Tageslosung:
Heile Deinen Körper A-Z
Hallo in die Runde,
vor mir liegt ein kleines Büchlein, betitelt mit "Dhammapada" - Worte des Buddha, ich lese und schmökere von Zeit und Zeit und eigentlich immer wieder gerne darin. Einige von euch mögen es kennen. Als ich das Buch vor mir liegen sah und gerade mal schauen wollte, was in der Gruppe "Buddha-Dharma" hier so geschieht, kam mir eine Idee: ich hätte Lust gemeinsam ein wenig die Texte/Verse hier mit euch zu besprechen und in ihrer Wirkung wie auch Bedeutung oder konkreten Beispielen zu erläutern. So ein wenig wie bei den täglichen Lektionen im "Kurs in Wundern", nur halt versweise für die Dhammapada.

Der Klappentext beschreibt die Dhammapada mit folgenden Worten:
"Die Dhammapada (Worte der Weisheit) besteht aus 423 Versen, welche der Buddha bei 305 Gelegenheiten aussprach zum Wohle der Menschheit. Diese Sprüche sind durch ihre Schönheit und Wahrheit von besonderer Wichigkeit, um vielen Menschen hilfreich beiseite zu stehen."

Die Zahl von 423 und die Nähe zu den 365 Tagen des Jahres brachte mich auf die Idee, im Jahreslauf einmal hier gemeinsam die Dhammapada und ihre Verse durchzugehen, zu kommentieren und einfach ein wenig darüber auszutauschen.

Hat jemand Lust dazu?

Der Schwerpunkt könnte - muss aber nicht - in der KONKRETEN Bedeutung im Alltag haben, die der jeweilige Vers für dich haben könnte, zuletzt gehabt hat oder welche Gedanken dir auch immer dazu in den Sinn kommen. Ich weiss selbst noch nicht genau, was daraus werden könnte,aber ich möchte diesen Stein einfach einmal ins Rollen bringen - wenn er gut

Online findet sich das ganze versweise unter folgender Url auch frei im Internet zugänglich:
http://www.dhammapada.de/

Auch wikipedia spart nicht mit Hintergrund-Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Dhammapada

Wir könnten das in Reihenfolge der Verse oder "frei nach Wahl und Schnauze" einfach in kunterbunter Mischung machen.

Ich fange mal vorne an mit Vers 1:
--/*/--
Die Erscheinungen werden vom HERZ* angeführt,
vom HERZ beherrscht,
vom HERZ hervorgebracht.
Wenn ihr mit verdorbenem HERZEN
sprecht oder handelt,
folgt euch Leid --
wie das Rad des Wagens
der Spur des Ochsen,
der ihn zieht.


HERZ (manas): Der Geist in seiner Rolle als Wille und Absicht.

--/*/--

Hmm? Was kommt mir da so alles in den Sinn. Alles eine Frage der Einstellung - könnte man sagen. Hege ich einen Geist, eine Meinung, so habe ich eine Einstellung - mein Kurs ist für die kommende Situation fest gelegt. Das blöde daran ist ja meist, das man den einmal eingeschlagenen Kurs oft nicht ändern kann: ist die Situation im Alltag angespannt, wird man selbst es auch, ist es zu locker, lässt man sich vielleicht auch zur Faulheit hinreissen, ist der Kurs - was mir in der konkreten Situation nicht immer gleich präsent ist - mißlaunig, egoistisch, wütend, ängstlich, verzagt oder sonstwie negativ, so kommt es meist doppelt zurück. Eine Erfahrung, die wir alle wohl tagaus tagein zuhauf machen. Beispiel: Ungeduld beim allabendlichen Zähneputzen-Ritual, beim Mach-bitte-die-Musik-nun-aus-und-tu-bitte-das-was-ich-dir-nun-schon-zum-siebten-Mal-in-Folge-sage-Ritual mit den Kindern...

