Tageslosung:
Heile Deinen Körper A-Z
Hallo Eckart Tolle Fans!

Vielleicht kennt ihr einige Kritiker von Tolle, die an der psychischen Entwicklungsfähigkeit des Menschen zweifeln. Sie behaupten, dass eine Transformation des menschlichen Bewusstsein, oder wie es Tolle schreibt, einen Bewusstseinssprung, gar nicht möglich ist.
Ich möchte gerne wissen, welcher Richtung diese Kritiker angehören.

Aufmerksam geworden bin auch durch folgendes Zitat:

"Die radikale Form beschreibt einige Dinge sehr genau. Sie betont das Sein und nicht das Tun/Werden.
Und sie betont die Einheit.

Die andere Form betont das Tun/Werden, beruht auf einen Glauben an ein Selbst, hat eine Tendenz zum Theismus und ist dualistisch."
 
Zu welcher "Form" gehört Tolle, wenn man das so sagen kann? Ist ein Selbst notwendig, um sein Bewusstsein zu transformieren?

Hintergrund:
J. Krishnamurti, zu dem E. Tolle eine starke Verbindung fühlt, "glaubte" auch an die Transformation des Bewusstseins. Zu seinen Kritikern gehörte sein Namensvetter U.G. Krishnamurti, der eine sehr radikale Form vertrat:
Für U.G. ist "Erwachen ein rein körperlicher Vorgang. Nur ein Funktionieren!"
Ich und psychologisches Denken seien nur ein Hindernis am richtigen Funktionieren des Körpers.
Alles Reden darüber sei eigentlich sinnlos. Es nütze niemanden und niemand würde es verstehen.
Da bleibe nichts mehr von all unseren tollen Erfahrungen und Einsichten.
Einige Anhänger von Advaita Vedanta und des nun-dualen Bewusstseins teilen U.G.s Meinung. Darunter auch W. Ablass, den ich trotzdem sehr schätze!

LG, Andreas



Tags: Ablass, Bewusstsein, Krishnamurti

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Antworten zu dieser Diskussion

Hoi Stefan

Ja, das Sein ist immer da, aber Du bist Dir dessen nicht bewusst in dem Moment, wo Du in Gedanken, nicht präsent bist. Es geht nicht um schlechter oder besser. Es ist wie es ist. Der eine 'Zustand' ist unbewusst, der andere bewusst.
Ich sehe Tolles Lehre nicht dualistisch. Er sagt / es ist dasselbe wie Gangaji sagt, wie Barbara Vödisch sagt, wie alle Erwachten sagen, denen ich bisher in Buchform begegnet bin.

Grüessli
Andrea
Hoi Andreas

"Wir leben nicht, wir werden gelebt"

Das ist ja genau der Unterschied. Der Unbewusste 'wird gelebt', der Bewusste 'lebt'. Das ist ja gerade der Punkt am Erwachen.

Wo sagt Tolle, es geschehe durch Tun? Es geschieht durch SEIN. Atmen, spüren, dasein, Präsenz, leben, sein. Durch SEIN geschieht der Wandel.

LG
Andrea
Andrea_74 sagte:
Das ist ja genau der Unterschied. Der Unbewusste 'wird gelebt', der Bewusste 'lebt'. Das ist ja gerade der Punkt am Erwachen..

"Alles was geschieht ist Gottes Wille" Hat Ramesh Balsekar gesagt. Und das ist auch einer der "Trostlosen"! :)
Will heißen, wir werden durch Gott gelebt, auch die Erwachten unter uns!
Ich denke die "Erleuchteten", "Erwachten" oder wie sie auch immer heißen, finden sich damit ab, und kämpfen nicht mehr dagegen an. Somit schwimmen sie quasi mit dem Strom, mit dem Lauf des Wassers. Das spart Energie und Gott ist ein Ökonom! :)
Der Bewusste nimmt demnach sein Leben nur bewusster war.
Und wie den Lauf des Wassers sehen es auch die Taoisten, das was geschieht.

Andrea_74 sagte:
Wo sagt Tolle, es geschehe durch Tun? Es geschieht durch SEIN. Atmen, spüren, dasein, Präsenz, leben, sein. Durch SEIN geschieht der Wandel.

Durch Bewusstwerdung geschieht Wandel, weil wir unser "sinnloses, unbewusstes" Tun einstellen, weil dafür dann keine Notwendigkeit mehr besteht. Das ist ein Naturgesetz!
Aber wenn die Bewusstwerdung aufgrund eines Wunsches nach Wandel geschieht, erscheint mir das sehr widersprüchlich. Wandel ist Zukunft, nicht Jetzt! Die Welt ist jetzt vollkommen und braucht keinen Wandel!
Unsere Konflikte entstehen mitunter ja dadurch, dass wir genau das nicht einsehen können.

Das ist wie gesagt, ist die "trostlose" Sicht, die aber immer mehr Besitz von mir ergreift. Vor zwei Jahren hätte ich auch nicht gedacht, dass ich mal so über Gott schreiben würde. Aber mit der Zeit ist auch so was möglich.
Und nach einer Flasche einem Gläschen Rotwein ist mein Verstand heute auch nicht mehr in der Lage Einspruch einzulegen.
Aber auch der kommt zurück!
Der Weg der Erkenntnis nimmt manchmal recht merkwürdige Wege!

