Dr. Kai Romhardt, *1967, begleitet als Berater, Trainer und Coach Menschen und Institutionen auf der Suche nach dem Wesentlichen. Seine Schwerpunktthemen sind innovative Organisationsentwicklung, Selbstmanagement, Work-Life-Balance und Achtsamkeitsmeditation. Er studierte Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsakademie Hamburg sowie an der Universität St. Gallen und ist Doktor der Sozialwissenschaften mit Vertiefung in Management und Organisation. Darüber hinaus absolvierte er ein Aufbaustudium in humanistischer Psychologie an der Universität Hamburg und ein Studium der buddhistischen Psychologie und Achtsamkeitsmeditation im Kloster und internationalen Meditationszentrum Plum Village. 2004 gründete er das Netzwerk Achtsame Wirtschaft, das die Potenziale buddhistischer Lehren auf die Wirtschaft überträgt.
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Interview mit Kai Romhardt / Sep. 2009
Frage: „Was machen Sie denn so?“
Antwort: „Gerade jetzt?“
Frage: „Nein, was Sie beruflich machen!“
Antwort: „Seminare, Achtsamkeitstage und Meditationsretreats leiten, Bücher und Artikel schreiben, das Netzwerk Achtsame Wirtschaft auf- und ausbauen, Lehraufträge und Vorträge halten, eine Lesereise planen, Menschen in ihrer beruflichen Veränderung begleiten. Das ist das aktuelle Programm.“
Frage: „Und was beschäftigt Sie in dieser Arbeit?“
Antwort: „Wie wir durch effektives Geistestraining und die Kultivierung von Achtsamkeit als Einzelner, als Gruppe und als Gesellschaft, glücklicher werden und selbstgemachte Probleme und Konflikte auflösen, Hierbei schaue ich mir insbesondere Themen wie unseren persönlichen Umgang mit Wissen, Zeit, Geschwindigkeit, Konsum, Arbeit und Geld an. “
Frage: „Wieso diese Themen?“
Antwort: „Ich habe drei Bücher zum Thema Wissensmanagement geschrieben, die mir viel Wissen und akademische Meriten eingebracht, aber mich in meiner persönlichen Entwicklung nicht wirklich weiter gebracht haben. Wissen ohne Weisheit ist unvollständig. Ein klares Verständnis von Zeit und Geschwindigkeit scheint mir ebenfalls wesentlich für unser Lebensglück. Und die Bedeutung einer achtsamen Arbeitshaltung, eines bewussten und maßvollen Konsums und eines achtsamen Umgangs mit Geld und Finanzen werden ja in meinem Buch »Wir sind die Wirtschaft» behandelt.“
Frage: „Was ist Ihre Vision?“
Antwort: „Eine Gesellschaft, die ihren Erfolg am Bruttoglücksprodukt und nicht am Bruttosozialprodukt misst. Die Verbreitung von Methoden der Achtsamkeitsschulung in Krankenhäusern, Klassenzimmern, Gefängniszellen, Unternehmen und anderen Organisationen. Ich wünsche mir Universitäten mit Meditationshallen, Laptops mit Achtsamkeitsglocken und einen deutschen Obama. Ja, und die stündliche Wiederentdeckung des eigenen Lächelns. Global. “
Frage: „Und persönlich?“
Antwort: „Eine Organisation aufzubauen, die mit zeitgemäßer Technologie die Achtsamkeitspraxis breiten Multiplikatorenkreisen zur Verfügung stellt. Ich möchte das Netzwerk Achtsame Wirtschaft mit engagierten, mutigen Mitstreitern weiterentwickeln. Und für das offen bleiben, was das Leben bringt, und nicht zuviel planen. Und: Meine persönliche Praxis vertiefen. Ich freue mich auf mein nächstes Langzeitretreat, auch wenn dieses noch Jahre entfernt zu liegen scheint.“
Frage: „Was bereitet Ihnen besondere Freude?“
Antwort: „Eine Abenteuertour mit meinem Sohn Jonathan durch die Wannseewälder – mit oder ohne Pilzfund. Stilles und kraftvolles Dharmaglück mit meiner Frau Bettina und das gemeinsame Erforschen des Großen Lebens als Gefährten. Zeit in meiner spirituellen Heimat Plum Village verbringen. Ein Gedicht, das geboren werden will und das ich aufschreiben darf. Eine Tasse Kaffee bei den bonanza coffee heroes.“
Frage: „Haben wir noch etwas vergessen?“
Antwort: „Bestimmt. Ausbildungsfakten, berufliche Stationen, Bücher, Angebote und anderes finden sich unter
www.romhardt.com und
www.achtsame-wirtschaft.de.“