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Permalink Antwort von Rainer am 29. September 2010 um 2:29pm Hallo, diese "Grauzone", d.h. gerade "alles okay", gerade keine heftige Emotion fühlbar, kenne ich auch. Dann gilt es m.E. dieses bewußt wahrzunehmen anstatt eine Emotion "herholen zu wollen". Das was jetzt gerade ist, bewußt wahrnehmen, sich dem hingeben, was ist ... ob jetzt Gedanken, Gefühle, Emotionen, Wärme, Kälte oder einfach nur Präsenz oder "nichts besonderes" spürbar ist.
Das ist das was ist ! All dies bewußt wahrnehmen, beobachten wie es aufsteigt und vergeht und sehen, dass das wahre Selbst sozusagen die Grenzenlosigkeit ist, in der alles auftaucht und vergeht.... und sich immer mehr in dieses Bewußtsein fallen lassen.
Liebe Grüsse
Caro
Permalink Antwort von Constanza Fest am 29. September 2010 um 3:40pm
Permalink Antwort von Rainer am 30. September 2010 um 8:56am Lieber Rainer, liebe Caro,
Gefühle können von unterschiedlicher Intensität sein. Oft sind wir ungeübt darin, die leisen Töne zu hören, meinen vielleicht sogar, ein Gefühl müsste immer heftig, intensiv sein, um überhaupt als Gefühl zu zählen. Dabei sind die meisten Gefühle naturgemäß eher sanft.
Ich beschreibe dir im Folgenden drei Möglichkeiten, mit dieser "Grauzone", wie du sie nennst, umzugehen. Die ersten beiden entstammen der Fortbildung in "existentieller u. tiefenpsychologischer Therapie", die Christian leitet, die letzte habe ich von der Gestalttherapeutin Xeto Doris Henning aus Gießen. Zunächst ein Vorgehen, das Christian mir und anderen mitgegeben hat, die mit dem Wahrnehmen dieser sanften Gefühle, oder mit dem Fühlen überhaupt, Schwierigkeiten hatten:
- Wenn du diese "Grauzone" bemerkst, in der zunächst noch kein Gefühl identifizierbar ist, kannst du zunächst einmal einige Male mit einem mühelosen Seufzer ausatmen. Der braucht nur so lang zu sein, wie dein Ausatmen natürlicherweise ist. Damit kann bereits oberflächliche Spannung abfallen, die es schwieriger macht, Gefühle wahrzunehmen.
- Dann kannst du fragen: "Ist da - in diesem "einigermaßen OK" - mehr Ruhe, oder mehr Unruhe?". [Wann immer da beides nebeneinander ist, wendest du dich auf jeden Fall der Unruhe zu].
- Wenn du diese Frage für dich beantwortet hast, kannst du mit deiner Aufmerksamkeit ein wenig bei der Unruhe/Ruhe bleiben, ihr sogar erlauben, sich auszudehnen. Z.B. mit der inneren Suggestion "... und sie so besser kennen lernen.", -und dich dann fragen: "Wie ist diese Ruhe/Unruhe gestimmt? Ist es z.B. eine glückliche oder melancholische Ruhe, bzw. z.B. eine ängstliche Unruhe?" Wenn man sich auf diese Weise eine "Färbung" der Ruhe/Unruhe bewusst geworden ist, kann man der Stimmung mehr Raum geben, einfach weiter mit dem Bewusstsein bleiben, und erfahren, was dann geschieht. Ob das Gefühl dann deutlicher wird, allen Raum bekommen kann den es nun haben möchte, und verbrennt, oder ob ein anderes Gefühl auftaucht.
Fruchtbar ist, wenn du bereit bist, ein Anfänger im Fühlen zu sein. Dieser Anfängergeist kann sehr hilfreich sein, um dein Inneres zu erkunden. Die Einstellung "Ich weiß schon alles über Gefühle, über Fühlen" führt oft dazu, dass man manches überhaupt nicht wahrnimmt. Als Anfänger bist du offen.
Was Caro beschrieben hat, ist auch möglich. Allerdings lohnt es sich, mit der Einstellung bei der "Grauzone" zu bleiben, dass du, wenn du einfach darin verweilst, etwas Neues über sie herausfinden, sie besser kennen lernen kannst. Die Fähigkeit, innere Zustände unterscheiden zu können, ist wichtig. Gefühle oder Stimmungen innerlich zu benennen macht sie noch einmal deutlicher und hilft, sich hinein fallen zu lassen.
Wenn es dir nicht gelingen sollte, diese "Grauzone" differenzierter wahrzunehmen, kannst du dich auch fragen: "Was fühle ich denn jetzt (da es mir nicht gelingt)?"
Es gibt noch andere Möglichkeiten, damit umzugehen, ich belasse es erstmal bei diesen dreien: Sich allmählich heran tasten an die feinen Nuancen, bei der "Grauzone" bleiben um sie besser kennen zu lernen, und sich fragen, was man dabei empfindet, wenn es nicht gelingen mag.
