Lieber Christian, ihr Lieben alle
noch eine Frage beschäftigt mich sehr. In deinem Buch ERwachen betonst du, dass es nicht um die Verhaltensebene geht. Ich kann gut nachvollziehen, dass ich nach dem Erwachen durch diesen radikalen Perspektivenwechsel keine Verhaltensleitlinien brauche. Aber wie ist das im Moment? Ich bin nicht erwacht, ich fühle mich jeden Tag herausgefordert in der Frage was richtiges, was falsches Tun ist und habe zumindest die Illusion oder den Eindruck, dass ich Entscheidungen treffen muss.
Der buddhistische Weg, der christliche auch kennen Handlungsleitlinien, ethische Werte denen man sich anzunähern versucht. Wenn ich davon ausgehe, dass es nur dieses EINE überhaupt gibt macht es auch richtig Sinn, diesem einen, zu dem alles gehört, keinen Schaden zufügen zu wollen.
Aber wenn ich mich diesen ethischen Werten annähern möchte, sehe ich sofort wieder das ICH, welches sich wohin entwickeln möchte, Ziele hat, wiederum will und möchte. Sich selbst daran misst, ob es sich angesichts der Leitlinie richtig oder falsch verhält. Also wieder beurteilt, machen , tun, verändern und gestalten will, also Identifikation betreibt. So wie ich dich verstanden habe, müsste dies doch dann wieder ein Hinderniss sein auf dem WEg des Loslassens, nichts wollen.?
Je mehr ich darüber nachdenke um so mehr erscheint es mir wie ein Riesenparadox ???
herzliche Grüße
Susanne