Ich werde morgen mal darauf achten, wann der Geist mich mit den Dingen in die Irre führt und mich - einmal af Abwege gebracht - verderbten Geistes sprechen lässt. Denn "verderbten Herzens/Geistes" sprechen machen wir alle wohl im Alltag mehr als uns lieb ist. Achten wir morgen vielleicht einfach einmal auf das Pferd des verderbten Geistes, das uns vor seinen Wagen spannen möchte..

Was kommen euch spontan zu Vers 1 für Gedanken in den Sinn?

Hat jemand Lust, hier im "Rundflug durch die Dhammapada" ein wenig Austausch, Anregung zu praktizieren?

Viele Grüße aus Kiel
Jens

Seitenaufrufe: 3

Antworten auf diese Diskussion

Hallo Jens!

Die Idee finde ich prima - da würde ich gern mitmachen. Kannst Du mir die genaue Ausgabe des Dhammapada nennen, die Du vorliegen hast? (Ich vermute, es gibt zig Übersetzungen, oder?) Stellst Du dann immer den Vers und Deinen Impuls dazu ein? Dann würde ich gern spontan darauf antworten... Ist eine gute Gelegenheit, sich auf regelmäßiger Basis mit so einem Text auseinanderzusetzen... Wobei die Regelmäßigkeit vielleicht gar nicht täglich sein muss, sondern immer dann, wenn Du dazu kommst.

Nach soviel Form jetzt aber zum Inhalt:
"Alles eine Frage der Einstellung" scheint mir schon mal eine gute moderne Umschreibung dessen, was im Originaltext gesagt ist. Wenn das Herz, unser Innerstes, falsch gestimmt ist, so zieht es unheilsame Gedanken, Worte und Taten nach sich... Ich denke, das kann jeder bei sich beobachten. Dein Beispiel mit den Kindern ist da sehr gut. Wenn ich selbst entspannt bin und "in mir ruhe", dann können die kleinen Vandalen noch so wüten - ich finde das dann eher lustig und auf erfrischende Weise lebendig. Wenn ich selbst aber völlig genervt bin, aus irgendwelchen Gründen neben mir stehe, dann gehen mir die gleichen Dinge, die mich sonst amüsieren, total an die Nerven...

Wenn ich meinem Tag einen "Rahmen" aus morgendlicher und abendlicher Meditation gebe, gelingt es mir besser, ruhig zu bleiben und die "Dinge" so zu nehmen, wie sie eben kommen. Manchmal hilft mir auch etwas, das man früher "den dritten Ort" genannt hat: Wenn ich zwischen Arbeit und Zuhause noch irgendwo anders vorbeischaue (manchmal setze ich mich dazu einfach in die Kirche in der Nähe) und dort zur Ruhe komme, bevor ich dann nach Hause gehe. Dann lässt man die Arbeit wirklich "hinter sich" und schleppt sie nicht mit nach Hause, was niemandem bekommt...

Man begegnet der u.U. stressigen Situation zuhause dann mit geklärtem Herzen, was einfach eine ganz andere Herangehensweise ermöglicht... Neues Herz, neue Augen, neue Sicht und neues Verständnis...

Soweit meine ersten Gedanken zu diesem Vers.
Herzliche Grüße,
Dirk
Hi Dirk, toll, dass du so schnell (hatte ich gar nicht mit gerechnet) den Faden aufgenommen hast. Vielleicht mag noch sonst wer aus der Gruppe mit "spinnen", so dass aus den Fäden ein illustres Netz wird?

Ergänzend zu deinem "dritten Ort" in deiner Antwort fällt mir das Ergebnis einer Untersuchung ein, der zu Folge die meisten Strietigkeiten justamente in den ersten 10 Minuten der Heimkehr des Partners nach Hause "aus der Luft gegriffen werden" - sozusagen das Sprechen mit "verdorbenem Herzen" in Aufruhr.

