Tageslosung:
Heile Deinen Körper A-Z

Im Angesicht der Weltenstürme
Hans Jecklin

Niemand kann sich in diesen Tagen den unser Bewusstsein bedrängenden Fragen entziehen, die angesichts der Katastrophen in Japan und den Veränderungen in der arabischen Welt in uns aufsteigen. Spirituell orientierte Menschen widmen sich vermehrt der grundsätzlichen Frage, wie sie sich zum Wohl des Planeten verbinden können: in der Meditation, im Gebet, durch Wohltätigkeit – und wie weit dies über die Selbstberuhigung hinaus für die Welt wirksam sein könnte.

Ich denke, dass allein schon im Wunsch, dieser Frage vertieft nachzugehen, eine kleine aber  entscheidende Wende der inneren Ausrichtung liegt. Was mich in meiner eigenen Erforschung erstaunt hat:
Kann oder - besser - darf es sein, dass mich das viele unermessliche Leid nicht wirklich schmerzhaft berührt? Ich erlebte viel mehr ein sprachloses Schauen, das erst einmal jede Regung zum Schweigen bringt, irgendetwas tun zu müssen. Dabei verfolge ich noch immer die Nachrichten mit grosser Aufmerksamkeit, sogar mit einer gewissen Zwanghaftigkeit, die mich fast an Sensationsgier denken lässt. Vielleicht steckt dahinter doch eher der Wunsch, hinter dem grossen Entsetzen über die Gewalttätigkeit der Natur, die Begrenztheit der Planbarkeit technologischer Sicherheiten und die scheinbare Unentrinnbarkeit aus einmal in Bewegung gesetzten Zyklen von Gewalt und Gegengewalt,
allfällige Gesetzmässigkeiten zu erkennen und zu verstehen. Nun denn, ich bin darin noch nicht weit fortgeschritten, doch beginne ich umfassender zu verstehen und erlaube mir – ohne jeden Anspruch auf
Vollständigkeit - die eine oder andere Erkenntnis, die sich inzwischen herausgeschält hat, mit meinen Freunden zu teilen:

Was, also können wir für diese Welt tun? Jetzt!

• Ob das gewaltige Erdbeben und der verheerende Tsunami als Zucken der geschundenen Gaia zu verstehen sind - wie es mir vor fünfzehn Jahren ein Brahmane prophezeite - übersteigt unsere derzeitigen Verständnismöglichkeiten. Wenn wir unseren Heimatplaneten mit all seinen Bewohnern als untrennbare Lebensgemeinschaft wahrnehmen, können wir derartige, die rationalen Erkenntnisfähigkeiten übersteigende Zusammenhänge nicht im vorneherein ausschliessen. Dass sich derart viele Menschen in einer bekanntermassen hochgefährdeten Erdbebenzone ansiedeln und dort hochriskante Technologien installieren, spricht umso klarer für die Beschränktheit des auf den unmittelbaren Nutzen bezogenen Denkens, unter Ausschluss von überlebenswichtigen Aspekten, die sich einer vertieften und umfassenden Schau nicht entziehen könnten. Dass die ohnehin risikoreichen Nuklearanlagen, wie es scheint, nicht mit der gebotenen Sorgfalt gewartet wurden, spricht für den realitätsfernen Hochmut einer technologiegläubigen Gesellschaft, die – eingelullt in die ihr verliehenen Annehmlichkeiten - jeglichen Respekt vor der Gewalt der Geister, die sie riefen, verloren hat.

