Das Leben bietet mir wahrhaftig genug Material mein Bewusstsein zu schulen. So begegne ich täglich auf der Strasse, im Bus oder beim Einkauf im Supermarkt mürrischen und schlecht gelaunten Menschen, denen es auf die Stirn geschrieben zu sein scheint., das DER oder DIE ANDEREN Schuld haben – und sie selbst Opfer von Staat, Kollegen, dem Wetter oder ihren Partnern sind – eben den Umständen ihres Lebens.
Die Erfahrung zeigt: Es sind überwiegend die kleinen Dramen, die die Menschen beschäftigen und sehr oft dann so mürrisch und genervt ausschauen lassen.
Wir sind besonders dann für solche Stimmungstiefs „anfällig“, wenn wir noch eine “Rechnung offen haben“ - und mit dem in Resonanz gehen, was dazu an unbewussten Glaubenssätzen und Interpretationen in uns schlummert – und eigentlich nur darauf wartet, ans Tageslicht zu kommen um erlöst und geheilt zu werden.
Hier eine kleine Geschichte, die das verdeutlichen soll. Und schauen Sie einmal selbst – ich bin mir sicher, auch in Ihrem Alltag gibt es zahlreiche kleine Momente und Situationen, in denen Sie ähnlich reagiert haben wie ich. Ich lade Sie ein, „Ihre“ Geschichte hier zu schildern.
Im Nachhinein betrachtet, können wir oftmals nur schmunzeln, welche Fügung, von einer höheren Warte aus beobachtet uns diese „Geschichte“ bietet und oftmals erst hinterher die Lektion sehen können, die uns das „Schicksal“ hier präsentiert hat.
Mit den Werkzeugen der Tipping-Methode der Vergebung möchten wir Ihnen in dieser Gruppe eine Methode präsentieren, die Ihnen hilft, diese Situationen für Ihr persönliches Wachstum zu nutzen und eben nicht mehr im Kreislauf der Opfer / Täter –Rolle zu landen.
Die Geschichte...
Wie es in den Wald rein ruft so schallt es zurück?
Jeder kennt die hektische Situation am Samstagnachmittag kurz vor Ladenschluss noch einkaufen zu „müssen“ da zu wenig Milch, kein Bier oder sonstige lebenstechnisch wichtige Dinge für den Grillabend oder das geplante Sonntagsfrühstück noch fehlen.
Das Gerangel an den Regalen scheint gerade an diesem Wochenende besonders groß zu sein, offensichtlich habe nicht nur ich einen Grillabend geplant – im Trabanten-Discounter geht es zu wie in einem Ameisenhaufen.
Und es kommt wie es kommen muss, ich sehe grad noch die letzten beiden Voll-Milch-Flaschen vor meinem Augen aus dem Kühlregal im Einkaufswagen vor mir landen.
Mist. Jetzt bleibt, wie mir sofort klar wird, mir und meinen Lieben nur die H-Milch für’s sonntägliche Müsli. H-Milch am Sonntag – zumal Gäste kommen? Und überhaupt, wie sollen wir uns gesund ernähren, wenn die guten Lebensmittel uns vor der Nase weggeschnappt werden?
Der Vater mit seinen 3 Kindern, in dessen Einkaufswagen „meineMilch“ gelandet ist, hätte doch mal vorsorgen können, oder? Schließlich haben auch Menschen wie ich, mit erwachsenen Kindern, ein Recht auf Milch..
Und überhaupt – wieso und wozu braucht der eigentlich 5 Flachen auf einmal?
Der Käse aus dem Angebot geht vor meinen Augen ohne Probleme über die Theke - direkt in den Einkaufskorb - einer Studentin .Hat die denn keine Zeit unter der Woche einzukaufen? Joghurts, rechtsdrehend sind seit einer Stunde ausverkauft, teilt mir das junge Mädchen, das die Regale auffüllt schnippisch mit. Kommt alles mit der Milch-Lieferung am Montag.
Ja prima, danke für die Info. Was ist denn das für ein Laden? Wenn ich bei meiner Arbeit einen solchen Kundenservice anbieten würde - mein Chef würde mich köpfen, unverschämt. Aber der hat mich ja sowieso auf dem Kieker.
Typisch, so war es schon immer - für mich bleibt nichts. Ich komme immer zu spät und nie zum Zuge. Mein Ärger steigt ins Unermessliche, als ich die meterlange Schlange vor mir sehe, die sich Richtung Kasse quält und, spürbar - die anderen trotz gefüllter Einkaufskörbe schlecht gelaunt vor sich hin starren.
Super, die haben doch alles bekommen was sie wollten! Und dann grundlos vor-sich-hin-maulen… Denen allen geht’s doch gut! Ich bin wieder mal die Doofe - so war es immer und wird es immer bleiben. Auch zu Hause bin ich immer die Letzte, die zum Zug kommt, auch meine Schwestern hatten IMMER ALLES WAS SIE BRAUCHTEN - ICH NIE.
...So weit die Darstellung und das Erleben des Opfers
Was lernen wir:
Ja, oft genügen Kleinigkeiten unsere roten Knöpfe in Aktion zu bringen. Unsere Reaktion erscheint uns vielleicht selbst oft überspitzt, aber in den konkreten Situationen fühlen wir genauso. Wir anerkennen nicht, oder können nicht anerkennen, wie bei solchen Gelegenheiten alte Muster und Kränkungen in uns nach oben drängen.
Wir finden kein Hinaustreten aus der Enge - selbst wenn es nur um die verpasste Chance einer Milchtüte geht. Gerade im Alltag zeigen sich in vielen Situationen Interpretationen, die scheinbar nichts mit dem realen Konflikt zu tun haben.
Immer, wenn wir starke Gefühle und eine Art innerer Abwehr bei uns spüren, sich Empörung breit macht, ein selbstgefälliges „Haaaaaa“ in uns hochsteigt, können wir sicher sein, das wir mit etwas in unserem eigenen Inneren in Verbindung getreten sind, das nach Heilung und Integration schreit.
Der 4 Schritte Prozess der »Tipping-Methode der Vergebung« ermöglicht es uns.
Weitere Informationen unter
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