Tageslosung:
Heile Deinen Körper A-Z
Was unterscheidet die einzelnen Bezeichnungen und Wege im Buddhismus (ZEN, Theravada usw)?
Welcher Weg könnte für einen "Westler" der verständlichste Weg sein?
Sind Rituale wirklich wichtig (Räuchern, Gebetsmühle, Opferschälchen usw.), um sich mit dem Buddhismus zu beschäftigen?
Ist der Buddhismus nur eine Modeerscheinung, oder eine erstgemeinte Glaubensrichtung für die westlichen Menschen?
Ist es wichtig sich nur für einen Glauben zu entscheiden, oder ist es wichtig sich mehreren Glaubensrichtungen zu öffnen, um dann den eigenen Weg zu finden?
Braucht man einen Lehrer um Buddhist zu werden?

- Zu mir, ich fühle mich dem Buddhismus sehr verbunden, doch kann ich mich (noch) keiner Richtung zuwenden, da mir noch zu viele Informationen fehlen. Was ich immer wieder an mir selbst feststelle ist, dass ich z.B. nicht meditieren muss, um in einen tiefen Bewusstseinszustand zu kommen, ich brauche auch keine typischen Ritualgegenstände um mich der Philosophie zuzuwenden.

Ich würde mich freuen, wenn ich hier die Möglichkeit habe, mehr über die einzelnen Wege zu erfahren, um mich mehr und intensiver mit dem Buddhismus auseinanderzusetzen.
Danke
Liebe Grüße von Johanna

Tags: Buddhaweg, Buddhismus, Dharma, Gautama, Pfad, Samsara, Siddhartha, der, mittlere

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Antworten auf diese Diskussion

Liebe Johanna!
Ich kann hier nur meine persönliche Meinung kundtun, da ich mich nicht für einen Experten auf dem Gebiet des Buddhismus halte. Ich denke, dass der Buddha seine gesamte Kultur mit all ihren Konventionen und Regeln hinterfragt hat, dass er sich mit der Wirklichkeit der uns umgebenden Dinge auseinandersetzen wollte und der wriklich wahren Wirklichkeit des Seins ins ungeschminkte Gesicht schauen wollte.
Ein radikaler Weg, der in die Freiheit führt. Ritualgegenstände, Räucherwerk - all diese Handhabbarmachungen des Spirituellen, spielen m.E. nur eine untergeordnete Rolle. Für mich sind sie eher uninteressant.
Ich möchte Dir zwei Bücher empfehlen, die ich als wirklich gute Einführung in den Buddhismus (oder vielmehr in das, worum es dem Buddhismus wirklich geht) ansehe:
Stephen Batchelor, Buddhismus für Ungläubige (Fischer Verlag)
und
Steve Hagen, Buddhismus kurz und bündig (Goldmann Verlag).
Beide Bücher bewegen sich jenseits von Glauben, jenseits vom Metaphysischen und sind deshalb dem, was der Buddha ursprünglich lehrte, besonders nah.
Vielleicht schaust Du Dir diese Bücher mal an, ich kann mir vorstellen, dass sie bei Deinen Fragen hilfreich sein könnten.
Herzliche Grüße,
Dirk
Lieber Dirk, nun meine Frage stellte ich letztes Jahr. Inzwischen habe ich mich nicht nur durch Bücher zum Thema gelesen, sondern auch Antworten auf spirituelle Hintergründe erlangt. Ich weiß jetzt wo ich stehe.
Ich danke dir trotzdem für deine Worte, sie haben einiges noch bestätigt. Das Buch von Seve Hagen, Buddhismus kurz und bündig, habe ich unteranderem auch gelesen. Ich denke, das Beiwerk für Menschen wichtig ist, die Rituale brauchen (sich festhalten möchten). für mich war es oft nur lästig, ich brauche eher die Möglichkeit die Spiritualität im Alltag zu erleben und das hat sich mittlerweile ermöglicht.

