Hallo allerseits
Mich beschäftigt schon seit längerem der Umgang mit Zeit in Zusammenhang mit Tolle's Konzept der psychologischen Zeit. Ich bin grundsätzlich mit ihm einverstanden, dass Zeitvorstellungen - wie vieles anderes auch - eine Vorstellung des Geistes ist und einen daran hindern kann, im Jetzt zu sein, und Leiden verursacht. Kommt dazu, dass es ja eh immer nur Jetzt gibt und insofern hat man endlos viel Zeit.
Aber - und da geht es wohl vielen so - ich hab trotz allem immer wieder ganz stark das Gefühl, keine Zeit zu haben, resp. die vielen Wünsche und Bedürfnisse, die ich hab, kann ich in der vorhandenen Zeit kaum ausleben und verwirklichen. Und ich merke, dass es mir auch nicht gut tut, mit diesem ständigen Gefühl von (Zeit-)Mangel zu leben.
Es würde mich interessieren, wie ihr mit Zeit umgeht, gerade mit dem Wissen, dass es immer nur Jetzt gibt. Habt ihr das Gefühl, endlos Zeit zu haben? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Prioritäten Setzen und im Jetzt sein?
Merci im Voraus, Zeline
Tags: Eckart, Tolle, Zeit, psychologische
Hallo Zeline, ich möchte nur kurz reagieren, weil ich mich schon an so vieles hier im Weltinnenraum beteilige.
Es kostet mir sonst zu viel Zeit.
Und da haben wir es schon gleich: dein Thema.
Wie ich es verstehe und von Eckhart Tolle verstehe, leben wir gleichzeitig in mehrere Dimensionen: die Ebene der Formen und die formlose Dimension.
Aus der formlose Dimension "sprechend" kann man sagen:" Es gibt nur das Jetzt", aber in die Dimension der Formen gibt es die Gesetzmäßigkeiten die dazu gehören und das ist u.a. unser Zeitempfinden.
Wenn ich persönlich so damit umgehe, ist es für mich lebbar.
Ich kann "wissen" dass es "das ewige Jetzt" gibt, aber das macht für meine "Handlungen in der Zeit" eigentlich kein Unterschied, höchstens kann es einiges etwas relativieren.
Auch Eckhart Tolle sagt selber in einer seiner DVD' s, dass es in der Dimension der Formen notwendig ist, Termine zu machen u.s.w.
Liebe Grüße
"Mila"
(Mila kommt nicht aus Deutschland, also kann es Schreibfehler geben)
Liebe Zeline,
oft denke ich darüber nach, was Zeit eigentlich ist. Dabei werde ich meist still und erfahre den gegenwärtigen Augenblick. Ich erlebe ihn dann als "Brunnen", aus dem die Zeit hervorfließt. Dieser Fluß wird dann zu dem, was meine Gedanken sind.
Ich habe die Entdeckung gemacht, daß dieser Fluß nicht unabhängig von mir fließt. Ich kann ihn bis zu einem gewissen Grad schneller oder langsamer strömen lassen. Je mehr Aufmerksamkeit ich ihm schenke - stilles Beobachten - desto langsamer fließt er. Es ist erstaunlich.
Ich habe dieses Jahr meine Magisterarbeit geschrieben. Ich hatte sechs Monate Zeit. Drei davon habe ich still beobachtend auf dem Bett verbracht - mehrere Stunden am Tag. Geschrieben habe ich selten, und wenn, dann in großer Ruhe. Die Arbeit ist rechtzeitig und ohne große innere Not fertig geworden.
Während des stillen Beobachtens war die ganze Zeit eine Stimme in meinem Kopf, die mir sagte, ich müßte jetzt gefälligst aufstehen, weiterschreiben... sie hat versucht, mir Druck und Streß zu machen. Es geht auch ohne sie. Und was sie sagt, stimmt nicht.
Liebe Zeline, diese Erfahrung hat mir gezeigt: wenn ich diesem Moment meine ganze Aufmerksamkeit schenke, dann wird er weniger dicht. Das "Müssen", das "Werden", das "Irgendwohinkommen" wird weniger dringend. Dieser Moment. Meine Aufmerksamkeit verschmilzt mit ihm. Es ist eine Art unkörperlicher Sex. Ich und das Jetzt - wir sind eins.
Ich habe nicht das Gefühl, endlos Zeit zu haben. Ganz im Gegenteil. Mir wird mehr und mehr bewußt, wie schnell alles vorbeigeht, wie kurz mein Leben ist - und daß ich eigentlich überhaupt keine Zeit habe. Ich nehme nur an, daß ich welche habe. Husch - dreißig Jahre: nur noch eine Erinnerung. Die Jahre rasen und stürzen vorbei, wie ein Wasserfall. Das macht nichts. Es gibt das eine, was bleibt: dieser Moment. Völlig unabhängig von dem, was er enthält.
