Tageslosung:
Heile Deinen Körper A-Z
Liebe Leute,

ich habe in der Vergangenheit immer viel getan, was die Arbeit anging und die Freizeit - nur unterbrochen von Phasen der Krankheit. Zuletzt habe ich viele sprituelle Bücher gelesen, doch nun hat sich meine Suche erstmal erledigt. Zur Zeit mache ich so gut wie gar nichts: Ich arbeite als Freiberufler nur so viel, um meine Kosten zu decken. Meine Außenaktivitäten beschränken sich auf gelegentliches spazieren gehen und natürlich einfach das Notwenige erledigen. Manchmal ist mir langweilig, aber das ist nicht wirklich schlimm. Also, um es kurz zu machen: Mir geht es ganz gut mit dem Nichts tun. Ich empfinde Dankbarkeit dafür, nicht mehr krank zu sein und einen Job zu haben, der es mir ermöglicht, auch mal runter zu schrauben.       

So, nun meine Fragen: Hat jemand von euch mal eine Zeit lang so gut wie nichts getan? Und wie ist es Euch dabei ergangen? Trat schechtes Gewissen auf? Ist es nicht vielleicht auch notwendig, Phasen der Muße einzulegen - gerade auch wenn man kreativ arbeitet? Was meint Ihr?

Dieses wirft in die Diskussion:
Euer Faulpelz Stefan    

p.s.: hier noch ein link zum thema
http://www.spirituelles-portal.de/text.php?&textNr=201&zuru...

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Antworten zu dieser Diskussion

nur n paar gedanken: tun durch nicht-tun, --- nichts,leere=alles,fülle. -------- das universum ist 500 meilen lang mit ab und zu mal nem stern drin, dazwischen das Nichts. das muss man erstmal aushalten können. der rastlose "verstand", der nichts versteht. absolut nichts tun geht gar nicht. es geschieht immer irgendwas.. do something, do anything and do it with care
( ... )
Du bist das gar nicht der was tut oder nicht tut, das sieht nur so aus. manche dinge blieben besser ungetan ( aber es geschieht dennoch ). kannst du das kontrollieren? es gibt keine gültigen antworten. es gibt keine.
Hallo Stefan,

ja, mir geht es ganz ähnlich. Ich entdecke mehr und mehr, daß ich gar nicht so viel zu tun brauche, um zu leben. Seit ich mich nicht mehr darum kümmere, wie hoch mein Kontostand ist, bleibt er wie von selbst auf einem angenehmen Niveau - nicht zu viel, nicht zu wenig. Ich bin seit zehn Jahren Student (Schulmusik, Musikwissenschaft und Germanistik) und auch Freiberufler. Schlechtes Gewissen kenne ich natürlich auch. Die Klagelieder meiner Familie "wann bist du denn fertig? was kannst du mit dem Abschluß denn mal anfangen? was willst du werden? Irgendwann mußt du doch mal Geld verdienen" haben ihre angstmachende Kraft verloren, seit ich aufgehört habe, daran zu glauben. Ich erlaube meiner Familie, diese Sätze zu äußern und nicke freundlich dazu und sage ehrlich: "Ich weiß es nicht. In diesem Moment muß ich es auch nicht wissen, um mich wohlzufühlen. Ich höre auf, mich wohlzufühlen, sobald ich anfange, darüber nachzudenken." Natürlich ist dann die Antwort meiner Familie (auch der imaginären Familie im Kopf): "Aber es geht doch gar nicht darum, daß du dich wohlfühlst." Ach! So siehts also aus! Für mich schon! Denn erst wenn ich mich wohlfühle, können sich auch andere in meiner Umgebung wohlfühlen. Wer es nicht erträgt, sich wohlzufühlen, geht von alleine weg. Und es passieren Dinge, Umstände fügen sich wie von selbst, so daß es liebe Freunde gibt (auch Menschen, die ich gar niocht kenne - wir haben mehr Freunde als wir wahrhaben wollen) eine schöne Arbeit, mit einem 3-Monats-Vertrag, der bisher immer wieder verlängert wurde. Ob das reicht? fragt mein Denker sorgenvoll. Ich weiß es nicht! Kann ich damit leben? Offenbar ja, denn ich lebe ja. Dem Frieden, der immer schon da ist, erlauben, da zu sein, das ist etwas, was mein konditionierter Verstand kaum kann. Also zwinge ich ihn nicht dazu. Und lächle über seine mehr oder weniger cleveren Versuche, mir seine beschränkte Ansicht über die gegenwärtige Situation als absolute Wahrheit aufdrücken zu lassen.


Ein Zitat von Ernst Jandl

"nichts tun
ist überhaupt kein faulsein
solange atem geht ein und aus."

Lieben Gruß

Sven
Hi Sven,

Dein langes Studieren hat mich an Alan Watts erinnert. Der schreibt in "Die Illusion des Ich": "Man wurde durch ein Erziehungssystem, das in Klassen oder Stufen angeordnet ist und das angeblich zu irgendeinem endgültigen Erfolg geleiten soll, hypnotisiert oder dressiert. Zunächst Kindergarten, dann die Klassen der Grundschule, wo man auf den großen Augenblick des Eintritts in die höhere Schule vorbereitet wurde! Dann weitere Stufen bis hinauf zum eifrig begehrten Ziel der Aufnahme in die Universität. Hier kann man, wenn man clever ist, als ewiger Student bleiben. Ansonsten wird man Schritt für Schritt weiter in die große Welt da draußen geleitet, die Welt der Familie, des Geschäfts und des Berufs."

