Jeder kennt Situationen in denen uns etwas/jemand an den Rand unseres Lebens zu stellen scheint. Wir fühlen uns in das Jetzt katapultiert - sind konzentriert im Hier.
Es entsteht eine Art Zeitfenster, als gäbe es kein Zurück und kein Vorwärts mehr. Begleitende Gefühle wie Wut, Trauer, Ohnmacht oder Angst sind stark präsent. Doch anstatt diese Gefühle erst einmal nur wahrzunehmen, zu sehen, aus welchen Überzeugungen wir handeln und welche neuen Möglichkeiten in der Situation liegen, reagieren wir dann meistens aus einem alten Muster heraus. Und die Geschichte nimmt ihren Lauf – wir sitzen in der Falle von Opfer / Täter.
Der
4-Schritte Friedensprozess (Vier Schritte der Tipping-Methode zur Vergebung) hilft uns den Kreislauf von Bewertung und Schuldzuweisung zu stoppen, es entsteht ein Raum, der es uns ermöglicht, in diesem Zeitfenster einen Schritt zur Seite zu treten und uns bewusst für einen neuen Umgang mit Situationen/Gefühlen zu entscheiden.
Schritt 1
»Schau was ich kreiert habe.«
Ein "roter Knopf " wird gedrückt.
Was zeigt sich mir durch die Situation?
Was spiegelt mir der andere Mensch? Wie außen so innen. Ich gehe mit dem in Resonanz was in mir selbst noch ungeheilt ist, ungeklärt vor sich hinschlummert. Was mir der andere vermeintlich antut, macht mir meine Überzeugungen und Muster sichtbar - und berührt mich. Das geschieht nicht gegen mich, sondern dient meinem ganz persönlichen Seelenwachstum. Ich übernehme die Verantwortung für das was ich erlebe und fühle.
Schritt 2
»Ich bemerke, dass ich urteile und liebe mich trotzdem.«
Wir beziehen das Geschehen auf uns.
Zum Menschsein gehören Überzeugungen und Interpretationen, die wir uns angeeignet haben - und dies oft unbewusst, in aller Schnelligkeit.
Bemerken und fühlen wir dies, haben wir einen großen bewussten Schritt in Richtung unseres authentischen Seins gemacht. Liebevoll integrieren wir wirklich alle Teile, anerkennen liebevoll alles was, uns „widerfährt“ als zum Menschsein dazu gehörend.
Schritt 3
»Ich bin bereit die Vollkommenheit in dieser Situation zu sehen.«
Die Möglichkeit und Bereitschaft zu sehen, dass, was uns geschieht, einen Sinn haben könnte, ist der Schlüssel zur Vollkommenheit - Gott macht keine Fehler.
Auch wenn wir über unseren Tellerrand des Menschlichen nicht immer hinaus sehen können, erwägen wir, dass es ein größeres Bild, einen Plan geben könnte, in dem alles perfekt ist. Und es daher nichts zu vergeben gibt.
Hier deuten wir die Geschichte um, und lassen unsere alten Überzeugungen von Täter und Opfer los. Wir öffnen uns der Möglichkeit, dass unser Gegenüber Teil des göttlichen Plan ist, damit wir lernen und Ganzheit und Heilung erfahren können. Krisen werden für uns zu Chancen. Alles fügt sich zusammen – und wir gehen gestärkt aus den Situationen hinaus.
Schritt 4
»Ich entscheide mich für die Kraft des Friedens.«
Die Kraft der Veränderung.
Den mutige Schritt zu wagen, uns in den Frieden hinein zu begeben, alte ausgetretene Pfade zu verlassen und eine höhere Macht die hinter allem was ist, war und sein wird anzuerkennen. Aus diesem Frieden und Vertrauen entsteht für uns die Kraft ganz bewusst im Jetzt zu handeln.
**********************************************************************************************************
Wer den Prozess der »4 Schritte zur Vergebung« durchlaufen möchte,
kann sich das
Arbeitsblatt hier downloaden»»» 40KB.pdf-Datei
Nehmen Sie sich eine ganz konkrete Situation aus Ihrem Leben, in der Sie sich als Opfer / Täter gefühlt haben und bearbeiten diese an Hand des Arbeitsblattes.
Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass die strukturierte Arbeit mit dem Arbeitsblatt ein kraftvoller Schritt zur Auflösung alter Muster und Überzeugungen darstellt und die Auswirkungen im Alltag deutlich spürbar werden.
Schreiben Sie uns und teilen Sie uns Ihre Erfahrungen hier als Kommentar mit.
Herzliche Grüße
Sabine Meister
p.s. Wenn Sie Fragen zu den »4 Schritten zur Vergebung« haben, können Sie diese hier im Forum stellen – oder sich auch persönlich mit mir in Verbindung setzen.