Zitat aus obigem Video:
Ein selbstgemachter Glaube ist wertlos. Der Glaube ist nicht etwas, was wir ausdenken und aushandeln. Er ist die Grundlage, auf der wir leben. Nicht durch Abwägung von Vor- und Nachteilen, sondern nur durch tieferes Hineindenken und Hineinleben in den Glauben wächst Einheit.
Weiß Papst Benedikt XVI., was er da sagt?
Wie ging sie denn verloren, jene Einheit, wenn nicht durch skrupellose kath. Kirchenfürsten, die ganz klar materielle Vorteile im Auge hatten, als Sie das Seelenheil der Gläubigen verhandelbar, ja, käuflich machten.
Diese waren es doch, die den Glauben zu etwas Ausgedachtem und Verhandelbarem machten indem Sie vermittelten, dass Raub Mord und Todschlag durch finanzielle Zahlungen an die Kirche auch bei Gott getilgt seien. Und waren es nicht Vordenker wie Eckhart, Hus, Luther etc., die eben solchen selbstausgedachten Glauben verwarfen, - also aufrechte Menschen, die ihren Glauben nicht verhandelbar machten und die exakt für diese Haltung mit: Anfeindung, Haß, Verfolgung, Hohn, Spott, Verdammung, Folter oder sogar mit dem Tod durch die Römisch Katholische Kirche abgestraft wurden?
Auf Seite 2 des nachfolgenden Threads habe ich den gekürzten Verlauf einer Diskussion, die ich hierzu mit Vertretern des katholischen Glaubens geführte habe eingestellt. Leider wurde die Diskussion seitens der dortigen Moderation gesperrt. Vielleicht ergibt sich hier die Möglichkeit den Thread fortzusetzen.
LG Elmar
Tags: 2011, Benedikt, Deutschlandbesuch, Erfurt, Glaube, Kirchenfürsten, Luther, Papst, Rede, Seelenheil, Mehr...XVI., selbstgemacht, skrupellos, verhandelbar
Permalink Antwort von Elmar am 14. Oktober 2011 um 10:13am Elmar schrieb:
wenn die Inhalte der Botschaft Jesu nicht als Grundlage des christlichen Glaubens gelten, dann wird der Glaube zu etwas Beliebigem und dann erübrigt sich auch jede Diskussion darüber.
Maurus schrieb:
Nur, dass du bereits definiert hast, was dieses Wort umfasst und welche Bezeugungsinstanzen es gibt. Da es offenbar möglich ist, das anders zu sehen, ist diese Festlegung bedeutungslos.
Elmar schrieb:
Es anders zu sehen ist selbstverständlich möglich, nur macht es die Glaubensformel: „Ich glaube an Jesus Christus" obsolet.
Maurus schrieb:
Wieso denn?
Elmar schrieb:
Sehr einfach. Weil ein Glaube an Jesus Christus sich auf Jesus Christus als einzige Bezeugungsinstanz bezieht. Weil er sich auf das bezieht, was dieser Mensch gelehrt und gelebt hat und weil ein solcher Glaube nicht zum Inhalt hat Menschen aufgrund ihrer Irrtümer, Fehler und Schwächen zu Verurteilen oder gar zu Bestrafen. Doch genau dazu fühlen sich manche christliche Kirchen befugt und berufen, allen voran die Römisch Katholische. Man mag dafür innerkirchliche Gründe anführen, man mag sich auf eigene Stauten oder Traditionen berufen, diese Auffassung hat aber nichts mit der christlichen Botschaft der Nächsten- und Feindesliebe gemein. Wer dieses Faktum negiert bzw. es in Berufung auf Jesus Christus hintergeht, der glaubt nicht an Jesus Christus, selbst wenn er die obige Glaubensformel spricht.
Fridericus schrieb:
Schwachsinn.
Elmar schrieb:
Weil ein Glaube an Jesus Christus sich auf Jesus Christus als einzige Bezeugungsinstanz bezieht. Weil er sich auf das bezieht, was dieser Mensch gelehrt und gelebt hat.
Maurus schrieb:
Tut mir Leid, aber das ist Unsinn. Jesus wandelt nicht mehr unter den Menschen, sondern ist in den Himmel aufgefahren. Es ist nicht möglich, ihn als Bezeugungsinstanz zu nehmen, weil wir ihn nicht fragen können.
Elmar schrieb:
Mit Verlaub, lieber Maurus, wenn eine Äußerung das Prädikat Unsinn verdient, dann wohl eher dieses letzte Statement von dir. Selbst aus katholischer Sicht sollte eine himmlische Präsenz implizieren, dass eine Kommunikation mit Jesus Christus auch heute noch möglich ist.
