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Depression. Was ist das?

Ein Aspekt der Depression ist die Unfähigkeit, sich auszudrücken. Hier schlage ich vor, die Depression zu beschreiben, ihr Namen zu geben, und somit zu versuchen, diesem Monster ins Gesicht zu blicken.

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AninaToskani Kommentare von AninaToskani am 31. August 2010 um 21:56pm
Eckhart Tolle hat über seine persönliche Depression berichtet. Ich erinnere mich, dass er sagte, die Depression habe ihn schließlich zum Aufgeben geführt und als er aufgab, hat sich die Erleuchtung eingestellt. Er hat sein Ego einfach aufgegeben. Das Gleiche passierte Lester Levenson, als er aus der Klinik heimgeschickt wurde zum Sterben. Er starb jedoch nicht wie erwartet, sondern ließ 3 Monate alle Emotionen und die Vergangenheit los. So kam er zur Erleuchtung. Es wird genauso von Buddha erzählt, dass er schließlich unter dem Boddhibaum das Wandern und die Suche gleichzeitig aufgab und dann blitzartig in den Zustand der Wahrheit und des umfassenden Wissens eintrat. Dieser Zustand verließ ihn nie wieder. So schreibt auch Lester Levenson darüber, dass der Zustand - innerer Friede - dauerhaft ist. Mir scheint, dass der einzige Ausweg aus der Depression das Streben nach Erleuchtung ist und die Aufgabe des Ego. Die meisten verstehen unter EGO den Verstand mit seinen unaufhörlichen Gedanken. Das stimmt nicht so ganz, denn das Ego sitzt vor allem in den Emotionen. Aufgeben heißt für mich - Gedanken ziehen lassen und Emotionen ziehen lassen. Freiheit ist für mich, nur zu denken, wenn ich es bewußt will und nicht mehr auf das was von außen kommt zu reagieren. Eckhart Tolle ist ein guter Lehrer für diese Dinge. Die positive Seite der Depression ist, dass sie den Menschen zur Suche nach dem Sinn antreibt. Um den Sinn zu finden, muss dann die Suche fallengelassen werden. Das ist wirklich nicht einfach...
AninaToskani Kommentare von AninaToskani am 31. August 2010 um 21:48pm
Hallo David,
gern würde ich an Eurer Diskussionsgruppe teilnehmen. Ich kann viel zum Thema beitragen aus eigener Erfahrung.
Anina
Stefan Kommentare von Stefan am 18. Juni 2010 um 21:09pm
Stefan Kommentare von Stefan am 22. März 2010 um 22:30pm
Hallo Marcel,

das Problem beim Ego ist, das jeder etwas anderes darunter versteht. Aber was es auch ist, ich glaube, man sollte es nicht bekämpfen, sondern es akzeptieren.

Eckhart Tolle schreibt leider nichts über Depression, aber er äußert sich oft zum Thema Leid. In "Eine neue Erde sagt er: "In Wahrheit musst Du Ja zum Leiden sagen, ehe du darüber hinaus gehen kannst." Dieser Satz hatte mir in meiner depressiven Phase sehr geholfen. In "Jetzt - die Kraft der Gegenwart" schreibt er über die Zyklen des Lebens und darüber, dass der absteigende Zyklus für die spirituelle Erkenntis absolut essentiell sei. Sagt er nicht auch irgendwo, dass man sich immer vor Augen führen sollte, egal ob es einem nun gerade gut oder schlecht geht, "auch das geht vorbei"?

Zu Deiner Erfahrung mit der Fußballspielerei: Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass sich manchmal eingestehen muss, dass ein altes Mittel nicht mehr wirkt. Ich wollte auch in meiner Depression unter Leute, und heuerte in einem Leichtathletikverein wieder an, weil ich da früher viel Spass gehabt hatte. Aber ich merkte nach kurzer Zeit: Das ist es einfach nicht mehr. In einem Verein muss viel zusammen passen, dass eine gute Atmosphäre entsteht - da liegt es nicht nur an einem selber, dass es nicht funktioniert.

Und noch was anderes: Da ich seit zwei Jahren aufgrund der Medikation keinen Alk mehr trinke, mache ich auch dieses Partyleben nicht mehr mit, dass viele meiner Freunde nach wie vor pflegen. Aber dafür haben sich andere Sachen ergeben: Z.B. schreibe ich jetzt Gedichte oder spiele Ukulele.