Seit ich das weiss, bin ich immer dann still, wenn mein Sohn oder meine Frau gerade aus der Schule bzw. von der Arbeit nach Hause kommen bzw. nehme mich selbst zurück, wenn ich "gerade eben" erst daheim bin, Das mit der Ruhepause vor der endgültigen Heimkehr habe ich früher auch mal gemacht, ich werde es mal wieder mit einer Extrarunde um die Häuser der Nachbarschaft aufnehmen - hat mir einen Impuls gegeben.

Du fragtest nach der Version die mir vorliegt, ich habe ein Buch vorliegen, allerdings können wir uns auch auf folgende Internet-verfügbare Version einigen, damit dann alle auch dann mal einen Impuls geben können, wenn mir mal nicht gerade danach zu Mute ist:
Dhammapada im Netz

Hat noch wer Lust "mitzuspinnnen"?

Viele Grüße
Jens
Hallo,
ich würde vorschlagen, dass wir als Quelle der Zitate das zur freien Weitergabe bestimmte Material unter folgender Adresse benutzen: http://www.dhammapada.de/ - ist vielleicht urheberrechtlich gesehen, besser.

Ich habe in den letzten Tagen in der Tat noch ein paar Male an den "Verderbten Geist", der sich unsereins bemächtigt, gedacht, sei es ein schnell dahingesagtes Wort oder auch der ein oder andere Blick.

Doch wo Schatten ist, kann Licht nicht weit entfernt sein, und so stelle ich heute mal aus der Dhammapada den zweiten Vers ein:

--/*/-- Dhammapada - Vers 2 --/*/--
Die Erscheinungen werden
vom Herz angeführt
vom HERZ beherrscht,
vom HERZ hervorgebracht.

Wenn ihr mit ruhigem, klarem HERZEN
sprecht oder handelt,
folgt euch Glück,
wie ein Schatten,
der nie weicht.
--/*/--


Schön wärs! Nein - Scherz beiseite, immer dann, wenn ich schneller reden, denken, handeln möchte und zur Unüberlegtheit neige, immer dann erwische ich mich zum Glück in den Momenten. Das war früher nicht immer so, denn in unbesonneren Zeiten war auch ich kampfes- und argumentierlustig. Heute sehe ich vieles ruhiger und gelassener. Ein wenig erinnert mich der obere Teil an die Spiegelung - so wie im innen, so auch im außen erscheint und und unserem Gemüt/Herzen die Welt. Ich bin froh, wenn ich eine ruhende Achtsamkeit in all dem Trubel wahren kann. Ich bin froh, wenn meine Mitwelt mich dann, wenn ich ausser Form geraten bin, ruhiger werden lässt, in dem sie mir meine Unruhe - die natürlich noch in mir ist - ihrerseits mit ruhiger und besonnerer Stimme wieder gibt. Bewusstes Atmen hilft schon sehr, das Herz in ruhige und abgeklärte Bahnen zu bringen, die sich von Ego-Scharmützeln nicht aus der Spur bringen lassen. Ich versuche in Streitigkeiten des Alltags, die bei keinem Ausbleiben, demnächst wieder vermehrt, den Gleichklang herzustellen, damit der Schatten des Glücks dann noch öfter an einem "dran" bleibt.

Ruhig und klar zu bleiben - das habe ich mir für morgen mit besonderem Augenmerk vorgenommen.

In diesem Sinne
Auf bald!
Jens
Die Erscheinungen werden
vom Herz angeführt
vom HERZ beherrscht,
vom HERZ hervorgebracht.


Bedeutet dieser Vers, dass die Erscheinungen, also die Welt der Dinge, vom Herzen erzeugt werden? Ein Konstruktivismus, der besagt, dass die Welt nur in unserem Kopf existiert, eine Illusion, ein Traum, aus dem wir aufwachen müssen?
Oder bedeutet es, dass die Wahrnehmung der Erscheinungen vom "Zustand" unseres Herzen abhängt?