Permalink Antwort von Elmar am 17. Oktober 2011 um 7:59am Cantus schrieb:
Nimm einmal deine Bibel, und schüttle sie kräftig. Du wirst bemerken, dass da noch mehr Seiten sind, mit denen man einmal so richtig ungeniert lesen kann. Da ist später nämlich die Rede von einer Kirche, einer Vollmacht, auf Erden zu binden was auch im Himmel gebunden sein wird, etc.
Elmar schrieb:
Danke für den freundlichen Hinweis. Ich kenne die Bibel recht gut. Die von dir zitierte Stelle wird gerne im Sinne einer Machtposition interpretiert, welche der Kirche per se freie Verfügungsgewalt zuspricht - ich hingegen verstehe sie als eine Warnung des Auferstandenen.
Fridericus schrieb:
Schwachsinn.
Permalink Antwort von Elmar am 17. Oktober 2011 um 8:01am Elmar schrieb:
Nocheinmal: Wenn Papst Benedikt XVI. erklärt, dass der Glaube nichts Ausgedachtes ist, dass er nicht verhandelbar ist, dass es beim Glauben nicht um ein Abwägen von Vor- und Nachteilen geht, dann hat der Glaube also eine ganz konkrete Basis, an der nicht gerüttelt werden kann. Was aber könnte das anderes sein als die Lehre Jesu? Gründet sich der katholische Glaube nun auf die Lehre Jesu, so sollte der Papst, eingedenk seiner eigenen menschlichen Fehlbarkeit und der Schuld und Fehlbarkeit seiner Vorgänger bereit sein, Versöhnung zu üben, denn genau das fordert Jesus u. a. im Gleichnis vom Ungerechten Knecht. Vernachlässigt Papst Benedikt XVI. diese Forderung Jesu, so negiert er die Grundlagen des christlichen Glaubens und macht eben dadurch den Glauben zu etwas Ausgedachtem.
Maurus schrieb:
Die Lehre der Kirche leitet sich direkt von den Worten Jesu ab und berücksichtigt dabei die Lehren und Schlüsse, die die Theologie über Jahrtausende daraus gezogen hat. Es gibt keinen logischen Grund, wieso man jemandem zugestehen sollte, 1517 plötzlich den Stein der Weisen aufgetan zu haben und das alles besser zu wissen und zu verstehen als 50 Generationen vor ihm.
Elmar schrieb:
Und deine weiteren Ausführungen sind alles andere als ein Argument, denn auf dieser Argumentationseben lässt sich auch die Bedeutung des Christentums in Zweifel ziehen: Weshalb sollte es einen Grund geben eine Jahrtausende alte Religion, wie die jüdische von einem Galiläischen Wanderrabbiner reformieren zu lassen, der meinte es besser wissen zu müssen als 50 Generationen vor ihm?
Maurus schrieb:
Weil er der Sohn Gottes ist.
Elmar schrieb:
Dies halte ich wiederum gerade in diesem Zusammenhang doch wohl eher für ein reines Lippenbekenntnis. Denn, dass Luther mit dem Verwerfen des Ablassgeschäftes im Sinne Jesu gehandelt hat steht für jeden außer Zweifel, der den Inhalt des Neue Testaments auch nur annähernd kennt. Was also hatte Luthers berechtigte und längst fällige Kritik von 1517 mit dem Stein der Weisen zu tun? Oder findest du es etwa im Sinne dieses Sohn Gottes, dass Schuld vor Gott getilgt und dass der Sünder freigesprochen wird von Delikten wie Diebstahl, Raub, Mord und Totschlag wenn er eine entsprechende Geldzahlungen an die Kirche leistet? Sind solche skrupellosen Machenschaften auf Kosten jenes Jesus, den du hier als Sohn Gottes bekennst die Schlüsse der katholischen Theologie aus Jahrtausenden? Das ist doch wohl nicht dein Ernst.
Permalink Antwort von Elmar am 19. Oktober 2011 um 11:04am
Florianklaus schrieb:
Es ging bei der Reformation nicht nur um das Ablaßwesen.
Elmar schrieb:
Ach ja ? Wie kam es denn zum Ausschluss Luthers? Doch durch Kardinal Cajetan, der Luther in Augsburg unmissverständlich die Tür wies. Und was wurde da verhandelt bzw. was war der Grund dafür, dass Cajetan Luther hinauswarf? Der Ablasshandel! Und weshalb war Cajetan in dieser Sache so unerbittlich? Weil Luthers absolut christliche Auffassung die finanziellen Einkünfte der Kirchenfürsten störte. Aber ich verstehe: Luther wurde zurecht exkommuniziert, es existiert keine Teilung und die Kirche handelte mit Luther Rauswurf ganz im Sinne Jesu. Damit spart man sich jede Entschuldigung und jede kritische Auseinandersetzung mit der unrühmlichen Vergangenheit und die Welt ist wieder in Ordnung.
Fridericus schrieb:
Schwachsinn.
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