Gruß
Stefan
Marcel Unger Kommentare von Marcel Unger am 22. März 2010 um 20:52pm
hallo zusammen...ich würde diese diskussion gerne weiterführen und ich würde mir wünschen dass sich ein paar mehr daran beteiligen. ich habe vor kurzem von eckhart tolle "Jetzt" und "Eine neue Erde" gelesen. sind wirklich 2 gute bücher. was würde wohl eckhart tolle zum thema depression sagen? kann es sein dass die depression auch vom ego kommt? dass das ego so traurig ist, weil es nicht genügend dinge im äußeren bekommt, also erfolge, bestätigung, aufmerksamkeit, aufgaben usw. womit es sich identifizieren kann...also wenn es zu kurz kommt?! ich selbst merke immer wieder, dass ich mir dinge wünsche, mehr freunde, aufmerksamkeit, erfolge... ein beispiel ich habe mich schlecht gefühlt, depressiv und einsam...dann wollte ich bei einem neuen fußballverein anfangen, da ich mir erhofft hatte dass ich da unter leute komme und neue leute kennenlerne...es ist jedoch jedesmal daran gescheitert, dass ich mich dort nicht so wohl gefühlt hatte. ich hatte ein problem damit mich zu integrieren und anzupassen und auch habe ich mich nicht dazugehörig gefühlt. es ist so, dass ich ein super jugendspieler war, immer einer der besten im team...nur musste ich aufhören als ich depressionen hatte und 2 mal in der klinik war. ich habe immer wieder versucht den einstieg zu schaffen, aber letzt endlich habe ich dann wieder aufgehört. ich weiß dass man nach langer pause nicht viel erwarten kann und nicht gleich wieder zu den besten gehört aber ich kam damit einfach nicht zurecht...
was ich mich jetzt frage...egtl ist es ja gut wenn man sich ein hobby sucht um unter leute zu kommen...aber das problem ist doch wenn das hobby nur dazu dient um dazuzugehören und weil man sich dort erfüllung erhofft. normalerweise sollte man doch ein hobby ausüben, weil man bock darauf hat, weil man es gerne tut und freude dabei empfindet, weil man einfach mit herz bei der sache ist...
also ich würde mich freuen wenn ein paar antworten folgen:-)
Gruß Marcel
Stefan Kommentare von Stefan am 25. Dezember 2009 um 22:16pm
Hi Marcel,

Deine Frage, ob Depression einen höheren Sinn hat, ist schwierig zu beantworteten. Ich versuche es trotzdem.

Als ich in meiner schwermütigen Phase steckte, las ich bei Rüdiger Dahlke, dass Verdrängen von Trauer und Ignorieren des Todes Ursachen von Depression sein können. "Wenn wir uns in eine frustrierende Lebenssituation hineinmanövrieren, aus der es kein Entkommen zu geben scheint, wenn wir ein wesentliches anstehendes Thema einfach nicht bearbeiten, eine Stufe auf dem Lebensweg nicht nehmen und auszulassen versuchen, machen wir uns reif für die Belehrung durch das Schicksal in der konzentrierten Form der Depression", schreibt Dahlke in seinem Buch "Depression" auf S. 370.

Erhellend fand ich in jüngster Zeit, was Jed McKenna, der in seinem Buch "Verflixte Erleuchtung" über Depression sagt (S. 260): "Eine rationale Depression kannst du nur bekämpfen, indem Du nicht um jeden Preis versuchst, dich von ihr zu lösen oder dich an die Illusion zu klammern, es gebe eine Bedeutung, sondern dich durch sie hindurchwühlst und nachsiehst, was sich auf der anderen Seite befindet. Anstatt vor dem Nichts zurückzuschrecken, springe Hals über Kopf hinein! Was hast Du schon zu verlieren? Doch nebenbei bemerkt, besteht der Sinn einer Depression nicht darin, sie zu besiegen." "Worin besteht dann der Sinn einer Depression?" ... "Es ist derselbe Sinn, den auch jeder andere Weg durch den Park hat. Der Weg ist das Ziel."