Ich tendiere eher zu letzterer Textinterpretation, weil ich mit den im Umlauf befindlichen Theorien, dass die Welt nur in unserem Bewusstsein existiert, also "vom Herz hervorgebracht" wird, wenig anfangen kann. Ich glaube, die Welt IST --- unabhängig von uns, nur wie wir uns ihr gegenüber verhalten, liegt an unserer Einstellung, unserer Achtsamkeit, unserer Wahrnehmung...
Daran kann man arbeiten - und mit größerer Achtsamkeit wird auch die Dankbarkeit für das eigene Dasein und das Dasein der Welt größer, womit auch das Glück anwächst.

Henry David Thoreau hat mal geschrieben: "Nur der Tag bricht an, für den wir wach sind." Das klingt für mich nach einem guten Motto, was meinem Verständnis des Textes aus dem Dhammapada entspricht... Diese Wachheit schlägt sich dann auch in unserem Verhältnis zu anderen Menschen nieder: Wie wir mit ihnen umgehen, wie wir denken und sprechen und handeln. Sind meine Gedanken, Worte und Taten heilsam oder nicht? Führt mich mein "Herz" zu Taten, die anderen Wesen und mir gut tun? Trage ich zum Glück auf der Erde bei oder mehre ich das Unglück?

Viele Grüße,
Dirk
Hallo zusammen,

nach einem kleinen Verschnaufer möchte ich gerne den nächsten, den dritten Vers der Dhammapada hier einstellen und frei aus dem Bauch heraus meine spontanen Gedanken schreiben.:

Vers 3 auf www.dhammapada.de lautet:

Er beschimpfte mich,
schlug mich,
besiegte mich,
beraubte mich
jenen, die darüber grübeln,
kommt ihre Feindseligkeit nicht zum Erliegen.


--*--

Solches Denken ist immer noch häufig, ja allgegenwärtig, man muss sich nur eine Weile mit offenen Augen und Ohren durch die reale Welt und die Welt der Gedanken bewegen: "Warum kannst du nicht endlich tun, was ich dir schon einhundertmal gesagt habe?" "Idiot - nimmst mir einfach die Vorfahrt" "Das werde ich dir heimzahlen." "Wie kann man nur...." "Sowas würde ich nie machen, guck dir mal die an, wie stupide die sind" "Eigentlich bin ich nicht nachtragend, aber so ewas kann man ja nun wirklich nicht machen, das kann ich nicht durchgehen lassen." - die Reihe der Hin-und-Herbeschimpfungen, Herabsetzungen, ja des Auge um Auge - Zahn um Zahn Denkens ist wohl seit jeher eines der Grundprobleme der Menscheit gewesen. Beschimpfungen im kleinen wie im großen, Herzens-, Rosens- und Bombenkriege - all das zählt dazu.

Das blöde daran ist ja, dass es dem vermeintlichen "Übeltäter" schon längst wieder gut geht, wenn ich noch wie ein mentaler Wiederkäuer den dornenhaltigen Brei meiner Vorstellungen mit schmerzbehafteten Gedanken durchkaue.

Nun ist es ein leichtes, so etwas aus der fernen Warte, quasi auf dem Hochsitz fernab der Welt festzustellen und zu bemängeln. Viel schwerer - wir alle arbeiten wohl alle mehr oder minder daran - ist es doch, sich selbst inmitten der Welt in derartigen Gedankengängen auch selbst wiederzuerkennen und zwischen durch bewusst inne zu halten. Man lebt ja schließlich nicht auf nem anderen Stern, sondern (hoffentlich) mittendrin. Wie oft habe ich in letzter Zeit Menschen offen oder verdeckt, bewusst oder ohne, dass ich es wusste, herabgesetzt und mein ich über das ihre gestellt, frage ich mich gerade. Wahrscheinlich mehr als mir lieb ist. Wenn gleich ich mir zur Regel gemacht habe: "Reagiere nicht auf Egos!" - klappt leider auch nicht immer. Wer weiss, wann ich anderen in meinem gestärkten und frisch gebügeltem, faltenfreien und reinweissen Ego-Kostüm über den Weg laufe (und wahrscheinlich nerve)... Hmm...

