Tageslosung:
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Was sind Spirituelle Filme? Wenn man nur ein wenig darüber nachdenkt, merkt an, dass diese Frage gar nicht so einfach zu beantworten ist. Naheliegend wäre natürlich, dass es sich hier um Filme handelt, die spirituelle Themen aufgreifen, die also in irgendeiner Weise mit Fragen nach dem Woher und Wohin, nach dem Sinn des Lebens oder religiösen Fragen zu tun haben. Filme, die auch das Übersinnliche, das Leben nach dem Tod und dergleichen mit einschließen. Aber dann würden all die Mystery-Serien im TV mit dazu gehören, viele Fantasy-Filme ebenso und sogar so manches aus dem Horror-Film Segment! Natürlich gibt es Mystery- und Fantasy-Filme, die „spirituell“ genannt werden dürfen, eine Vielzahl aus diesen Genres allerdings nicht. An den Inhalten allein kann es also nicht liegen, ob ein Film ein spiritueller Film ist oder nicht. Was muss also dazu kommen?

Ein Ansatz sei hier genannt, und wir wollen gern mit Euch darüber diskutieren: Wir von der Tao Cinemathek sind am Ende zu der Überzeugung gekommen, dass ein Film dann „spirituell“ genannt werden darf, wenn er uns inspiriert, wenn er neue Perspektiven aufzeigt, Mut macht oder uns mit der tiefsten Quelle in uns in Verbindung bringt. Kurz: wenn er uns im Herzen berührt, wenn er „der Seele Flügel verleiht“.

Interessanterweise sind aus dieser Sichtweise auch Filme spirituell zu nennen, die vordergründig überhaupt nichts mit Spiritualität zu tun haben, in denen das Wort nicht einmal vorkommt.

Eines der schönsten Beispiele für uns ist etwa der schwedische Film „Wie im Himmel“.
Oder auch Dokumentationen wie „Rhythm is it“ oder „Blindsight“ wären hier zu nennen.

Natürlich sind da auch die ganzen Filme, die in den letzten beiden Jahren im Kino (oder auch nur auf DVD) erfolgreich waren, wie

- What the Bleep...
- ONE- Der Film
- Gespräche mit Gott
- Celestine

In diesen Filmen geht es explizit um spirituelle Themen. Einige sind aufwändig gemacht, anderen sieht man den low budget Charakter an.

Welche Filme fallen Euch ein? Was macht aus Eurer Sicht einen Film spirituell?

Wir sind neugierig auf Eure Beiträge ...

Tags: Filme, Spirituelle

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Antworten auf diese Diskussion

Als Dan Millman, Autor von "Peaceful Warrior" (Dt.: Der friedvolle Krieger") kürzlich in Berlin war, habe ich ihn gefragt, was aus seiner Sicht spirituelle Filme sind. Und es hat mich gefreut zu hören, dass er eine ganz ähnliche Auffassung vertritt wie wir...
(Video momentan nur in engl. verfügbar)


