angeregt durch die ausführlichen beiträge über spirituelle kunst in der neuen connection stelle ich mir eine frage neu, die mich schon lange bewegt: wieso gibt es im literarischen bereich mehr spirituelle sachbücher als spirituelle oder philosophische romane? warum suchen die leser mehr das buch mit dem "fingerzeig" des autoren als die lose scheinende geschichte, die weisheit und erfahrung verpackt? ich denke, dass diese zeit eine zeit des direkten dialogs ist und ein sachbuch ist eben oftmals auf "du und du" geschrieben. oder eben auch auf der ebene der ich-perspektive erzählt und berichtet. neben dem sachbuch als theoretischem einblick in eine thematik rangiert der praktische leitfaden ganz oben. was aber ist mit dem roman, der kurzgeschichte, dem gedicht, die allesamt das spektrum der interpretation dem leser überlassen? hat es einen geringeren wert, wenn die deutungshoheit beim leser bleibt? oder ist nicht gerade das inspiration pur?
mich würde interessieren, welche literarische arbeit euch - neben dem sachbuch - am meisten für den inneren weg geöffnet hat und warum?
ich selbst habe in canettis "blendung" viel über kleingeist, musterbrille und ungesunde vergeistigung gelernt; in de beauvoirs "fosca" frieden mit der vergänglichkeit geschlossen und in merciers "nachtzug lissabon" meine unabdingbare sakrale innere natur entdeckt.
jetzt ihr !
beste grüße
ina
Tags: gedicht, inspiration, kunst, kurzgeschichte, romane, sachbuch