Tageslosung:
Heile Deinen Körper A-Z
Guten Tag liebe Weltinnenraummenschen (bevor ich anfange: Wusstet Ihr, dass der Begriff "Weltinnenraum" von Rilke kommt? Das aber nur nebenbei.)

In seinem Buch "Aufwachen" beschreibt Christian Meyer, wie ich finde sehr einleuchtend, in den verschiedensten Variationen dass ein wesentlicher und entscheidender Aspekt des Aufwachens darin besteht, dass wir direkt unsere Gefühle wahrnehmen können, ohne gedankliche Einmischung oder Interpretation. Indem wir uns sozusagen in das gegenwärtige, unmittelbare Gefühl regelrecht "hinein fallen" lassen können, löst es sich schrittweise mehr und mehr auf und metamorphosiert sich in eine Art Stille. M.E. beschreibt CM dieses sich-verbinden mit dem Fühlen in sowohl sehr tiefer als auch erfahrener und durchlebter Form.

Was macht man aber, wenn sich das Gefühl nicht so richtig identifizieren lässt. Das ist bei mir der Fall. Natürlich kenne ich Freude, Lust, Zorn, Traurigkeit, usw. Aber wenn ich genauer hinschaue, ist die meiste Zeit eine Art "Grauzone" in meinem Gefühlsleben, ich fühle mich, wenn ich das beschreiben müsste, meistens "einigermaßen OK"... Was soll man/ich damit machen? Wie kann ich mit einem "einigermaßen OK" arbeiten, mich da hinein fallen lassen...? Bei mir (übrigends Enneagramm Typ 5, also eh kein "Meister des Fühlens...") besteht dann fast ein wenig die Gefahr, dass ich mir, um "die Übung" zu machen, ein Gefühl vorstellen/denken will (das wäre natürlich Quatsch). Kennt Ihr so etwas auch, wie geht Ihr damit um?

Würde mich freuen, wenn "der Chef" (CM) dazu etwas sagen könnte, aber natürlich auch ebenso gerne alle anderen hier in diesem Club. Liebe Grüße.

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Antworten auf diese Diskussion

Hallo Isa, so wie Du es sagst, kann es sein, dass es nicht hauptsächlich um den Lärm geht, sondern darum, dass Du dir Dein Recht auf Deinen eigenen Raum und das Erfüllen Deiner Bedürfnisse eingestehst – und dann auch dafür sorgst.

Auch dafür wird es gut sein, wenn Du Dir das Recht zusprichst ,Wut zu haben und sie als positive Kraft in Besitz nimmst.

Du könntest zum Beispiel wenn Du wieder wegen des "Lärms" wütend bist, in die Wut einsteigen, spüren wo Du sie spürst, Deinen Atem auf sie einschwingen und innerlich den Lücken-Satz wiederholen: "Eine Wut, die ich habe ist: ..." Einfach spontan kommen lassen was dann in der Lücke auftaucht. Wenn Du dann merkst, welches Thema am meisten Wut auslöst, mit der Frage nach innen gehen: "Was ich da wirklich will, ist ....". Solange, bis Du auf den Punkt kommst, um den es Deiner Seele  geht. Du wirst in dem Moment eine Stimmigkeit und Erleichterung spüren und die Wut wird Dich darin stärken, für Deine Bedürnisse zu sorgen.

So betrachtet ist es gar nicht erstrebenswert diese Gefühle durch das Anhalten der Gedanken "weg" zu bekommen. Denn damit würdest Du Dir auch die Kraft nehmen, für Deine Bedürfnisse zu sorgen.

Ich frage mich auch, ob Du die Wut (und andere Gefühle) wirklich im Kopf spürst. Es könnte sein, dass es eher die wütenden Gedanken sind, die Du dort wahrnimmst. Dann könnte es gut sein, weiter nach zu spüren. Der Atem ist dabei wichtig weil er unseren Körper belebt (beseelt). Meist zu wenig, um ihn wirklich in der Tiefe zu spüren. Ich hoffe Du kannst mit meinen Tipps etwas anfangen, alles Gute, Demian

Lieber Rainer, da hast Du etwas wichtiges gesagt: Ein Gefühl mit Bewusstsein/Aufmerksamkeit zu beobachten ist nicht das gleiche, wie hinfühlen und kann das nicht ersetzen. Man könnte es so beschreiben: HInfühlen ist das Verlagern der Körperwahrnehmung dahin, wo du etwas fühlst. Es ist eine Fähigkeit Deiner Seele. Dein Bewusstsein kann Zeuge sein und beobachten, während Du/Deine Seele die Körperwahrnehmung in verschiedene Bereiche Deines Körpers lenkt. Der Atem spielt auch dabei eine Rolle, weil er unseren Körper energetisiert. Hmm. Es ist nicht so leicht das in aller Kürze vollständig auszudrücken. Aber ich glaube, Du weist was ich meine. Alles Gute, Demian

Liebe Isa, ich freuen mich, dass Du mit meinen bisherigen Tipps was anfangen kannst. Zum Einschwingen kann ich hier erst mal nur folgendes erklären: Von Natur aus will sich der Atem spontan Deinen gefühlsmäßigen Bewegunen anpassen. Also wenn Du Dich ruhig und wohlig fühlst, ruhig und wohlig atmen, wenn Du innerlich bewegt bist, bewegt atmen. Vielleicht hast Du gesehen, dass gute Schauspieler Wut darstellen, in dem sie entsprechend bewegt atmen. So wie jedes Gefühl hat auch die Wut eine eigene Schwingung. Und den Atem einschwingen heißt den Atemrhytmus finden, der damit in Resonanz geht, also zu dieser Schwingung harmonisch passt. Du findest diesen Rhythmus, indem Du mit der Aufmerksamkeit auf der Wut, relativ flach atmend, graduell die Geschwindigkeit erhöhst, bis es sozusagen "Klick" macht. So wie jemand der eine Gitarre stimmt den Ton einer Seite hoch zieht, bis er mit dem anderen zusammen schwingt. Wenn Dir das Einschwingen gelingt wird sofort die Wahrnehmung des Gefühls leichter und tiefer. Du kannst besser einsteigen.

Es ist bestimmt nicht leicht, dies einfach nur auf Grund dieser Kurz-Beschreibung umzusetzen. Ich bringe seit 25 Jahren beruflich bei, wie sie ihre Fähigkeit, Gefühle zu verarbeiten stärken können. Wenn Du daran interessiert bist, findest Du meine Website auf meiner Profilseite. Noch besser: Ich kann Dir persönlich am Telefon erklären, wie ich arbeite. (Kostet Dich nichts).

Ansonsten hoffe ich, dass auch dieser Tipp für Dich hilfreich ist. Alles Liebe, Demian

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