Dir liebe Grüße von Johanna
Liebe Johanna,

ich möchte versuchen Deine Fragen aus meiner Sicht zu beantorten:

a) Sind Rituale wirklich wichtig (Räuchern, Gebetsmühle, Opferschälchen usw.), um sich mit dem Buddhismus zu beschäftigen?

Nein, Räucherstäbchen schaffen eine nette Athmosphäre (für die, welches es mögen), Gebetsmählen, naja, und Opferschälchen - kommt auf die Ausrichtung/Schule des Buddhismus an. Das GEBEN, also GROSSZÜGIGKEIT ist ja eine der BEFREIENDEN HANDLUNGEN !

b) Ist der Buddhismus nur eine Modeerscheinung, oder eine erstgemeinte Glaubensrichtung für die westlichen Menschen?

Nun, es ist vielleicht nicht ganz korrekt, den Buddismus als Glaubensrichtung zu bezeichnen, auch wenn das in den Medien gerne getan wird. Spiritualität und Lebenseinstellung sind vielleicht auch einfache bezeichnungen. Modeerscheinung, nein sichernicht, aber das kommt auf den Einzelnen an. Buddhismus baut sehr auf eigenen Erfahrungen auf, die aus der Praxis entstehen... da merkt der Einzelne gleich ob Buddhismus das Richtige für einen ist.

c) Ist es wichtig sich nur für einen Glauben zu entscheiden, oder ist es wichtig sich mehreren Glaubensrichtungen zu öffnen, um dann den eigenen Weg zu finden?

Das Wort "Glaube" bezieht sich hier wiederum auf die Glaubensreligionen wie Judentum, Christentum und Islam.
Hier wird man erzogen, dumm an etwas zu Glauben was einem jemand, meist in irgendwelchen Gewändern, erzählt.
Sicherlich kann man gleichzeitig Christ sein, aber auch der Lehren und der Spiritualität des Buddhismus folgen.
Für mich persönlich ist es wichtig nur eines zu wählen, sonst verwirrt man seinen Geist nur noch mehr...und wir wollen ja das Gegenteil erreichen.

d) Braucht man einen Lehrer um Buddhist zu werden?

Um Buddhist zu werden schadet es sicher nicht bei einem Lehrer Zuflucht zu nehmen und sich einer Sangha anzuschliessen.
Bei mir ist es so, das ich 1999 mei einem Lama Zuflucht bekommen habe und auch mehrere Jahre lang einer Sangha angeschlossen war. Es ist wichtig, wiederum zur Vermeidung von Verwirrung, von erfahrenen Buddhisten ein wenig geführt zu werden. Das hat mir sehr geholfen. Da ich nun nicht mehr in der Nähe einer Sangha wohne, komme ich aber auch ganz gut allein zurecht. Gerne helfe ich Dir bei der Beatwortung neuer Fragen.

Zu guter Letzt: Welches ist der beste Weg im Westen ?

Nun, das kommt wiederum auf den Einzelnen an. Wieviel Zeit man opfern möchte, wie meine Lebeseinstellung als Ganzes ist.
Die Ausrichtungen des Buddhismus haben alle das gleiche Ziel: Das Erkennen des eigenen Geistes (Erleuchtung).
Allerdings gibt es auch diesem Weg verschiedenen Methoden, für welche mehr oder weniger Zeit und Praxis aufgewendet werden sollte. Ganz wichtig ist es sich eingehend und tiefgründig mit den folgenden Themen zu befassen !:
1.) Die vier edlen Wahrheiten
2.) Die sechs befreienden Handlungen

Eine sehr gute Einführung in die Thematik findest Du hier:
http://www.buddhismus-schule.de/inhalte/gliederung.html aber es gibt noch viele andere. Versuche aber eine Richtung zu wählen, die sehr offen ist und nicht versucht, ihren eigenen Weg als den einzig richtigen zu verkaufen :-)

Ganz viele liebe Grüsse

Ralf

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