Ja klar, ich vergesse oft den Moment. Ich verliere mich in der Zeit. Das macht auch nichts. Ich kann aus diesem Moment nicht herausfallen. Er ist immer da.
Vielen Dank für dein Thema.
Lieben Gruß
Sven
liebe Zeline..
vielleicht ein Beispiel:
die Familien setzt sich an den Tisch und spielt zusammen.
vereinbart ist 1 Stunde zusammen zu spielen.
das würde ich "Uhrzeit" nennen. Jeder kann auf die Uhr schauen und für jeden sind dann z.b. 40 Minuten gespielt und 20 Minuten werden noch gespielt.
Die individuelle Wahrnehmung dieser Zeit wäre dann die "psychologische" Zeit:
der 14 jä. Sohn spielt unheimlich gerne.. und für ihn sind die restlichen 20 Minuten viel zu kurz,
sind in windeseile vorbei.
Sein 16 jä, Bruder dagegen hat danach ein Date mit seiner neuen Freundin.. für ihn vergehen
die gleichen restlichen 20 min. wie in Zeitlupe.
oder so.. :-)
der Vater denkt an das Fußballspiel das er gestern im TV gesehen hat .. ist in der Vergangenheit und Mama überlegt was sie morgen kocht.
nur die Katze sitzt am warmen Sofa und ist voll und ganz im Jetzt.
lg norbert
Danke für die Geschichte! Ich wäre gern die Katze, das ist schon mal klar :-)
hallo zeline
wichtig ist es zu verstehen das zeit nur eine masseinheit ist, die der mensch geschaffen hat um abläufe zu regeln, also aus praktischen gründen,
wenn ich das erst einmal wirklich heruntergeschluckt habe, ist es einfacher sich selbst immer wieder aus dem auftauchenden stresserleben herauszuholen, natürlich ohne vorwürfe und wertungen, eher mit einen augenzwickern.
zeit wie wir sie geschaffen haben gibt es nicht. das jetzt ist aber gerade für den anfang ein kaum greifbares konzept den ist es da ist es auch schon vorbei, wie gehe ich damit um?
meine methode ich beobachte mich wie zeit auf mich wirkt. wann bekommst du warum stress. erst wenn ich mich selbst beobachte komme ich aus den automatisch ablaufenden programmen raus und sehe was passiert und warum. diese erkenntnisse helfen mir dann was zu verändern. ich kann einordnen ist das jetzt wichtig muss ich das wirklich gleich machen oder ähnliches, eine einfache form von zeitmanagement wird so eingeführt.
das zweite ebenfalls wesentliche detail das du schön beschrieben hast, sind die vorstellungen, was ich denke alles tun zu wollen innerhalb einer bestimmten zeitspanne.
da hilft ebenfalls sich immer wieder in dieser vorstellung zu beobachten, die vorstellungen was alles getan werden muss zu relativieren und ganz wichtig hin und wieder auch einmal nein sagen wenn mich liebe menschen fragen, ob ich dieses und jenes machen möchte.
gute freunde die ein interesse ein mein wohlsein haben werden das verstehen.
dies beruht natürlich auf gegenseitigkeit, mit einem guten freund/freundinn könnte ich dies einmal gemeinsam umsetzen mit gegenseitiger reflektion wie es einem damit geht.
es hilft auf jeden fall, gerade zu anfang wenn möglich, meine beobachtungen aufzuschreiben das vertieft diese beobachtung noch einmal.
die beobachtung meiner selbst, meines denkens, meines erlebens ist eine wirklich hilfreiche methode die ich auf all die bereiche ausweiten kann, die mich in meinem täglichen erleben belasten.
Das geschieht recht schnell wie automatisch, ich kann es einfach tun in meinem kopf, ich brauche nichts weiter ausser respekt vor mir selbst, was bedeutet, das ich innerhalb dieser methode, mir, von anfang an verbiete mir gegenüber vorwürfe zu formulieren z.b. bin ich blöd, oder ähnliches das ist eher kontraproduktiv. beobachte ich aauch das, das es sehr oft auftritt, ja dann ist das ein weiteres wichtiges thema für mich.
vorwürfe helfen nie, denn wie uns eckhardt lehrt ist das was ist, so wie es ist, es ist nicht schlecht oder blöd, alles ist, wie es ist, aus eine bestimmten grund.
jeder moment in unserem leben ist ein ergebnis von geschehen das vorher passierte und sich in dem was ich jetzt erlebe hervortritt.
ich danke für die frage, zeline
alles liebe
ich bin
Hello Norbert
Vielen Dank, besser koennte nicht erklaert werden.
Die Katze weisst, wie man das Leben genissen soll. Ich moechte versuche wie die Katze
in hier und jetzt zu sein.
Liebe Gruesse- Sara
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