• Die raschen Veränderungen in Tunesien und Ägypten und das Übergreifen des revolutionären Funkens auf benachbarte Länder haben in Vielen von uns die Hoffnung geweckt, dass die Tage mancher Gewaltherrschaften gezählt sein würden und in vielen Ländern der arabischen Welt eine Wende im Sinne der globalen Evolution des Bewusstseins bevorstehe. In Ägypten und Tunesien scheint der Ausstieg der Revolutionäre aus der Gewaltspirale in einer
ersten, entscheidenden Phase offensichtlich gelungen zu sein; die Machthaber sind letztlich vor der Gewalt gegen die eigene Bevölkerung zurückgeschreckt und haben in die Wende eingelenkt. Noch wissen wir allerdings nicht, was folgt. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen in Ägypten mahnen zu vorsichtiger Einschätzung. Ob ein gewaltfreier Aufstand auch in Libyen möglich gewesen wäre, wissen wir nicht; Ghadafi scheint vor Gewalttätigkeit nicht zurückzuschrecken, wenn es um den Erhalt der eigenen Macht geht. Immerhin wäre es im Falle gewaltlosen Widerstandes seitens der „Rebellen“ um die Legitimität des Eingreifens seitens der Weltgemeinschaft besser bestellt gewesen. Auch unter diesen
Umständen verbliebe die Frage im Raum, weshalb die Weltgemeinschaft der Verletzung elementarster Menschenrechte seitens diktatorischer Regimes nicht bereits in so vielen anderen Fällen nicht ebenso klar mit harten Mitteln Einhalt gebot (oder gebietet)? Darüber hinaus ist der seit einigen Tagen laufende Einsatz zur Umsetzung der Resolution des Sicherheitsrates schon im Ansatz durch mangelnde Integrität gezeichnet – geht es um die Zivilbevölkerung oder um den Sturz von Ghadafi? - und trägt somit das Potenzial einer unseligen weiteren Verstrickung in Gewalt und Misstrauen in sich. Dass gleichzeitig in Bahrain der Ruf der Bevölkerung nach demokratischen Rechten mit Unterstützung der benachbarten Saudis gewaltsam unterdrückt wird, während die Weltöffentlichkeit davon kaum Notiz nimmt, zeigt wie sehr der unmittelbare Nutzen – oder dessen Gefährdung - im Bewusstsein unserer Gesellschaft dem Sinn für Wahrhaftigkeit und Integrität vorangestellt wird.

• Während jetzt Japan und die arabische Welt im Fokus des Medieninteresses stehen, stirbt auf dieser Erde weiterhin in jeder Sekunde ein Mensch an Unterernährung: 100'000 Menschen pro Tag, rund 30 Millionen pro Jahr. Das ist mehr als an Krankheiten – Malaria, Typhus, Aids - oder in Kriegen. Das Ziel der Weltgemeinschaft, Armut und Hunger bis im Jahr 2015 zu halbieren, wird kaum noch erreichbar sein. Es ist aus dem Blickfeld der Weltgemeinschaft gerutscht. Wie wenn wegschauen nicht auch eine Form von Lüge wäre?

• So grundverschieden diese Probleme gelagert sein mögen: Sie verweisen uns letztlich auf die Gewissensfrage der ethischen Grundlegung jeglichen politischen, wirtschaftlichen und persönlichen Handelns. Es kann keine friedlichere Welt geben, solange wir als Einzelne und auf allen Ebenen des Zusammenlebens diese Frage nicht aus dem Wahrheitsgrund unseres Herzens beantworten können. Umgekehrt: Der Entscheid aller Einzelnen für ein Leben in mitfühlender Wahrhaftigkeit, verbunden mit dem Mut, diese auch von seiner Umgebung einzufordern, wäre ein wesentlicher Beitrag zum kollektiven Bewusstseinswandel, den jeder Mensch zu leisten in der Lage ist.

• Für uns Einzelne, wie auch für eine (noch) nicht bewusst als Netzwerk verbundene weltumfassende Koalition mitverantwortlicher Weltbürger, mögen wesentliche, dem aktuellen Zustand des Planeten zugrunde liegenden Fragen noch als übergross erscheinen. Es sind wohl Ahnungen und manche Grundsätze für die Gestaltung einer Menschheit vorhanden, die mit sich und der Erde in Frieden lebt, aber auch - machen wir uns nichts vor - noch viel mehr gut gemeinte Wünsche, die mit der Realität wenig zu tun haben, und noch weniger produktiv: Rezepte, wie man die Fortsetzung der nun einmal eingeschlagenen (Irr-)Wege durch intelligente Korrekturmassnahmen für die Zukunft sichern könnte. Gerade weil sich die Wege zum Neuen nicht im Lichte von Angst und Schmerz enthüllen werden, ist es augenblicklich kaum fruchtbar, sich unter dem Eindruck der emotionellen Krise, in Diskussionen über "neue" Wege zur
Vermeidung von Leid und Not zu ergehen.