Sie können mehr Videos wie diese finden auf mein.weltinnenraum community.
Hallo Jörg, spirituelle Filme, ja, das sind Filme die mich, das Herz berühren sicherlich - und dabei müssen sie nicht unbedingt einen direkt spirituellen Inhalt haben.
Ich glaube, Authentizität ist für mich ein entscheidendes Kriterium, ob mich ein Film berührt. Jemand geht seinen Weg - auch gegen Widerstände - unbeirrt, nicht blind, mitfühlend, wach. Ob er oder sie dabei Erfolg hat, sei dahingestellt. Im Hollywood-Kino muss ein Erfolg her - oder ein Misserfolg. Für mich kann das Ende offen bleiben - früher bin ich oft vor Schluss aus dem Kino gegangen. Ich möchte Unterhaltung, klar - aber eine vorgefertigte Antwort oder ein Ergebnis brauche ich nicht - wie bei meinem eigenen Leben. Daher liebe ich Filme mit offenem Ende, deren Handlung ich ein Stück begleiten darf. Da ich die meisten Filme, die ich gut finde, mehrmals sehe, gibt es immer wieder eine Chance das Ende mitzubekommen, oder vorher mit einem Freund/In zu diskutieren, wie es wohl ausgehen wird.
Hallo Jörg!
Für mich ist ein Film dann spirituell, wenn ich durch eine gut erzählte Geschichte mein eigenes Menschsein spüre - wenn ich in 90 Minuten eine Fülle von menschlichen, nachvollziehbaren Erfahrungen vermittelt bekomme: Liebe, Schuld, Vergebung, Wut, Trauer, Güte... Die Liste mag jeder selbst fortführen. Deshalb sind Filme wie Die Verurteilten, Magnolia, L.A. Crash, Green Mile und In America für mich durchaus zu den spirituellen Filmen zu zählen. Mir ist immer lieber, wenn die Spiritualität sozusagen "en passant" geschieht, als dass sie zu stark im Vordergrund steht und somit Gefahr läuft, oberflächlich oder gar kitschig zu wirken. So muss Spiritualität ja auch IN unserem Leben stattfinden und nicht als besonders hervorgehobener Sonderbereich.
Ganz neu habe ich diesen Trailer entdeckt, in dem schon eine Menge von dem Beschriebenen aufscheint:


Viele Grüße,
Dirk

P.S.: Der Song in dem Trailer ist übrigens von Bruce Springsteen - der für mich auch spirituellere Musik macht als alle Mantra-SängerInnen zusammen. Bei Musik sehe ich das ähnlich wie bei Filmen...
Liebe Ulrike,

danke für Deinen Beitrag. Diesen Film habe ich damals leider verpasst und dann ist er leider in Vergessenheit geraten. Jetzt kommt er sofort auf die Liste derer, die ich mir als DVD besorgen muss. Danke für den Hinweis, bin gespannt!

Grüße, Jörg
Lieber Jörg,

spirituelle Filme, sind für mich Filme, die entweder eine Wirkung auf die spirituelle Dimension in uns haben oder in anderen Ebenen (zum Beispiel im Emotional- oder Mentalkörper) auf diese Dimension hinweisen.
Ob diese Berührung bewußt oder unbewußt geschieht, ist eine Frage der "persönlichen" Wahrnehmung. Ein Film kann also scheinbar für mich spirituell sein und für Dich nicht. Wenn dieser Film aber eine Intention hat, die aus dieser Dimension kommt - WIRKT der Film für uns beide im Spirituellen.

Besten Gruss, Leander
Ja, "Dead Man Walking" hätte ich fast vergessen. Da ist der Titelsong übrigens auch von Springsteen...
"Sister, I won't ask for forgiveness, my sins are all I have..."


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Lieber Leander,

so "berührt" wurde ich erst letzte Woche durch einen aktuellen Film ( 7 Leben), er brachte mich so sehr in meine Traurigkeit, dass sich tief darunter die universelle Liebe klar und deutlich zeigte. Und nicht nur mir ging es so, ich möchte sagen mindestens das halbe Kino wurde in dieser Weise berührt. Die Besucher gingen nach Ende des Films leise und ruhigen Schrittes aus dem Kinosaal und nahmen eine Energie mit hinaus, die ganz offensichtlich die draußen Wartenden berührte.