Mit freundlichen Grüßen,
Constanza
Permalink Antwort von Mik am 2. Oktober 2010 um 3:16pm
Permalink Antwort von Rainer am 2. Oktober 2010 um 4:37pm Hallo Rainer,
es ist schon vieles gesagt worden. Vielleicht noch ein Tipp von 5 zu 5. Wir sind nicht nur nicht in den Gefühlen, sondern auch nicht im Körper zuhause. Nach meiner Erfahrung ist es eine große Hilfe das Bewußtsein erst einmal ganz in den Körper zu bringen. Für mich waren Übungen wie der Körperscan und auch Yoga dazu sehr hilfreich. Von da ist es bis zu den Emotionen nicht weit. Beim letzten Retreat war ich etwas irritiert weil Christian oft betonte wie wichtig es ist über die Körperempfindungen hinaus zu gehen. Deshalb habe ich ihn darauf konkret angesprochen und er hat sinngemäß gesagt, dass es gerade für uns Fünfer ganz wichtig ist ganz im Körper anzukommen und es auch zu geniessen.
viele Grüße
Susanne
Permalink Antwort von Norbert am 2. Oktober 2010 um 5:16pm
Permalink Antwort von Rainer am 2. Oktober 2010 um 5:34pm Zustimmung..
ja.. Qi Gong, Tai Chi und auch E.Tolles Übung mit der Aufmerksamkeit im Körper sein, durch den Körper gehen, spüren.
all das kann uns helfen die Gedankenmühle zur Ruhe zu bringen, dem Verstand den Platz zu geben,
der ihm gebührt.
wir üben oft das spüren der Füsse, am Besten im Stehen.
da sind wir dann auch rein körperlich gesehen weit weg von unserem Kopf.
lg norbert
Permalink Antwort von Demian zur Strassen am 26. September 2011 um 11:25pm Wenn es sich auch nach genauerem Hinfühlen weiterhin nur "einigermaßen okay" anfühlt und Dich das beschäftigt, könntest Du die "Lautstärke" des Fühlens etwas anheben, indem Du etwas mehr einatmest (Deinen Körper etwas mehr belebst). Wenn Du das langsam machst und genau hinfühlst, wirst Du merken, dass sich schon alleine dieses Sich-Weitmachen beim Einatmen gut anfühlt. Zumindest wird sich das sortieren, wenn Du eine Weile weitermachst. Dein Energienievea wird steigen und Du wirst mit mehr Tiefe und Genaugkeit fühlen, wie sich der gegenwärtige Moment in verschiedenen Teilen Deines Körpers anfühlt. Lebendig-Sein ist nicht neutral. Entweder es fühlt sich gut an oder ein Anteil braucht Zuwendung, um sich wieder gut anfühlen zu können. Deshalb wird sich "einigermaßen okay" klären und sortieren. Zum Beispiel: Bauch: richtig wohlig und gut; Brust bedeckt und irgenwie traurig. Wenn Du Dich (zum Beispiel) einem traurigen Teil zuwendest und ihn annimmst, wirst Du Dich mit dem verbinden können was Du da wertschätzt und Dich wieder insgesamt gut und lebensfroh fühlen können. Lebendigsein fühlt sich auf verschiedene Art gut an. "Einigermaßen okay" braucht Zuwendung, meine ich.
Permalink Antwort von Demian zur Strassen am 27. September 2011 um 2:59pm Hallo Isa, was uns am meisten hindert ins Gefühl zu kommen, ist meist die antrainierte Einstellung, bestimmte Gefühle als negativ und deshalb unangenehm zu empfinden. Alle unsere Gefühle sind jedoch Bewegunen unserer Lebensenergie, von sich aus bereichernd und auf ihre Art genießbar. Das betrifft auch die Wut. Deine Wut wegen dem Nachbarlärm will doch wohl einfach nur Dein Recht auf Ruhe, auf einen eigenen Raum sicherstellen (dezibelmäßig und im übertragenen Sinne verstanden). Wenn Du an diese Störung denkst, atmest und Dich fragst, was Du da wirklich willst, wirst Du Die Wut als positive Kraft in Besitz nehmen können. Das fühlt sich auf seine Art gut an. Du wirst Deine Entschiedenheit darin spüren für Dich zu sorgen. Entweder kannst Du mit dieser Bestimmtheit leichter dafür sorgen, dass Dein Nachbar Dein Bedürfnis auf Ruhe respektiert, oder Du wirst Deine Entschiedenheit genießen können auf längere Sicht für Dich zu sorgen und Wege finden auszuziehen. Auf jeden Fall wirst Du es nicht mehr brauchen, weder das Ignorieren noch das auf die Seite stellen eines Teils von Dir. Du wirst mit Dir (inclusive der Wut) in Einklang sein können. Soweit erstmal, ohne mehr von Dir zu wissen. alles Liebe, Demian
Permalink Antwort von Rainer am 28. September 2011 um 9:06am Willkommen bei
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