Tageslosung:
Heile Deinen Körper A-Z
Was ist das Aufwachen? Was geschieht da? Mystiker seit vielen Jahrhunderten nennen es den mystischen Tod oder das innere Sterben; was aber stirbt da? In Wirklichkeit stirbt nichts, einfach deswegen, weil nichts da ist.
Dennoch ist es ein Tod: Es ist die Bereitschaft, zu sterben. Es ist die Bereitschaft, alles sterben zu lassen, was vermeintlich zu einem gehörte: Die Geschichte, die Identität, die Wünsche, die Besonderheit, die Eigenheit. Es fühlt sich dann an wie ein Sterben. Es macht Angst und Schmerz. Das Aufwachen, wenn es ein tiefes Aufwachen sein soll, geht durch diese Schicht des Todes hindurch. Was stirbt, ist all das, was sowieso nicht da ist: Die Illusion des Ich’s, die Illusion der Kontrolle, die Phantasie der Vergangenheit und Geschichte, die Einbildungen der Person. Alles Unwirkliche stirbt, dann bleibt das, was wirklich ist. Viele predigen das Aufwachen als eine leichte Selbstverständlichkeit. Da besteht die Gefahr, dass die Tiefe und das wirklich erreichbare verpasst werden.

Tags: angst, aufwachen, meyer, mystiker, schmerz, sterben, tod

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Antworten zu dieser Diskussion

Hallo mal wieder,
ich hatte vor eins, zwei Monaten eine Mail an Christian geschrieben. Da niemand geantwortet hat, dachte ich, ok, das soll wohl so sein:-).
Ich bin sehr dankbar für das Buch „Weg der inneren Erfahrung“ und die Videos auf Jetzt TV. Es war mir sofort einsichtig, was gemeint war, Gefühle ganz fühlen und nicht in die Geschichten gehen. Gleich nach dem Vipassana Kurs habe ich mich aufs Kissen gesetzt und zusammen mit sehr trauriger Musik allen Schmerz eingeladen und aufsteigen lassen. Und dann im Alltag weiter angewendet. Insofern habe ich nie "traditionell" meditiert.
Keine „normale“ Therapie hätte nur annähernd diese Wirkung gehabt. Da kann der Therapeut noch so nett sein, wenn im mentalen Modell von der Vergangenheit auf die Zukunft geschlossen wird, dass nichts mehr eintreten wird, was ohne Selbstbetrug glücklich macht, dann ist es vorbei. In der Geschichte wurden vor einem Jahr nur Selbstmordgedanken gewälzt.
Es ist toll, dass es inzwischen „aufgewachte“ Therapeuten gibt. Ich habe mir manchmal persönlichen Kontakt zu einem spirituellen Lehrer gewünscht, denn der kann viel Klarheit schaffen. Ich empfehle das sehr, denn in der „persönlichen“ Erwachensgeschichte kann es zu starker Verwirrung kommen. Da ich finanzielle Schwierigkeiten hatte, habe ich mich schließlich mit Büchern, Hörbüchern und Videos begnügt.
Vor einem Monat, spätabends, mal wieder Jetzt TV geschaut, um es endlich zu "wissen", hörte ich was über freien Willen und Überprüfen, ob ich je eine Entscheidung in eigenem Willen getroffen habe. Und da war es auf einmal klar, dass ich nie was getan habe, nie was tun werde, dass alles ein gigantischer Film ist, der ohne Kontrolle abläuft. Ich war schockiert und verblüfft. Dann eingeschlafen und früh im Bett aufgewacht mit dem Gefühl, ich bin tot. Und das ist jetzt das Leben „nach“ dem Tod. Konnte zunächst kaum mit Leuten sprechen, weil alles so unwirklich war. Da ist niemand und war niemand. Ich musste mich erst an normale Gespräche gewöhnen. Sobald philosophische/psychologische Themen berührt werden, ist da ein Drang, die „Wahrheit“ zu verkünden. Woraufhin meistens Unverständnis herrscht.
Allerdings ist die Dekonditionierung nicht besonders tief. Das Gefühl persönlicher Täterschaft kommt wieder zurück. Besonders, wenn wunde Punkte aus der Vergangenheit der Geschichte berührt werden. Der Sog des Traums, der Geschichten ist unglaublich stark. Trotzdem scheint es kein vollständiges Zurück zu geben, da es von sehr vielen relativen Seiten „beleuchtet“ wurde und alte Gedanken inkl. Ich-Gedanken meistens durchschaut und abgeschnitten werden. Oder es wird in ein „Erinnerungsbuch“ geschaut. Letztlich ist klar, dass selbst „Einschlafen“ niemand tut.
In jedem Fall gibt es eine tiefe Dankbarkeit, dass vor dem physischen Tod mit Allem und Allen Frieden gemacht werden konnte oder besser, in Allem und Allen Frieden erkannt wurde.
@Jochen Blum
Ich finde es nicht sehr hilfreich, dass in der spirituellen Szene das Ego immer so hingestellt wird, als sei es eine eigene (böse) Wesenheit, die abgeschafft werden muss.
... und das, was Manu gesagt. Das ist einer der Sachen, die mich zurück in den Traum ziehen, weil das "Erwachen" nicht tief genug ist. Irgendetwas weigert sich zum Beispiel meinen geliebten Bruder oder andere sehr nahe stehende Menschen als "leer" zu sehen bzw. ist da so eine versteckte Angst, dass sie sterben könnten. Und manchmal tun sie mir leid, weil sie noch voll "drin" stecken, aber nicht verstehen, dass sie "nur" Traumgestalten sein sollen. Obwohl diese Beziehungen ja auch nur Teil der Ich-Illusion sind. Und mein Gott, sowieso alles Illusion ist und keiner Kontrolle hat und deswegen auch niemand entscheidet, was wie geschieht und ob das Spielchen durchschaut wird. Lustig ist es, wenn sich das Ich-Bewusstsein wieder firmiert, dann erscheint es so unglaublich, so unfassbar, dass alles Bewusstsein, ein Traum ohne Träumer sein soll. Es wirkt so verdammt real, dass Menschen "ihr" Leben in eigener Regie führen. Obwohl selbst intellektuell alles klar auf die Wahrheit hindeutet. Hirnforschung, Physik, Systemtheorie. Man braucht noch nicht mal die Weisen aller Zeiten zu konsultieren.