LG
Stefan
Hallo Stefan,

Genau so wie Du mach ich es momentan. Es geht mir gut!
Bin 25 Jahre als Fotograf mehrere Monate im Jahr auf dem Globus unterwegs gewesen. In den Monaten hier dann ein
aufarbeiten und ein schauen was gibt es neues, wie gestalte ich mein Leben simple, so wie ich es bei den indigenen
Menschen gesehen habe. Meine Fotografie entwickelte sich von alleine weiter und alle paar Jahre gab es eine Erweiterung
zu neuen Themen.Dies konzentrierte sich auf das Wesen des Lichtes. Feinstofflich und Grobstofflich mich harmonisch
damit auseinanderzusetzen, da werd ich mit der Umsetzung zu Lichtobjekten noch ein breites Band vor mir haben.
Ich sehe diese Phase der Ruhe als unbewußte Plattform einer großen Harmonie.

Sozial konstruktiv verdient es jeder Mensch sich mit einigen Auszeiten in seinem Leben, neue Kräfte zu sammeln
und sich auf kommendes auszurichten.

LG Horst
"Sozial konstruktiv verdient es jeder Mensch sich mit einigen Auszeiten in seinem Leben, neue Kräfte zu sammeln und sich auf kommendes auszurichten."

Genau, Horst, da gebe ich Dir vollkommen recht. Ich halte mich momentan an die Devise: "Wenn du nicht weiter weisst, dann warte." (aus Peter Steiners Buch "Weisheit für Minimalisten").
Hallo Stefan...

also warten versuche ich mir gerade völlig abzugewöhnen...warten ist nüscht anderes wie darauf zu hoffen das das Leben mir bringen möge nach dem ich dürste...aber das genau ist bereits da ...in mir ... also kurzum ne Verstandesgewohnheit...das Jetzt ist zudem als Grundlage immer nicht gut genug...es wird also abgelehnt..und somit nie angenommen...die Gegenwart die nichts anderes ist wie Leben selbst man lehnt also immer wenn man wartet das Leben ab... gleichzeitig ist das Warten aber auch eine Gelegenheit das Leben wie es sich gerade zeigt anzunehmen...nämlich genau dann wenn man merkt das man wartet....sodala das war mein wort zum warten grins...

alles gute allen
Hallo Stefan,
also das mit dem Nichts tun beziehst du auf den Gesellschaftlichen druck? Funktionieren zu müssen nehme ich an. Ansehen, vermögend und so weiter...
Ich rate dir Gemüse zu pflanzen oder es zu Beobachten, wie es Wasser und Sonne braucht. Bei zu viel Sonne, was braucht da die Pflanze? Schatten? Wasser? Nährstoffe? Bei zu viel Wasser was hilft? Welche Nährstoffe sind gut? Verstehst du? Sich auf das wichtige zu Konzentrieren geht am besten beim nichts tun wollen.

Nichts tun, kann so schön sein.
Lieben Gruss.
@ Franzi

gleichzeitig ist das Warten aber auch eine Gelegenheit das Leben wie es sich gerade zeigt anzunehmen.

Schön formuliert. Ich bin zufrieden mit dem, was ist und nehme gerne an, was kommt.

@ Wandler

Nee, ich protestiere nicht gegen den gesellschaftlichen Druck, wenn Du das meinst. Obwohl es schon interessant ist, zu sehen, wie die Gesellschaft reagiert, wenn man nichts tut. Ex-Kanzler Schröder meinte zum Beispiel mal, es gäbe kein Recht auf Faulheit.

Ich nehme mir halt 'ne Auszeit, um wieder neue Ideen hervor zu bringen. Das Nichts tun macht ja auch nur Sinn, wenn man eine Phase des Tuns hinter sich hat. Jahrelang nur rumhängen macht sicherlich keinen Spaß. Mir geht es momentan um die Muße - da habe ich heute auch was Schönes zu gelesen:

"Muße, das ist die gehegte und gepflegte Langeweile, die willkommen geheißen und nicht etwa ausgeschlossen wird. Das Selbst muss die Langeweile aussitzen können, bis sie sich von selbst in den Zustand der Muße verwandelt; etwas anderes, als darauf zu hoffen, bleibt ihm ohnehin nicht übrig. Die Muße will erworben sein, nur durch die Ödnis der Langeweile hindurch führt der Weg zu ihr..... Es ist die leere Zeit, in der das Selbst 'sich wiederfindet', dass heißt seine Zusammenfügung, seine Kohärenz, diese körperlich-seelisch-geistige Integrität reflektiert und reorganisiert" (Wilhelm Schmid, "Mit sich selbst befreundet sein")

Interessant zu lesen in diesem Zusammenhang sind auch: Tom Hodgkinson: "Anleitung zum Müßiggang" und Wolfgang Schneider, "Die Enzyklopädie der Faulheit"

Oder das hier: http://www.zeitverein.com/framesets/fs_zeitverein.html

Es grüßt: Stefan
Hallo Dexter,

schön, dass es Dir so gut geht. Und interessant zu lesen, dass auch Dich eine Krankkeit dazu gebracht hat umzudenken. Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute!

Stefan

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