Tageslosung:
Heile Deinen Körper A-Z
Durch Nichtzorn stets besieg’ den Zorn,
Durch Güte den Nichtgütigen
Den Geizigen durch ein Geschenk,
Durch Wahrheit den, der Lügen spricht.

Dhammapada, Vers 223

Liebe spiegelt sich im aufrechten Geben wieder. Himmel und Erde geben sich selbst ohne Erwartungshaltung, ohne Gedanken an Gegenleistung. Wer auf dem Weg Buddhas gehen möchte, muss zunächst lernen, zu geben.

Ich persönlich lebe, um zu Geben.
Das buddhistische »sich selbst vergessen« bedeutet einfach, sich dem Selbst zu überlassen: es ist
schon alles da. Sich selbst zu vergessen meint, sich dem anzuvertrauen, was schon da ist: die universelle Wahrheit, Dein ursprüngliches Gesicht, dass Du schon hattest, bevor Du geboren wurdest, wirkliches Glücklichsein, deine eigene Buddha-Natur. Aber oft tauchen in unserem Leben Probleme auf. Da gibt es dann Ängste, Wünsche, das Gefühl, in einer Sackgasse zu sein, oder auch ein Bild von uns selbst, das nicht gut ist. Dann wird das Leben kompliziert, schwierig: wir erfahren Wirrwar, Dunst, Nebel, der sich über uns legt. Wir kommen aus dem Gleichgewicht. Worum ging es in diesen Zeiten, in denen es uns schlecht ging? Wahrscheinlich ging es um uns selbst, unsere eigenen Probleme. Das Problem ist, dass wir zu sehr auf uns fixiert sind. Wenn wir lernen, zu geben, dann werden wir eins mit uns selbst, finden wir zu uns zurück, finden unser Gleichgewicht wieder, kommen wir zur Quelle unseres Lebens zurück: zum wirklichen Glücklichsein. So ist letztendlich, anderen zu geben, sich selbst zu geben.
Als wir allein waren, als es uns schlecht ging: wäre es nicht schön gewesen, wenn jemand für uns da gewesen wäre? Deswegen, Freunde wissen, dass sie jederzeit zu einer Tasse Tee willkommen sind; Zuhören und einfach da-sein sind auch eine Form des Gebens.

Um zu erhalten, musst Du deine Hände öffnen. Gebe zuerst, lass los, dann kannst du erhalten. Geben ist eine gute Tat. Viel oder wenig zu geben spielt keine Rolle. Mit Geben sind nicht nur materielle Werte gemeint. Zur Zeit bin ich Mentor eines jungen Menschen, der viel Talent für Fotografie hat: ich gebe meine Gedanken, meine Zeit, ehrliche motivierende Worte, ohne etwas zurück zu verlangen: auch dies ist eine Form des Gebens. Worin bist Du gut? Kannst Du Mentor für einen jungen Menschen sein?

Auch wer keine besonderen Talente hat oder wenig Materielles besitzt, kann geben: ein Lächeln, ein paar aufbauende Worte. Dem alten Ehepaar von nebenan den Schnee schaufeln. Auch wenn wir die Krankheit nicht heilen können: Wir können jemandem im Krankenhaus besuchen und eine Tasse Tee bereiten oder auch einfach nur da sein, die Hand halten, den Augenblick teilen: „Du musst da nicht allein durch“. Wie können jemanden anrufen und aufbauen, der traurig ist. Geben ist auch: Ver-geben. Wenn uns jemand zu Unrecht getan hat: wir können Vergeben geben. Dadurch können wir Böses mit Gutem überkommen, wie der obige Vers beschreibt.

Ich überlege mir gerade, wem ich heute eine Freude durch ein paar gute Worte geben kann und greife zum Telefonhörer, ich habe schon lange nichts von meine Schwester gehört, mal sehen, wie es ihr geht, vielleicht freut sie sich über diesen spontanen Anruf, nur so, „Wie geht’s?“

Ich begehre wenig: das ist das grösste Geben.
Ryofu Pussel




Ryofu Pussel - „Buddha-Café, Lovehotel und 88 Tempel“
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Tags: Buddhismus, Weihnachten, dana, geben, geschenke, paramita, pussel, ryofu

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