Tageslosung:
Heile Deinen Körper A-Z


Philip benutzt in seinem Video-Interview ein Bild, welches mich nachhaltig beeindruckt hat. Er spricht davon, dass wir in unserer Zeit in spiritueller Hinsicht nicht mehr im Restaurant sitzen, wo wir alles fertig zubereitet vorgesetzt bekommen, sondern dass wir selbst in der Küche stehen, die verschiedenen Zutaten vor uns ausgebreitet, und dass es an uns ist, ein schmackhaftes Mahl zu kochen.
Es gibt keine "reine Lehre", sondern wir selbst, unsere individuellen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Talente, unsere ureigene Sehnsucht und unsere Erfahrungen mischen sich mit den Wegen unserer Vorfahren zu neuen Traditionen. Unser Leben macht die unterschiedlichen Pfade, auf denen Heiden aller Art heute gehen, lebendig.

Was meint Ihr? Glaubt Ihr, es ist besser einer vorgegebenen Tradition zu folgen oder sich selbst etwas zu "kochen"? Und falls Ihr letzteres bevorzugt: Welche "Zutaten" sind Euch besonders wichtig?

Tags: Carr-Gomm, Druiden, Tradition, Weg

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Antworten auf diese Diskussion

Bevor mein ein Restaurant als sein "Lieblingsrestaurant" bezeichnen kann, muss man vorher in diversen anderen Restaurants gegessen haben, um zu beurteilen, welche Details das "Lieblingsrestaurant" zum absoluten Favoriten machen...Mit der Spiritualität ist es -meiner Meinung nach- genauso: es gibt soooo viele verschiedene Ansätze, Stile und Traditionen. Am Anfang mag einem dies wie ein Dschungel vorkommen. Um sich darin zu orientieren, sollte man alles was einen auch nur ansatzweise interessiert austesten, ausprobieren, mitmachen! So kann man für sich selbst herausfinden, welcher Stil, welche Tradition dem eigenen Naturell am nächsten liegt, welche Praxis man am besten in sein eigenes Leben integrieren kann oder welche Tradition einem in der speziellen Lebenslage am ehesten Antworten auf die persönlichen Fragen geben kann!
Aber auch im "Lieblingsrestaurant" bekommt man die Dinge fertig zubereitet vorgesetzt, oder?!
Ich frage mich, ob wir nicht selbst in der Verantwortung stehen, unseren ganz eigenen Weg zu gehen - ohne irgendeine traditionelle Anbindung... Ob wir all die Traditionen vielleicht eine Weile wie ein Werkzeug nutzen können, sie dann aber hinter uns lassen müssen, um frei und ohne unnötigen Ballast unsere Wanderschaft auf dieser Welt fortzusetzen...
Etwas näher ausgeführt habe ich das hier:
http://mein.weltinnenraum.de/profiles/blogs/im-freien-fall
Die große Gefahr dabei ist natürlich unser Ego, was sich einbildet es besser zu wissen als alle anderen, inklusive der Traditionen - aber andererseits: Wer sollte sonst wissen, was gut für uns ist?! Vielleicht hängt es von der Intensität des Kontaktes zu sich selbst (zu seinem wahren Selbst) ab...
Und dann gibt es natürlich noch die Traditionen (wie z.B. das moderne Druidentum), die sich genau in dieser Rolle sehen: Einfach Werkzeuge zur Verfügung zu stellen (oder "Zutaten"), ohne ein Bekenntnis zu einem vorgefertigten Dogma zu fordern. Das könnte in der Tat zu meinem "Lieblingsrestaurant" werden...
Um Traditionen hinter sich zu lassen und sich wirklich seine ganz "eigene Suppe" kochen zu können, denke ich, dass es schon wichtig ist, sich für eine bestimmte Richtung/ Tradition / Stil zu entscheiden. Wenn man wirklich tief in eine bestimmte Tradition vordringt, kann man sooo viel lernen und kann auch sagen "ich gehöre einer Gemeinschaft an" und kann sich in dieser Richtung weiterentwickeln!
Das Ziel ist natürlich weiterhin flexibel zu bleiben und offen zu bleiben für andere Einflüsse, denn letztendlich streben ja alle Traditionen das gleiche an.....
Persönlich fühle ich mich sehr gut aufgehoben, nicht mehr "Yoga-Hopping" zu betreiben, sondern "fest" einer Yogagemeinschaft anzugehören, die mir trotzdem noch genügend Freiheit bietet, meine Suppe zu würzen....
Eine Tradition unterstützt den Einzelnen, gibt Halt und Kraft. In einer Gemeinschaft kann man viel mehr bewegen, als alleine. Wenn man genügend gefestigt ist, kann man vielleicht alle Traditionen hinter sich lassen?!?....das kommt denke ich auf den Einzelnen an....
Ja, ich glaube auch, dass es gut ist in einer Tradition zu starten und dort wirklich in die Tiefe zu gehen - aus dieser Tiefe heraus kann sich eine Freiheit entwickeln, die die Dogmen der jeweiligen Tradition transzendiert und uns auch die Gemeinsamkeiten mit anderen Traditionen erkennen lässt.
Das mit Küche und Restaurant ist ein interessanter Vergleich. Mein Großvater pflegte zu sagen: Probiere alles und behalte für dich was dir gut tut. In meiner Familie bin ich mit verschiedenen religiösen Gemeinschaften zusammen gekommen. Manchmal habe ich nach dem Sinn der Rituale gesucht, die anderswo nicht auftauchten. Heute lebe ich mit ihnen und in diesen Traditionen. Doch ich suche immer noch nach Neuem, was mir gut tut.

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