Es ist schwer, sich aus den Fluten des in Vers 3 beschriebenen Denkens an das rettende Ufer der goldenen unberührten Mitte durchzukämpfen, wenn man einmal in den Fluss gefallen ist und schon nass geworden ist - und trotz äußerer (oder selbstgemachter innerer) Anfeindungen gelassen zu bleiben. Hier ist Geduld vonnöten, wenn es doch mal wieder turbulenter wurde. Hier ist auch Kraft vonnöten, nicht weiter mitzuschwimmen.

Das Loslassen der dem Leben innewohnenden Verletzungen, des unvermeidlichen Leidens ist sicher eine große Kunst, die zu Erlernen wir alle hier sind.

Der Schmerz ist unvermeidlich (wie die Freude) - es kommt darauf an, sich in beidem nicht zu verlieren.

Akzeptanz und Vergebung - Vor allem deshalb, weil sich die Feindseligkeit sonst in uns festsetzt, wo sich die ursprünglich auslösende Situation schon längst in Luft aufgelöst hat. Das ist ja leider die Crux daran...Wer dieses Spiel, das im Alltag leider verbreitet ist, mitspielt, findet sich schnell auf der Verliererseite dessen wieder, der der Angst und der Wertung und Abwertung und aggressiven Tendenzen (laute Worte, Türenschlagen sind da noch die harmlosen Varianten) zu viel Raum gibt und das anzieht, was er eigentlich meiden möchte. Der dir die Vorfahrt nahm, so dass du ne Vollbremsung machtest und dich noch zwei Ampeln später mit Herzrasen daran wütend erinnerst und das ein oder andere Schimpfwort nicht daran hindern konntest deine Lippen zu passieren, du sitzt noch voller Unruhe, während der andere zwei Meter weiter gerade voller Freude mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen seinem Lieblingsong im Radio lauscht und dich schon längst vergessen hat, wenn er dich denn überhaupt länger als nur einen Augenblick wahrnahm.

Wem hilft all die Aufregung?
Bringst du Feindseligkeit zum Erliegen oder hältst du sie am leben?

Das frage ich mich heute und morgen einmal, wenn die Situation es hergibt.

Viele Grüße
Jens
Hallöchen,
wo Schatten ist (das war ja der Tenor eines selbst zu lang am Leben gehaltenen Schatten in Vers 3) da kann das Licht nie weit entfernt sein - beruhigend!

Und so heisst es in Vers 4 der Dhammapada auf www.dhammapada.de dann auch:

'Er beschimpfte mich,
schlug mich,
besiegte mich,
beraubte mich'
--jenen, die nicht darüber grübeln,
kommt ihre Feindseligkeit zum Erliegen!


Welch göttliche Fähigkeit in Form eines "Auf dem Absatz-Kehrt machens" eines Instant Moments all das vergeben, vergessen und verzeihen, was wenige Augenblicke zuvor noch die Emotionen hoch kochen ließ.

Ich arbeite dran, das gebe ich zu. Wenn es mal heiß her ging und ein Wort das andere wechselte und emotionale Verletzungen nicht ausblieben. Ich arbeite immer noch dran, denn mein Gedächtnis lässt mich leider manchmal nicht im Stich und ruft mir Gelegenheiten vor die Augen, die mich ärgern und doch schon länger her sind.

Mir hilft dabei auch die fragende Übung
Wenn du einst auf dem Sterbebett liegst...das wäre jetzt zu pessimistisch, also: wenn du mal 80 bist, wie würdest du über diese Situation wohl rückblickend denken? War sie die Aufregung wert? Oftmals erkenne ich dann, dass die meiste Aufregung umsonst ist, nur leider verlege ich in mancher Aufregung den Schlüssel zu dieser befreienden Übung.

Steter Tropfen höhlt ja bekanntlich den Stein...