Liebe Grüße, Martina
Für mich sind Filme spirituell, die auf die innere Verbundenheit der Welt und die evolutionäre Entfaltung des Lebens hinweisen. Das Wort "spirituell" wird dieser heutigen Vielschichtigkeit kaum (mehr) gerecht.
Und noch eine Beobachtung aus meinem amerikanischen Umfeld mit seinem spezifischen Pragmatismus ("Was nützt es mir - jetzt?, "Was kann ich praktisch damit anfangen?").
In den letzten Jahren erschienen in den USA etliche Bücher oder besser Manuals, die für die Arbeit mit "spirituellem Film" konkrete Handlungsanweisungen geben. Für Therapie und Selbsterfahrungsgruppen, als Didaktik etc.
Fällt in D kaum jemand ein. Dafür diskutieren wir die Theorie, so wie hier :-) .
Letztlich ist beides notwendig.
Meiner Meinung nach ist der Begriff " Spiritueller Film " ein Ghetto. Er wird der Filmkultur im Wesentlichen nicht gerecht.
Viele Künster der Filmgeschichte waren in ihrem Ausdruck zutiefst spirituell oder zumindest auf der Suche nach Antworten auf die meist selbe Frage : " Wer bin ich ?"
Ob ein Film Vorsätzlich Spirituell genannt werden kann nur weil offensichtlich ein Spirituelles Thema oder gar ein spiritueller Lehrer dort zu sehen ist , ist für mich dahin gestellt...Die Warheit wird dadurch nicht Warhaftiger. Sonst wären die meißten Bibelverfilmungen gelungene Machwerke der Filmgeschichte. Tatsächlich waren die meißten Bibelverfilmungen bisweilen nur großer und sehr lauter Kitsch.Meiner Meinung nach könnte man diesen Hang zum schlechten Geschmack auch auch vielen neueren Spirituellen Filmen nachsagen. Aber über Geschmack leäßt sich bisweilen Streiten .
Mir wäre ein leisere Etikettierung ( Wenn es den unbedingt eine Sein muß ) lieber . Gerade die Film der neuen Generationen der Filmemacher spiegeln immerwieder auch eine tiefe Auseinandersetzung mit sich selbst und großen Menschlichen Fragen wieder . Es sind die kleinen stillen Filme die es oft nur kurz in die Kinos schaffen. Insbesondere in Deutschland .Oft genug weil die Amerikanische Filmübermacht diese Filmkultur schon im Ansatz erstickt .Ich kann mir nicht Vorstellen das es einen Filmemacher oder Produzenten gibt der auch noch einen Spirituellen Film machen will und dabei kommerziell mit den Großindustrie auf diesem Markt konkurrieren will. Und die die es versuchten haben große Opfer bringen müßen um überhaupt ihre Werke zu realisieren. Sie wissen ja .Auch die Filmindustrie ist nur eine Wirtschaftsmaschiene.
Allein die Umsetzung solcher Projekte waren schon spirituelle Akte :
Denken sie nur an " Der Große Diktator " von Charles Chaplin und der unglaublichen Schlussrede.
Peter Books Inszenierung der "Mahabarata"oder an die Filme Andrej Tarkowskijs .
Für mich sind alle Filmkünstler Spirituell die den Mut haben in ihrer Zeit der Gesellschaft einen Spiegel Vorzuhalten .

Liebe Grüße

Dan Olshan
Hallo Dani,

vielen Dank für diese klugen und treffenden Worte! Ich kann dem nur weithin zustimmen. "Solaris" von Andrej Tarkowski hat mich in seiner spirituellen Tiefe damals im Kino geradezu überwältigt - ich habe ihn mir gleich dreimal innerhalb von 10 Tagen angesehen ... Gleichwohl wäre für mich "der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten" allein noch nicht spirituell. Das kann oft politisch oder sozial motiviert sein, obgleich sich auch dann gelegentlich spirituelle Aspekte "einschleichen", velleicht sogar unbewusst.