Zeitweise sagte:
Man kann wieder einschlafen. Aber nur, weil ich noch etwas vom meinem Traum für mich separat, abseits der Heilung behalten will. Ich behalte noch einen Anker im Traum, damit ich nicht endgültig und unwiderrruflich erwache. Der Traum hat dann noch einen Wert für mich, vor dessen Verlust ich mich immer noch fürchte, Es gibt noch eine Art Notreserve für den Fall, daß...mit der ich wieder in meinen Traum zurückkehren kann. Ich habe mich noch nicht uneingeschränkt für die Wirklichkeit entschieden sondern nur eingeschränkt, und das bedeutet letztlich, daß ich noch nicht ganz erwacht bin. Mit den eigenen Kindern geht es mir genauso wie dir. Diese Liebe ist allerdings untrennbar verbunden mit Angst und mit dieser Art von Liebe halten wir in uns und gleichzeitig in unseren Kindern den Glauben daran aufrecht, daß es der Körper ist, der bestimmt, wer, und ob, und wie ich bin, mit allen damit verbundenen Folgen nämlich Krankheit und Tod.
Wer Vater oder Mutter mehr liebet denn mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert. sagt Jesus.
Wer dem Christus folgt hat sie verloren, aber nicht durch den Tod, oder durch Gleichgültigkeit, oder durch Vergessen, sondern um sie als glücklichen und unsterblichen Teil der einen Wirklichkeit wieder zu finden. Letztlich können wir nicht wach sein und gleichzeitig Träumen. Wir können nicht ein Körper sein und gleichzeitig mit allem verbunden. Wir müssen uns entscheiden und wir können uns letztlich nur für die Wahrheit entscheiden. Wir können diese Entscheidung hinauszögern solange wir wollen, und solange werden wir eben leiden.

Lieber Gruß
Zeitweise
Kiefer sagt:Jochen Blum
Ich finde es nicht sehr hilfreich, dass in der spirituellen Szene das Ego immer so hingestellt wird, als sei es eine eigene (böse) Wesenheit, die abgeschafft werden muss. Jochen sagt: Aber genau so ist es! Leugnen bringt nix! Fall nicht auf dein Ego rein, diese Instanz ist der größte Schwindler... hat keine Liebe und betrügt dich und alle anderen! Lies im Ego Buch von Osho, bei Tolle, bei Kathrein, bei Walsch, bei McKenna, - meide Bärbel Mohr, Pierre Frankh und Konsorten!! LG Jochen
Ich kenne "Das Buch vom Ego" von Osho und die Sachen von Tolle. Fand es damals sehr unterhaltsam und einsichtig. Aber wenn es ums Durchschauen geht, finde ich es hilfreicher, nicht ein Objekt-Wesen daraus zu machen und genauso wirkte das immer auf mich, "ich" muss das "Ego" loswerden, weil es mir nur Unglück gebracht hat. Und dann schon wieder 1000 Jahre "Ego" analysieren oder wie "ich" es loswerde. Wo bleibt da die Frage: wer analysiert und wer will loswerden. Wenn schon (Ego)Konzept, dann liegt mir Christians Enneagramm/Charakterfixierung, Ramesh Balsekars Ego-Betrachtungen oder Gerhard Roths nüchterne Ausführungen zur neuronalen Konditionierung/Ich-Bewusstsein näher. Oder super klar bei Nathan Gill: Der Ich-Gedanke ist einer unter vielen, tut nichts, erlebt nichts, sondern steigt einfach auf. Aber was soll's, sind halt alles nur Konzepte. Und für jeden ist was dabei.

Jochen Blum sagte:
Kiefer sagt:Jochen Blum
Ich finde es nicht sehr hilfreich, dass in der spirituellen Szene das Ego immer so hingestellt wird, als sei es eine eigene (böse) Wesenheit, die abgeschafft werden muss. Jochen sagt: Aber genau so ist es! Leugnen bringt nix! Fall nicht auf dein Ego rein, diese Instanz ist der größte Schwindler... hat keine Liebe und betrügt dich und alle anderen! Lies im Ego Buch von Osho, bei Tolle, bei Kathrein, bei Walsch, bei McKenna, - meide Bärbel Mohr, Pierre Frankh und Konsorten!! LG Jochen

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