So denn, immer wenn ich diesen Vers 4 zukünftig vor Augen habe oder immer wenn mir eine Situation diesen Vers vor Augen ruft, dann möchte ich sagen können:

Schwamm drüber!

Auf bald!
Jens
Huhu!

ja, ein wenig LEER ist es hier, aber das macht nichts (Leere ist ja eh eine Art Hero im Dhamma ;-) ), vielleicht füllt es sich ja noch. Ich werde auch mal wieder den Faden aufnehmen und heute abend oder so mit dem nächsten Vers weiter machen.

Danke für dein Lob ob des Humors, ich bin mir dessen beim Schreiben gar nicht so bewusst, da ich immer das in die Tasten klimpere, was gerade in der Gerümpelkammer des Geistes an Gedanken auf Abholung wartet. Es hat mich gefreut, dass dich die Texte erfreuen. Ich glaube zu nem Buch reicht das noch nicht ganz, vielleicht mal "Ein Kurs in Wundern für Dummies"... ;-)

Dein Erlebnis ist beeindruckend, zeigt es doch die Wirksamkeit des "Schwamm drüber", die sich erst auf den zweiten, manchmal dritten Blick und manchmal aussen stehenden kaum oder gar nicht erschließt.

Du schriebst:
Irgendwann wurde es ganz still in mir und ein großer Frieden erfüllte mich. Dann konnte ich sehen, wie die Seele dieser Frau als Werkzeug Gottes gedient hatte und es überkam mich eine große Dankbarkeit und Liebe für sie.

Von aussen drauf geschaut vollzieht sich mir dieser Wandel noch nicht so ganz. Denn DU hattest ja gegrübelt, Rachefeuerchen angezündet, wo kam dieser Friede und die Dankbarkeit "plötzlich" her? Kannst du das noch ein wenig erläutern?

Alles Liebe
Jens

Huhu,
bezauberndes Lichterspiel hier!!!

Ich mache mal weiter:
http://www.dhammapada.de/, Vers 5;
Feindseligkeiten kommen nicht
durch Feindseligkeiten zum Erliegen,
egal was passiert.
Feindseligkeiten kommen
durch Nicht-Feindseligkeit zum Erliegen:
dies - eine nie endende Wahrheit.
--*~~*--

Den Hass mit Liebe ersticken?

Mich schreit jemand an, und ich reagiere nicht
Mich trickst jemand aus, und ich reagiere nicht….
Mich hintergeht jemand, und ich reagiere nicht

Nicht?
Oder doch?
Natürlich reagiere ich, nur:
: ich warte den kleinen, entscheidenden Moment, in dem die Feindseligkeit und Ablehnung mir den Verstand vernebeln, noch ab und erst wenn wieder klare Sicht ist, mache ich weiter. Erst dann. Denn dann ist der Raum für eine vernünftige Reaktion.

Erst dann! „Zähl bis 3, fühl deinen kleinen Zeh, kratz dich am Ohr, fass dich an die Nase, schau aus dem Fenster, blick kurz auf den Boden. Atme ein, zwei Mal durch. Dreh dich um und verrichte irgendeine Handlung (die Schublade auf und zu machen, die Schuhe zubinden, am Nagel knabbern oder was auch immer)“ – irgend sowas sage ich zu mir bzw. mache ich, um den Impuls zur Spontanreaktion zu übergehen.

Ich probiere, nicht DIREKT auf Feindseligkeit zu reagieren.
Warte, warte nur ein Weilchen!

Es gibt in feindseligen Situationen leider keine prompt-direkte Lösung nach dem Motto „Deckel auf, heiss Wasser drauf“ und fertig die 5-Minuten-Terinne der Harmonie, die wir immer dabei haben.
Soweit die graue Theorie, wäre toll, wenn das immer so klappen könnte, ich bin natürlich weit entfernt davon, dieses Programm munter runter zu spulen.