Bestes!
Jörg
Lieber Jörg ,
Diese Diskussion ist warscheinlich so alt wie die Filmkunst Selbst. Der Künstler Spiegelt die Gesellschaftlichen Verhältnisse mit seiner Kunst.Oder hält er ihr gar ein Vergrößerungsglas vor und schaut sich Details an? Die besten von ihnen waren für mich auch große Lehrer ( auch im spirituellen Sinne).Doch der Wohl treffenste Versuch Spiritualität in die Postmoderne Kunst zu integrieren gelang meiner Meinung nach Peter Brook mit seinem Buch " Der Leere Raum". Die Sakrale Wurzel der Theaters wird von ihm zum ersten mal wieder in die Kunstgeschichte der Postmoderne Rehabilitiert. Und er geht noch weiter. Er suchte diese Wurzel in seinen Arbeiten mit einem hinreißendem Ensamble und schafft tatsächlich eine neue Theaterästhetik. Ob er dem "heiligen Theater" dabei näher gekommen ist , weiß ich nicht.
Gibt es etwas vergleichbares in der Filmgeschichte? Obwohl die Möglichkeiten der Filmtechnik durch Computer und Digitaler Technologie immer besser geworden sind . Die Bilderflut ist immer bombastischer geworden und hat in viele Filme fast schon Opernhafte Züge bekommen ( zB Herr der Ringe) . Wir sind im Stande Bilder zu kreieren die den Bildern im Traum immer ähnlicher werden. Der Naturalismus des Digitalen Bildes ist in seiner Detailverliebtheitt schon an die sichbaren Grenzen gestoßen. Highdefinition sieht mehr als mit bloßem Auge . Doch die Leere dahinter können die Kameras nich filmen.Wenn man eine Inzinierung von Peter Brook erlebt hat versteht man was sofort das eigendliche Problem der Filmkunst ist : Sie bleibt eine Konserve .
Viele Spirituellen Lehrer lehrten aus dem Augenblich heraus .Ihre Belehrungen richteten sich sehr konkret an eine Person oder ein Gruppe.Jedoch stellt man auch fest das viele spirituelle Lehrer die Kamera lieben.
Ich bin immerwieder überrascht wie viel sehr bekannt Lehrer es schon zu Youtube geschafft haben. Selbst Yogananda . Dem man noch deutlcih die unbefangenheit mit diesem Medium anmerkt.
Andere wurden ja mit der Kamera zu wahren Meistern der Selbstinszinierung.Das eigendliche Problem jedoch bleibt erhalten. Es sind immernoch Konserven. Diesmal mit dem Etikett " Spirituell wertvoll".
Die eigendliche Gefahr besteht doch darin das wir so nur spirituelle Konsumenten ohne wirklich daran teilzuhaben . Geschweige den an uns zu arbeiten.
Spiritualität verkommt zu einem Wheinachtsmärchen das uns bestenfalls für kurze Zeit etwas erleuteter fühlen lässt.Ich hoffe , lieber Jörg , meine Worte sind nicht zu provokant.Aber es macht für mich tatsächlich einen Unterschied ob ich an einer direkten Begegnung mit einem spirituellen Lehrer auch rein körperlich Teilhabe oder nicht , und ob dieser Lehrer mir eine direkte Belehrung zukommen läßt oder "nur" in eine Kamera spricht.Es gab Lehrer die die Qualität ihrer Belehrung von der Qualität der Aufnahmefähigkeit ihrer Schüler abhängig machten. Das kannst du zum Beispiel im Buch von Chogyam Trungpa " spirituellen Materialismus Durchschneiden " nachlesen .
Es heißt dort : " Wie sind hier zusammengekommen , um etwas über Spiritualität zu erfahren . Ich habe Vertrauen zu der echten Qualität dieser Suche , doch wir müßen ihren Charakter in Frage stellen, den das Ego kann alles zu seinen eigenen Nutzen verdrehen- selbst Spiritualität. Es unternimmt ständig den Versuch sich die geistigen Lehren zu seinem eigenen Vorteil anzueigenen . Die Lehren werden als ein Sache behandelt , die von aussen zu uns kommt , als ein Philosphie , die wir nachzuahmen suchen. Tasächlich wollen wir uns garnicht damit indentifizieren oder eins werden.
Wenn unser Lehrer daher vom Verzicht auf das go spricht , unternehmen wir einen Täuschungsversuch, unternehmen die entsprechenden Schritte , machen die passenden Gebärden, doch in Wirklichkeit wollen wir überhaupt nichts von unserer Lebensweise aufgeben. Wir werden zu versierten Schauspielern , und während wir dem wahren Sinn der LEheren gegenüber den Taibstummen spielen , empfinden wir eine gewisse Zufriedenheit unter dem Vorwand, auf dem Weg zu sein."
Der westliche Bodymind ist also einem Fernsehbild garnicht so unähnlich...

Korrektur : go = EGO

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