Es grüßt: Stefan
Veronika Kommentare von Veronika am 24. Dezember 2009 um 7:44am
Hallo Marcel,
die bisherigen Kommentare zu diesem Thema waren insgesamt schon sehr aufschlussreich, denke ich. Doch um eine Depression wirklich "zu verstehen", ist es wichtig zu wissen WAS sie bei Dir fördert, bzw. auszubremsen versucht?
Wie würdest Du es denn selbst beschreiben? Wozu zwingt sie Dich oder vor was, glaubst Du, könnte sie Dich bewahren?
Denn, wenn die Depresssion "ein Schutzraum für die Seele ist", dann steht da die Frage im Raum, was in/von Dir will sie schützen? Und...bedenke/beachte mal...wie "entschieden behutsam" Du auch gerade dadurch (jetzt schon), mit Dir selbst umgehen kannst.
Depression ist im Grunde nichts anderes wie "Gänsehaut" ("eine Reaktion auf..." etwas), die auflösende Frage ist also: wozu/wieso (ist sie da)?
Die Frage kannst nur Du beantworten.
Medikamente "bedecken/betäuben" ("helfen eine Weile" um mal durchzuatmen/Kraft zu tanken/zu Ruhe zu kommen etc.) doch sie lassen die Ursache (Ur-Grund) nicht verschwinden.
Ich würde es Dir so ans Herz legen: Bei einer Depression ist man genaugenommen "Tatort und Sherlock Holmes" zu gleich. Doch sehen kann das nicht jeder (auf Anhieb) und...daher tut man gut daran, sich Assistenten zuzulegen.
Wenn Du auch eine "Mrs." Watson, akzeptierst...
...ich bin dabei! :)
Marcel Unger Kommentare von Marcel Unger am 24. Dezember 2009 um 0:08am
ich verstehe immer noch nicht genau was eine depression ist...ich leide auch schon lange daran. ich frage mich oft ob das nur mit dem stoffwechsel zu tun hat, denn wenn ich medikamente nehme geht es mir ja besser. die frage ist nur, warum ist der stoffwechsel gestört. glaubt ihr die depression hat einen höheren sinn, um daraus zu lernen, innere konflikte zu lösen und uns auf den richtigen weg zu bringen? oder kann man das mit diabetes vergleichen und es fehlt einfach nur an serotonin, dopamin usw. ? also ich weiß nicht recht was ich denken soll... Gruß Marcel
Veronika Kommentare von Veronika am 7. Dezember 2009 um 13:20pm
David schrieb:
"Womit ich persönlich Schwierigkeiten habe ist die Antroposophie - und Henning Köhler ist ein Antroposophe. Aber seine Gedanken und Untersuchungen zeugen von einer unglaublichen geistigen Klarheit."

Lass es einfach mal eine Weile so richtig zu - ganz unkritisch - Du bist doch fasziniert, fühlst dich innerlich angesprochen, vielleicht sogar verstanden und erspürst für Dich eine (Wahrheit) neues Wissen das Du wirklich akzeptieren (annhemen) kannst. Dann tu's einfach mal. "Kauf den Mann nicht im Ganzen" ;) sondern nimm an was Dir gut tut, nutze es für Dich!

Ich war letztens mal auf einem R.-Dahlke-Vortrag, dieser hat mich dann doch auch enttäuscht, weil auch dieser Mensch plötzlich "einen" Makel hatte...;-)..
....aber das ändert nichts an der Weisheit der Psychosmatik und seinen genialen Ausführungen und Büchern, die wirklich "lebessrettend" sind.
Veronika Kommentare von Veronika am 7. Dezember 2009 um 12:59pm
Für mich war es...
eine UN-Zeit --> un-geliebt, un-gewollt, un-beschützt, un-nütz, un-dvielesmehr...

....und die Aufforderung an mich "blind zu vertrauen" (eine Weile mal: un-skepitsch sein)

Ich vertraute dem Arzt der mich einwies, dem Therapeuten, den Medikamenten und den vollkommen schrägen und irrwitzigen Ansichten anderer. Ich lies es einfach zu - probierte etwas vollkommen Neues. Neue Sicht, neues Denken, neue Möglichkeiten (wenn sie sich auch un-möglich anhörten). Und dann RUMMS! Ein noch tieferer Absturz...ich ging un-ter...unter in dem tobenden Meer "meiner (alten) Welt" (meine Überzeugungen, die gar nicht "mein" waren sondern un-mein, ein kopiertes/konstruiertes Sein), die sich nicht un-terdrücken lassen wollte, nicht un-wahr werden wollte.
Aber es war Un-Sinn was ich da einst glaubte und lebte, ich glaubte un-eins zu sein, mit dem Leben. Kein Teil des Ganzen, un-ganz. Allein.

Ich denke, ES leitet immer das spirituelle Erwachen (oder ein Wachsen-wollen) ein...das UN-beachtete/UN-sichtbare sichtbar zu machen/wahrzunehmen um daran zu reifen.

Geholfen hat mir:
der Therapeut
eine Weile Medikamente
(vorerst) mehr Distanz zum gewohnten Umfeld
dann das "Das Tibetische Buch vom Leben und Sterben" (Sogyal Rinpoche) als Einstieg in die spirituelle Suche und dann
L. Hay, R. Dahlke, Friedeman Schulz vonThun, Fritjof Capra uvm. wo sich Psychologie, Medizin, Glaube und "Sprache (die Wahl der Worte)" miteinander verflochten haben, was ich besonders hilffeich empfand -eine erkennbare Synthese.
neue Freunde/Gleichgesinnte (Suchende)
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