Hölle, Verdammnis und Jüngstes Gericht - diese Bilder hat die Kirche im Mittelalter und der Renaissance den Gläubigen in den schillernsten Farben vor Augen gemalt. Die Furcht vor der ewigen Verdammnis sollte die Menschen in den Schoß der Kirche locken. Bis heute vermittelt die katholische Kirche , dass allein sie die wirksamen Heilswerkzeuge besitzt, die den Menschen vor dem Zorn Gottes erretten können. Eine Religion der Angst? Mich würde interessieren, was ihr unter dem jüngsten Gericht bzw. einem Tag der Gerechtigkeit versteht ?
Tags: Gericht, Hölle, Jüngstes, Kirche, Verdammnis
Permalink Antwort von Elmar am 17. Oktober 2011 um 9:15am Elmar schrieb:
Ich persönlich neige zu der Ansicht, dass das jüngste Gericht, von dem Jesus spricht, auf dieser Überzeugungsebene (also durch die Überzeugung, selbst für alles Tun verantwortlich zu sein) erst möglich wird.
Lys schrieb:
Wer sich aber seiner Unfreiheit, seines "Geworfenseins" bewusst wird, wer darüber betroffen ist, der kommt nicht ins Gericht. Sehe ich das richtig?
Liebe Lys,
so zumindest vermittelt es Jesus. Doch aus der Anerkenntnis der menschlichen Unfreiheit soll neben der Betroffenheit und dem Bedauern unserer selbst noch eine weitere wesentliche Konsequenz gezogen werden: Das Bedauern unseres Nächsten und die Erkenntnis, dass wir aufgrund unserer eigenen menschlichen Fehlbarkeit und Befangenheit, nicht das Recht haben, unseren Mitmenschen zu verurteilen.
Dem Gericht entgehen wir durch Annahme der Geisteshaltung Jesu, der auch seinen Feinden am Kreuz verzieh und der damit umsetzte was er selbst lehrte:
"Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn exakt das Maß, das ihr bei anderen anglegt, wird man auch bei euch anlegen." ..."Vergebt, und euch wird vergeben werden."
Leider hat insbesondere die Katholische Kirche diese Ursächlickeit -dass das Potential der Vergebung vollkommen in uns selbst liegt- unkenntlich gemacht indem sie den Wert der sog. Sakramtente höher stellt, als unsere Bereitschaft zu verzeihen bzw. nicht zu verurteilen. So wird dem Gläubigen suggeriert, dass bestimmte rituelle Handlungen und Zeremonielle das bewirken könnten, was doch nur unsere -zu Christus hin- veränderte Geisteshaltung, was unser Glaube an seine Botschaft vermag.
Liebe Grüße
Elmar
Permalink Antwort von Elisabeth Marichal am 18. Oktober 2011 um 8:41am Ja, und nicht nur das. Das jüngste Gericht ist jetzt. Es war schon immer jetzt. Wir befinden uns schon seit jeher in der End-Zeit, also an dem Punkt, an dem die Zeit endet (und wo sie zugleich ihren Ursprung hat). Darum sagt Gott (= das Jetzt): "Ich bin der Anfang und das Ende."
Die Welt geht permanent unter, denn was bleibt von dem, was jetzt ist? Nichts. Alles wird permanent vernichtet.
Elisabeth sagte:
Das jüngste Gericht findet in jedem selber statt in dem man sich all das was bewusst amcht was sich in einem abspielt und entsprechend beurteilt, bewertet und vergibt.
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