinn" kam, da mich deine frage auch selber beschäftigt (was soll das ego auch sonst tun? :)

frage dich - wer einen freien willen braucht, wer möchte unbedingt am freien willen festhalten ?- und du wirst erkennen - dass wenn da niemand mehr ist, er auch keinen freien willen braucht.

hat sich das "ich" aufgelöst, bist du mehr quelle dennje - und handelst in ihr und durch sie. die dualität hat sich aufgehoben und im sein-zustand denkst du im quellen-bewusstsein, wirst also auch nur dinge denken und dinge tun, die sich der quelle würdig erweisen - weil du dann ja selber die quelle bist.
du bist die quelle auch vorher - inklusive mit deinem ego - nur versteckt sich hier die quelle vor sich selber und ist "ge-fangen" in der dualität, um sich selber zu erfahren. wie soll sich das absolute und allumfassende erfahren, wenn nicht darüber, dass sie (die quelle/liebe) sich vor sich selber versteckt? um das spiel auch realistisch zu gestalten, braucht das ego den anschein einen freien willen zu haben.
wenn dann plötzlich jemand sagt, wir haben KEINEN freien willen, kriegen wir erstmal heftige angst - doch dann frage dich: wer hat angst? und du wirst erkennen, dass wir den freien willen gar nicht brauchen:)

lieben gruß daniela
da sowieso alles ein spiel ist und auf einer illusion aufgebaut ist, ist natürlich auch der freie wille eine illusion. es darf uns jedoch auf unserer ebene nicht so erscheinen, denn das spiel muss ja gespielt werden. wie soll das spiel gespielt werden, wenn alle bewusst sind? das spiel geht jetzt auf das ende zu, denn jedes spiel hat sich mal ausgespielt :) es hebt sich nun langsam auf, so brauchen wir das wahre wissen. und es ist wesentlich angenehmer, in einem schönen film der hauptdarsteller zu sein als in einem drama. wir können unser drama weiterspinnen - oder bewusst einen tollen film "erschaffen". doch da wir ja alle das bewusstsein selber sind, erschafft niemand - ausser bewusstsein.
so ein irrsinn ;-)
Hi Alex!

Freier Wille ist gleichbedeutend mit freier Wahl.
Und diese Wahl existiert nur, wenn man von gleichzeitig existierenden Alternativen ausgeht.
Aber dieser Moment, und damit Existenz als solche, ist bereits schon wie sie ist...

Im Endeffekt ist freier Wille nur abhängig vom Standpunkt -
solange es sich eine Person im Zentrum bezieht diese
natürlich alle Entscheidung auf sich...

Wird diese Person als Gedankenansammlung oder Energiemuster
erkannt, geschieht das Leben einfach, da niemand mehr da ist,
der sich versucht sich in Ereignissen oder Dingen zu finden :)

Und um bei ET zu bleiben:

Freier Wille oder nicht - Frage und Antwort sind nur Gedanken,
die durch den stillen Raum ziehen, der wir sind...
Hallo und danke für die Antworten,

"Freier Wille oder nicht - Frage und Antwort sind nur Gedanken,
die durch den stillen Raum ziehen, der wir sind..."

wo sagt er das?

Gruß
Keine Ahnung :)

War kein Zitat, glaube ich, nur sinngemäß...


Wahrheit findet sich nicht in der exakten Aneinanderreihung von
Worten und Sätzen (Wieviele brauchen wir wohl für "Wahrheit"?),
sondern der Bereitschaft, dahin zuschauen wohin die Worte zeigen...

Man kann das Wort "Stille" 1000 x sagen und denken...
die Realität hinter dem Wort wird man erst gewahr,
wenn man Stille erfährt...

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