Tageslosung:
Heile Deinen Körper A-Z
Lieber Christian, ihr Lieben alle

noch eine Frage beschäftigt mich sehr. In deinem Buch ERwachen betonst du, dass es nicht um die Verhaltensebene geht. Ich kann gut nachvollziehen, dass ich nach dem Erwachen durch diesen radikalen Perspektivenwechsel keine Verhaltensleitlinien brauche. Aber wie ist das im Moment? Ich bin nicht erwacht, ich fühle mich jeden Tag herausgefordert in der Frage was richtiges, was falsches Tun ist und habe zumindest die Illusion oder den Eindruck, dass ich Entscheidungen treffen muss.
Der buddhistische Weg, der christliche auch kennen Handlungsleitlinien, ethische Werte denen man sich anzunähern versucht. Wenn ich davon ausgehe, dass es nur dieses EINE überhaupt gibt macht es auch richtig Sinn, diesem einen, zu dem alles gehört, keinen Schaden zufügen zu wollen.
Aber wenn ich mich diesen ethischen Werten annähern möchte, sehe ich sofort wieder das ICH, welches sich wohin entwickeln möchte, Ziele hat, wiederum will und möchte. Sich selbst daran misst, ob es sich angesichts der Leitlinie richtig oder falsch verhält. Also wieder beurteilt, machen , tun, verändern und gestalten will, also Identifikation betreibt. So wie ich dich verstanden habe, müsste dies doch dann wieder ein Hinderniss sein auf dem WEg des Loslassens, nichts wollen.?
Je mehr ich darüber nachdenke um so mehr erscheint es mir wie ein Riesenparadox ???

herzliche Grüße
Susanne

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Antworten auf diese Diskussion

Liebe Susanne,

ich glaube, es geht nicht darum das oder dies zu tun oder nicht zu tun, sondern um den Moment davor. Diesen kleinen Augenblick, in dem ich/wir Zeuge unseres Impulses werden, der dann ins Tun mündet.
Genau an diesem Punkt anzuhalten, was ist jetzt, was fühle ich, aha, da nachforschen, diesen Moment zu dehnen, beobachtend, fühlend, schauend, ohne Bewertung. Bei mir sein.
Wenn dann überhaupt noch ein Impuls da ist zu handeln, handele ich aus einer anderen Haltung.
Hört sich gut an, werde ich am Wochenende in meiner kleinen Lebensgemeinschaft mal austesten.
...und dann berichten.
liebe Grüße
Harald
Lieber Harald,
danke für deine Antwort. Hast du es ausprobiert? Ich beobachte es gerade, kann aber noch gar nichts dazu sagen... außer das der Impuls zu handeln bei mir besonders groß ist, wenn ich wütend oder gereizt bin. Dann ist die Versuchung diese Energie in die Welt zu "tröten" fast unwiderstehlich. Erinnert mich an die Zeit als ich mit dem Rauchen aufgehört habe.Fest entschlossen dem Impuls zu rauchen nicht nachzugeben, bis ich kurz darauf schon den Qualm um mich herum hatte und den Moment der Reaktion fast völlig verpasst. Erst als ich begriffen hatte, wie simpel diese Sucht funktioniert und mich wunderte wie ich nur darauf reinfallen konnte, ließ ich es von einem auf den anderen Tag sein... ohne Probleme.

liebe Grüße
Susanne
Hallo liebe Susanne! hier ist auch Susanne.
Warum willst Du nichts falsch machen? Diese Frage ist viel spannender.................
Lieber Jochen, liebe Susanne!

Jaa erwischt. Die Falle der Selbstverbesserung! Aaaaber: Wenn ich meine bspw. Schmerzimpulse bereit bin selbst zu tragen und sie nicht irgendjemandern, der mir gerade über den Weg läuft "zuwerfe", dann trage ich doch dazu bei das Leiden zu verrringern. Mein Handeln wirkt! Es zieht Kreise.
Aber Susanne, ich verstehe deine Frage. Ja, das sitzt sehr tief. Der Wunsch alles richtig zu machen, richtig zu sein, sich nicht schuldig zu machen.

herzliche Grüße
Susanne
Liebe Susanne! Was steckt hinter dem Wunsch alles richtig zu machen?
Hast Du schon mit dem Enneagramm gearbeitet? Herzliche Grüße Susanne
Liebe Susanne! Habe gerade angefangen mich damit zu beschäftigen. So ganz einfach kann ich mich aber nicht zuordnen. Auch meine beste Freundin, die mich wirklich gut kennt, sagt: "ich find dich darin nicht so richtig!" Mmmmh! Und nu?