LG, Andreas
Hi Andrea,

Du schriebst: Der eine 'Zustand' ist unbewusst, der andere bewusst.

Einspruch. Alles findet im Bewustsein / reinen Gewahrsein / Sein statt - ob nun Gedanken oder Gedankenpause.

Du schriebst: Ich sehe Tolles Lehre nicht dualistisch. Er sagt / es ist dasselbe wie Gangaji sagt, wie Barbara Vödisch sagt, wie alle Erwachten sagen, denen ich bisher in Buchform begegnet bin.

Es gibt zwar Erwachen, aber keine Erwachten. Erwachen heißt, das "Ich" als Illusion zu durchschauen. Eckhart Tolle schreibt übrigens auch über "das illusorische Ich" in "Eine neue Erde" (S. 36), führt diesen Sachverhalt aber nicht konsequent zuende. Gangaji und Barbara Vödisch schätze "ich", aber auch die beiden haben bei "mir" noch viele Fragen übrig gelassen.

Es grüßt: Stefan
Hallo Stefan

Vielleicht sind dir zu viele Fragen übrig gelassen, weil es darauf keine braucht, die du mit dem verstand verstehen könntest? immer wenn ich ganz präsent bin, dann brauche ich keine antworten, wenn ich nicht mehr präsent bin, dann bin ich (bzw. mein verstand) wieder am suchen. :-)

LG
Andrea
Hallo Andreas

Wieso 'auch'? Wer ist denn sonst noch 'trostlos'? Du? Tolle? Also Tolle finde ich nicht trostlos.

Und was ist daran trostlos, mit dem Fluss des Lebens zu fliessen? Wie es Säuglinge und Kleinkinder noch tun, vollkommene Präsenz, fliessen lassen der Gefühle, egal was es gerade ist, Trauer, Freude, Wut, Lachen... Das ist nicht trostlos, das ist wunderschön. Das ist frei fliessendes Leben... wunderschön... dann ist auch die Trauer schön.... dann ist auch die Wut schön. Dann sind wir wir selbst, ganz wir selbst. Ganz präsent. DAS ist es. Fühlen und sein. Weniger denken. Bzw. dann wenn mans braucht. Wann immer es 'fliesst', FLOW... das Schönste der Welt. :-)

LG
Andrea
Andrea_74 sagte:
Wieso 'auch'? Wer ist denn sonst noch 'trostlos'? Du? Tolle? Also Tolle finde ich nicht trostlos.
Hallo Andrea,

bezog sich auf mein vorheriges Posting hier:
Andreas sagte:
Darum sprechen einige auch von der radikalen oder auch "trostlosen" Form. Sie besagt, dass die Welt im Grunde völlig vollkommen ist und dass jedes "Verbessern-Wollen" (die Suche nach Verbesserung) in Grunde auch wieder aus einer Idee oder aus einem Ideal begründet ist. Und Ideen und Ideale haben selbst nach Krishnamurti, ihren Ursprung ausschließlich aus dem Denken und dem Ich und sind eine weitere Ursache unserer Konflikte.

Ramesh Balsekar vertritt eine ähnliche Auffassung, darum ist er auch so ein "trostloser" ;-). Natürlich bezog sich das nur auf seine Lehren.
Also Eckart Tolle finde ich auch gar nicht trostlos, und seine Lehren sind es auch nicht. Das ist es auch was ich rüberbringen wollte ;-)!

Wieso trostlos?

Stefan schrieb:
Mir sind die "Lehrer" am liebsten, die sagen, dass es bei ihnen nichts zu bekommen gibt.

Also von denen kann man auch keinen Trost erwarten, im Gegensatz zu den Lehrern, die vom Bewusstseinssprung, Transformation im Bewusstsein, Notwendigkeit eines Bewusstseinswandels oder einer neuen Erde sprechen.
Das soll aber keine Wertung sein. Ich mag auch Krishnamurti und Tolle.

Andrea_74 sagte:
Und was ist daran trostlos, mit dem Fluss des Lebens zu fliessen? Wie es Säuglinge und Kleinkinder noch tun, vollkommene Präsenz, fliessen lassen der Gefühle, egal was es gerade ist, Trauer, Freude, Wut, Lachen... Das ist nicht trostlos, das ist wunderschön. Das ist frei fliessendes Leben... wunderschön... dann ist auch die Trauer schön.... dann ist auch die Wut schön. Dann sind wir wir selbst, ganz wir selbst. Ganz präsent. DAS ist es. Fühlen und sein. Weniger denken. Bzw. dann wenn mans braucht. Wann immer es 'fliesst', FLOW... das Schönste der Welt. :-)

Ja, das Schönste der Welt, der vollkommenen Welt, da bedarf es keinen Trost! Also "trostlos" nicht ganz so ernst nehmen ;-).


LG, Andreas

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