• Was bleibt uns angesichts der globalen Krise, die uns alle angeht?:
1. Wo immer wir durch konkretes Handeln Leid verhindern oder lindern können, sollen wir es tun. Sofort - nach einer Selbstprüfung unserer Intention im Hinblick auf ihre tiefere Motivation: Geht es uns um den Nächsten oder die Beruhigung unserer selbst?

2. Wo wir keine konkrete Handlungsmöglichkeit sehen, geht es primär um die eigene Veränderung. So wie ich Mitgefühl verstehe, ist es frei von Schmerz, Angst oder Wut: dann können wir mit dem Herzen sehen und annehmen was und wie es ist. Dies bedingt, die emotionalen Resonanzen auf das äussere Geschehen als Eigenes zu verstehen, und im Lichte des Mitgefühls für unsere eigene Bedingtheit wahrzunehmen. Der immer wieder gehörte spirituelle Grundsatz, dass wir die Welt verändern, indem wir uns selbst ändern, hat für mich wieder eine neue, aktuelle Bedeutung erhalten. Wenn wir - wie ich kürzlich selbst erfahren konnte - Materie ohne sie zu berühren, rein durch Empathie, in physische Bewegung versetzen können, wenn dies, wie ich nun weiss, nicht nur im persönlichen Nahbereich, sondern über Kontinente hinweg möglich ist, können wir darauf vertrauen, dass sich unser Mitgefühl - absichtslos und jenseits des "Wissens" unseres kontrollierenden Ich - auf die Nächsten überträgt.
Auf diese Weise werden wir irgendwann den ganzen Planeten mit so vielen glühenden Funken überzogen haben, dass an einem Punkt - der unserer Kontrolle entzogen ist - das ganze System, die Erde mit all Ihren Bewohnern, in diesem Mitgefühl entflammt. Wie ich in meinen persönlichen Bemühungen um das berührungsfreie Bewegen von Materie gelernt habe, werden die unser kontrollierendes Ich übersteigenden Kräfte erst frei, wenn wir uns ihnen in vollem Vertrauen hingeben; die leiseste Bewegung des kontrollierenden Ich - und sei es nur die Begeisterung über die Wirkkraft der psychisch-feinstofflichen Ebenen - wird diese Prozesse stören oder zum Erliegen bringen. Dies heisst auch, dass wir unsere aus persönlicher Perspektive gut gemeinten Wünsche loslassen sollen, und die Wirkung in unserer Hinwendung an eine umfassendere Weisheit und Liebe
übergeben dürfen.

3. Was kann also jetzt unsere Mitwirkung zur Heilung der Krise sein?
• Persönliche Hinwendung zu unbedingter Liebe und Weisheit in grösstmöglicher Wahrhaftigkeit und Integrität. Immer wieder von neuem.
• Handeln, wo es um der Andern Willen angezeigt und uns möglich ist
• Erkennen und Annehmen der eigenen Emotionalität samt ihren Wurzeln im Lichte des Mitgefühls für die eigene Bedingtheit.
• Stilles Mitgefühl für die ganze Welt - frei von jeglichen Gedanken und Wünschen, vertrauend auf eine grössere Wirkkraft in und durch uns.
• Subtiles Lauschen nach dem aus der Tiefe des Herzens kommenden, uns und unser Sein ganz persönlich betreffenden Ruf.

Hans Jecklin, 29. März 2011

Autor im Kamphausen Velag, Link zu seinen Büchern

Tags: Hans, Jecklin, Weltenstürme, umbruch, welt

Seitenaufrufe: 104

Antworten auf diese Diskussion

Ach ja Hans Jecklin ist auch Autor des Buches "Eine Welt oder keine"

 

einfach nur danke, fuer diese wunderbaren fuer mich in diesem moment sehr hilfreiche worte.