Wie oft habe ich mir das schon vorgenommen, vorher.
Wie oft war ich schon enttäuscht, hinterher. Wie oft bin ich mürrisch geworden, habe lauter, als zum reinen Hören nötig gesprochen, die Stirn gerunzelt und dergleichen mehr.

Ich war mal wieder mittendrin.

Manchmal kann ich mir mittendrin sogar zuschauen, ist manchmal eigenartig.
Aber mit jedem Mal klappt es besser.
Reagiere nicht auf Egos!
Das trainiere ich, nun schon eine ganze Weile.
Werde nicht zum Ego!
Auch darin bemühe ich mich, immer, immer wieder.

Was passiert da mit mir? Vorhang auf zur Ego-Show! Auf, auf ins Varieté:
Immer dann, wenn mein Gegenüber oder ich selbst die Bühne, die die Bretter der Welt von Schmerz und Feindseligkeit, der Angst und der Schuld (Ego eben) bedeuten, betreten. Dann erinnere ich: DIESES Mal, spielst du nicht mit, lässt dir keine Rolle verpassen. Dieses Mal bleibst du im Publikum sitzen, überlässt die Hauptrolle jemandem anders. Manchmal, meistens…ja meistens sieht es anders auf, wenn der Feind der Feindseligkeit im Anmarsch ist.

Wenn es das nächste Mal heisst: Vorhang auf zur Ego-Show, hier ist deine Eintrittskarte! Auge um Auge, Ego um Ego, Zahn um Zahn.

Dann: Mach ich diesen Vorhang zu!

Warte, und gib das zurück, was man mir nehmen wollte: Aufmerksamkeit, Verständnis und Mitgefühl.
Kratz mir an der Nase oder fass mir ans Ohr oder was auch immer die Wolke der Feindseligkeit wie im Fluge am Horizont des Himmels aufsteigen, erscheinen, durchziehen und vergehen lässt. Mir kommen derartige Momente, in denen der Unmut, die Ablehnung in mir ihr Drama in 3 Akten veranstalten, mitunter vor wie eine Ewigkeit, bei genauerer Betrachtung dreht sich meist doch nur um einen Kürzestfilm weniger als 60 Sekunden.
Wichtig auch zu beachten, dass die „Feindseligkeit“ eine Reaktion von MIR, ein Produkt MEINER Gedanken ist, ICH kann mich also aufmachen, hier MEINE Hebel in vernünftigen Händen zu halten versuchen. Ist mehr als einen Versuch wert.

In diesem Sinne!

Egal was passiert….

Alles Liebe
Jens
Hallo Jens und Dirk,
ich habe den Austausch über der Dhamapada bemerkt und würde gerne von Euch lernen. Ich habe entsprechend einige Fragen:
Der erste Abschnitt heißt doch „Paare“ und führt, so wie es oft in Weisheitsliteratur ist, Gegensätze vor. Kann man also den ersten Vers ohne den zweiten betrachten?
Schauen wir aber dennoch den ersten Vers vor, so fällt mir auf, dass die Erscheinungen (oder woanders: „alle Erfahrungen“) von meine Wille und meinen Absicht angeführt, beherrscht und hervorgebracht werden. Also, werden meine Erfahrungen wesentlich von meine Wille und meinen Absichten geprägt und nicht umgekehrt?
Ist es tatsächlich so, dass eine verdorbenen Wille und verdorbene Absichten immer Leid nach sich ziehen, mit der gleichen Gesetzmäßigkeit, wie das Rad des Wagens der Spur des Ochsens folgt?
Mit herzlichen Grüßen
Hallo Dirk,
Ja, ich habe auch gefragt ob meine Erfahrungen wesentlich von meine Wille und meinen Absichten geprägt werden und nicht umgekehrt? Du hast aber eine interessante Variation angesprochen, dass die Wahrnehmung unserer Erfahrungen dadurch geprägt oder gefärbt wird.

