Tageslosung:
Heile Deinen Körper A-Z
Was ist Achtsamkeit? Ist es einfach im jeweiligen Augenblick völlig bei seinem eigenen Tun zu sein? Im Sinne von: Wenn ich gehe, dann gehe ich; wenn ich esse, dann esse ich; wenn ich Musik höre, dann gehe ich gänzlich in der Musik auf?
Das würde ich als Konzentration verstehen, als Fokussierung.
Oder ist es das völlige Öffnen der Sinne? Ein völliges Gegenwärtigsein allem gegenüber, was ist? Eine grenzenlose Erweiterung meines Blickfeldes? Also eher ein Beiseitetreten meiner Konzentration... leer werden... annehmen können...
Was meint ihr? In welchen Momenten seid ihr achtsam?

Tags: Gegenwart, Meditation, Vipassana

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Antworten auf diese Diskussion

Hallo Dirk,

für mich ist Achtsamkeit eine von mir bewusst erfahrene Aufmerksamkeit/Konzentration.

Wenn ich mir darüber ganz klar bin, was ich gerade im gegenwärtigen Moment mache (fühle/sehe/rieche/schmecke/empfinde/vergeistige) und mir ein wenig dabei über die Schulter schaue, dann sehe ich mich achtsam: Ich bin dann zwar in meiner Welt handelnd, aber auch ein Stück weit nicht von meiner Welt, weil ein wenig von aussen drauf schauend, die Position des stillen Beobachters einnehmend.

Wenn ich mir nicht darüber klar bin, was ich gerade mache (fühle/sehe/rieche/schmecke/empfinde/vergeistige) sondern es "nur" tue (gewissermaßen unbewusst und halb- oder vollautomatisch), ohne mir dabei über die Schulter zu schauen, dann bin ich "nur" in der Welt. Das kann konzentriert geschehen oder auch nicht. Achtsam ist es nicht, denn der stille Beobachter wird nicht aktiv.

So sehe ich das.

Viele Grüße
Jens
Hallo Dirk,

Achtsamkeit ist eine sorgfältige Aufmerksamkeit, die wach und tastend durchs Leben geht. Als ich diese Haltung bei einen Stressbewältigungskurs kennengelernt habe, sind meine "christlichen Augen" aufgegangen und mein geistliches Leben veränderte sich dramatisch. Seitdem habe ich gelernt über mich und meine Motivationen zu wachen, ich komme viel schneller dahinter, welche Illusionen ich reite (oder sie mich?) und habe mein gesamtes Leben umgestellt.

Meine Mitarbeiter haben sich darüber amüsiert, dass ich im Gespräch - gerade wenn es etwas emotional wird - erst "Stop!" sage und frage, was wir gerade diskutieren und worauf es ankommt, um eine größere Achtsamkeit zu erzeugen. Es hilft aber, sowie die Meditation am morgen.

Shalom
Ich glaube Achtsamkeit geht über das: "bewusstsein was ICH gerade mache", hinaus.
Es ist ein Weg der mich dauernd damit konfrontiert was um mich herum und in mir selbst passiert. Es ist mehr als Aufmerksam sein (was für mich mehr eine fokusierung auf ein Ding ist) Achtsamkeit ist für mich, mich zur Sensibilität zu schulen, mir immer bewusst zu machen, das alles was ich tue etwas in Gang setzt, das ich selbst nicht mehr kontrollieren kann. Also ausserhalb meiner eigenen Kontrolle und mein Zutun liegt.
Achtsamkeit bedeutet für mich auch, sich mit mir selbst auseinander zusetzten, mit meinen "guten" wie weniger "guten" Seiten. Mir selbst bewusst zu sein, als Teil einer Ganzheit, also auch mit dem was ausserhalb meines eigenen Ichs liegt. Ich glaube Achtsamkeit ist der erste Weg aus dem dualen System.

Grüße von Johanna
Hallo Johanna - das hat mich sehr angesprochen, dass Achtsamkeit über das "Bewusstsein, was ich gerade mache" hinausgeht. Ja - ich sehe das genauso - die Frage, die jetzt in mir auftaucht ist: "Kann das Bewusstsein auch über das hinausgehen, was ich wahrnehme?" Ist Bewusstsein gekoppelt an meine Wahrnehmung? Also - WIE funktioniert das Bewusstsein oder bzw. die Wahrnehmung? Indem ich alles was auftaucht aufmerksam /achtsam beobachte? Was taucht auf? Gedanken, Gefühle, Körperemfpindungen - und diese muss ich wahrnehmen, um sie beobachten zu können. Kann ich auch ausserhalb von MIR wahrnehmen? Mit was nehme ich wahr??? Hm - bin grad selbst verwirrt...
Liebe Grüße, Sonja
Hallo Erwin!
Das sehe ich ähnlich. In letzter Konsequenz bedeutet das für mich, das ICH gar nicht achtsam sein kann, sondern dass in der geschehenden Achtsamkeit, dort wo die Dinge sind wie sie sind, das ICH in den Hintergrund tritt und stattdessen nur noch Wahrnehmung IST.
Das Einzige, was ich tun kann, ist meinen Geist auf Augenblicke der Achtsamkeit vorzubereiten, d.h. die Angst meines Ego NICHT zu sein, hinter mir zu lassen.
Viele Grüße,
Dirk
Alles was ich tue, sollte einen gewissen Sinn haben, über welchen ich mir im Klaren sein sollte.
Diesen Sinn während meiner Gedanken und Handlungen nicht aus "den Augen zu verlieren" ist für mich Achtsamkeit.

Und genau wie Dirk schon erwähnte, es ist das EGO, welches dieses so schwierig macht.

Viele Grüsse

Ralf

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