 

herzlichst

 

karin frisch

Mich würde interessieren, was Eckhart Tolle zu dem Thema nukleare Katastrophe in Japan sagt.

Bis jetzt finde ich immer wieder Botschften von verschiedenen weniger bekannten spirituellen Lehrer.

 

Was sagen aber die Koryphäen? Von ihnen hört man so gut wie nichts. Beliben sie so gelassen dass es fast mit Gleichgültigkeit grenzt?

 

Ich glaube, jetzt noch mehr als je braucht die Menschheit ihre laute Stimmen. Und ihr handeln.

 

Dem Jetzt nur Ja! zu sagen reicht nicht aus. Man muss zu etwas auch Nein sagen können, um das Menschens- und überhaupt Leben willen. Und zwar JETZT.

 

Hallo Silence,

 

ja,ich spüre auch eine Ohnmacht.Wir haben lange Glück gehabt,mit dieser Atomenergie,das konnte nicht immer gut gehen. Wir haben es auf die Spitze getrieben,aber ,so ist es mit vielen Dingen im Leben,das Ego reitz es so lange aus,bis es am Ende ist.Siehe Suchtkrankheiten,Essen,Spielsucht,Umweltschutz,das ist alles unser Ego Das macht so lange bis es nicht mehr kann..Was können wir tun.Im Maya Karlender steht ,wir weden eine große Umwältzung erleben,auch in der Akophalypse im Johannes Evangelium.Ich glaube wir sind angekommen.Das sollte uns aber nicht davon abhalten etwas zu tun,es kann uns morgen auch treffen,dann sind wir dankbar für alle Hilfe.Was man tun kann ,gute Gedanken und Heilung für Japan und spenden.Ich habe 45 € im Mo. Stromkosten.Aber wie kann ich die senken.Meinen Stomanbieter habe ich schon im Jan. gew.Öko Strom.

Reicht das aus?

Nein,ich bin auch gerne in Urlaub in warme Länder geflogen,wenn nicht ein globares Umgecken geschied,dass wird wohl nur unter Druck,mit Katstropfen,oder mit Hilfe der Göttlichen Energie geschehen,2012.Es wird,wie bekannt eine Wende geben,wenn viele Menschen sptituell sind,beeten,meditieren,und die Gegenströmund erzeugen haben wir eine Chanse.Am besten in einer Gruppe.,viele gute Gedanken und Heilung nach Japan und für die Welt,global,auch für die eigene Heilung,ist vielleicht nnoch wichtiger.

 

RSS

Das Forum für Spiritualität

Mein Weltinnenraum ist die deutsche spirituelle Community (= Gemeinschaft) der J.Kamphausen Mediengruppe.

Einheit - Vielfalt - Jetzt.
Spiritualität und spirituelles im Alltag.

Chat, Forum, Blog, Video, Trailer und vieles mehr.

Mitglieder

Moderatorenanfragen

Kontak zum Moderatorenteam
Infos über unsere Moderatoren

Bitte beachtet auch unsere >>Netiquette >> Massnahmenkatalog und den Auszug aus unseren Nutzungsbedingungen

Geburtstage

Fotos

  • Fotos hinzufügen
  • Alle anzeigen

Anzeigen:

Empfehlungen aus dem Weltinnenraum:

Therapeutic Touch
neu als
E-Book & Print on Demand erhältlich

Krieger: Therapeutic Touch

Das magische Kräuterjahr
Feste, Rituale, Kräutermagie, Küchenzauber

Das Magische Kräuterjahr

Herzenslust
Sprecher: Christoph Gaugler
Herzenslust

Achtsam leben
Wie geht das denn?
Thich Nhat Hanh Achtsam leben



Werden Sie zum Guerilla-Gärtner

Seedballs-Broschüre

 

Partner-Websites:


Badge

Laden…

© 2012   Erstellt von Leander von Kraft.

Badges  |  Ein Problem melden  |  Nutzungsbedingungen