Sieht man uns Menschen an, so sind ziemlich alle Erfahrungen subjektive Natur, oft erzählt aus unserer eigenen Perspektive – unklar, dass es andere Perspektiven gibt. Aber, in dem Augenblick, als ich eine andere Perspektive gewahr werde, fängt die Subjektivität ein wenig dem Objektiven zu weichen? Insbesondere dann, wenn ich vielleicht mein eigene Anteile am Geschehen vorgehalten bekomme, ist der Konstruktivismus hin, oder?

Ebenso, wenn den verdorbene Willen und verdorbene Absichten mit der gleichen Gesetzmäßigkeit, wie das Rad des Wagens der Spur des Ochsens folgt, immer Leid nach sich ziehen würden, dann wäre das Verdorbene kurzlebig, oder nicht? Ich bin darauf gekommen, weil im gegensätzlichen Vers das Glück dem ruhigen, klaren Herzen immer folgt. Ich wünschte mir diese Gesetzmäßigkeit, doch ich erlebe sie selten

Mit herzlichen Grüßen
Hallo Robert, danke für deine Zeilen.
Mit dem Hinweis, dass man die Paar-Verse besser auch paarweise betrachten kann, ja sie eigentlich sogar derart betrachten sollte, hast du sicherlich Recht.

Das mit dem HERZ, das die Quelle deiner Erscheinungen (Gedanke, Wort, Tat) ist, sehe ich in der Tat so wie in der Dhammapada beschrieben. Frage ich jemanden schlecht gelaunt nach dem Weg, darf ich keine großartige Freundlichkeit erwarten. Mache ich das gleiche mit einer soliden Portion Freundlichkeit, sieht die Welt schon gleich ganz anders aus.

Es gibt auch einen treffenden Spruch, wonach wir auf unsere Gedanken achten sollten, denn sie bilden die Grundlage unserer Handlungen, die Handlungen bestimmen unseren Charakter und der Charakter geleitet uns durch das Schicksal. Wenn ich also an der Quelle wache, welcher Art der Gedanke wohl sein mag, der da gerade das Licht der Welt erblickt, und mich dann entscheide, ob ich ihn dorthin ziehen lasse, von woher er kam (aus dem NICHTS) oder aber ob ich ihn weiter mit Aufmerksamkeit verfolge (und zu einem ETWAS) mache - dann tue ich den ersten Schritt, um nur Handlungen aufzunehmen, die dem Pfad gerecht werden.

Um das allerdings wie ein Profi zu beherrschen, reicht ein Leben nicht aus wie ich finde, aber wir können jeden Tag von neuem üben.

Alles Liebe
Jens

RSS

Das Forum für Spiritualität

Mein Weltinnenraum ist die deutsche spirituelle Community (= Gemeinschaft) der J.Kamphausen Mediengruppe.

Einheit - Vielfalt - Jetzt.
Spiritualität und spirituelles im Alltag.

Chat, Forum, Blog, Video, Trailer und vieles mehr.

Mitglieder

Moderatorenanfragen

Kontak zum Moderatorenteam
Infos über unsere Moderatoren

Bitte beachtet auch unsere >>Netiquette >> Massnahmenkatalog und den Auszug aus unseren Nutzungsbedingungen

Geburtstage

Fotos

  • Fotos hinzufügen
  • Alle anzeigen

Anzeigen:

Empfehlungen aus dem Weltinnenraum:

Therapeutic Touch
neu als
E-Book & Print on Demand erhältlich

Krieger: Therapeutic Touch

Das magische Kräuterjahr
Feste, Rituale, Kräutermagie, Küchenzauber

Das Magische Kräuterjahr

Herzenslust
Sprecher: Christoph Gaugler
Herzenslust

Achtsam leben
Wie geht das denn?
Thich Nhat Hanh Achtsam leben



Werden Sie zum Guerilla-Gärtner

Seedballs-Broschüre

 

Partner-Websites:


Badge

Laden…

© 2012   Erstellt von Leander von Kraft.

Badges  |  Ein Problem melden  |  Nutzungsbedingungen