lieben Gruß
susanne
Lieber Jochen,

ich beschäftige mich gerade mit dem Enneagrammbuch von Helen Palmer. Hier habe ich mich fast auf Anhieb gefunden. Die beschriebenen Beobachtungen ihrer Befragten kamen mir sehr bekannt vor. Ist schon ein seltsames Gefühl. Obwohl mir nichts vollkommen unbekannt war, kam doch noch mal eine heftige Portion Mitgefühl mit mir selbst hoch und auch Erstaunen darüber, wie weit sich mein Verhalten von der Fixierung wegbewegt hat. Aber es stimmt schon, wenn es "ernst" wird, wird aufs "Urrezept" zurückgegriffen.
Einfach spannend!
Liebe Grüße
Susanne
Hallo Susanne,

Ich würde ganz spontan sagen,.......letztlich ist alles Ausruck des EINEN, des ABSOLUTEN,....
wöllte das ABSOLUTE solche AUSDRUCKSFORMEN nicht, die wir Landläufig oft als negativ, schlecht oder sogar als "FALSCH" bezeichnen, dann gäbe es diese nicht.

Alles reagiert aufeinander und miteinander,.....da können wir uns gar nicht dagegen stemmen,....weil das ein Kampf mit den Windmühlen ist,....aber ich denke, selbst das gehört dazu.

Meine Erfahrung ist inzwischen es gibt kein "richtig" und kein "falsch",......alles passiert wie es eben passiert,.......und wir können mit DEM Fließen was ist,.....oder uns dagegen stellen,.......

Wenn wir ganz "Hier" sind,.....und das braucht alles seine Zeit,......dann passiert alles,...ohne DENKEN.

@Jochen, vielen Dank für deine wundervolle Antwort,.....

Alles Liebe
dagmar
Hallo liebe Susanne,
es "richtig" machen zu wollen ist mir auch sehr vertraut.
Wenn ich nicht weiss was ich tun soll oder nicht tun soll, bewege ich mich einfach in eine Richtung und fange einfach an, und dann merke ich deutlicher wie es sich anfühlt, und dann mache ich weiter oder ich lasse es bleiben.
Bei Entscheidungen traue ich mich immer mehr zu warten wenn keine Entscheidung hier ist.
Mein Verstand spielt dann verrückt, aber das ist meistens O.K.

Liebe Grüße
Harald von Hier
Lieber Jochen,
dazu fällt mir eine Situation vor ein paar Wochen ein:
Ich schimpfte mit meiner Tochter und wurde richtig gemein zu ihr. Fast im selben Moment wusste ich: das bin garnicht ich! ich stand praktisch daneben, hörte mich zetern und dachte: was läuft denn hier ab?

Ich beruhigte mich dann auch schnell wieder und konnte alles mit meiner Tochter klären ;-)

Liebe Grüße
Bettina
liebe Susanne,
mich hat neugierig gemacht---welche einsicht----(sucht durchschaut) Du bezüglich Rauchen hattest, daß es Dir dann leicht fiel, vom Stingel zu lassen.
bin nämlich auch dabei das Rauchen zu lassen und will aber nicht kämpfen mit der Gewohnheit.
bitte schreib´mir doch, wie simple die Sucht funktioniert.....................DANKE ROSA
Hallo Rosa,
es ging darum die Konditionierung zu verstehen.
Ich habe den Moment des Rauchens immer mit ganz vielen Gefühlen assoziiert. Gut Fühlen, erleichtert sein, entspannt sein, belohnt sein usw. Ich wollte mit dem Rauchen nicht aufhören weil ich meinte ich müsse dann darauf verzichten!. Letztlich hat das Rauchen aber immer nur den einen immer gleichen Vorgang reproduziert. Nach einer gewissen Zeit des Nichtrauchens tauchte der Sog/ Entzug auf und die Beendigung dieses unangenehmen Zustandes wurde dann von mir als Wohltat empfunden und gleichgesetzt mit den angenehmen Gefühlen, die sowieso da waren und mit dem Rauchen gar nichts zu tun hatten. Als mir so richtig klar wurde das ich sozusagen fehlkonditioniert bin und fälschlicherweise Dinge miteinander in Verbindung gebracht habe, die überhaupt nix miteinander zu tun hatten... bin ich richtig empört gewesen, dass ich jahrelang darauf reingefallen bin. Dann ist es mir leicht gefallen los zu lassen und ich hab dem rauchen nicht einen einzigen Tag hintergetrauert. Die ersten drei Wochen sind seltsam. Der körperliche Entzug ist lächerlich, aber man hat oder ich hatte zunächst mal gar keine "Nichtraucheridentität". Aber es ist mir gelungen dies als aufregendes Abenteuer zu betrachten und das hat es sehr leicht gemacht. Mir hat das Buch von Allen Carr, Endlich Nichtraucher zu der entscheidenden Erkenntnis verholfen.
Ich wünsch dir viel Erfolg. Es ist so geil nicht zu rauchen! Von wegen Verzicht.

liebe Grüße
Susanne

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