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Immer wieder bezieht sich Paul Ferrini in seinen Büchern
und seinen Vorträgen auf Jesus, der für ihn eine ganz besondere
Bedeutung hat. Er betont, dass die Lehren Jesu universal sind, der
ganzen Welt gehören und eine immerwährende Einladung in den Kreis
der Liebe darstellen.
Paul Ferrini gelingt es, die Worte Jesu neu für uns zugänglich zu
machen und sie unseren heutigen Lebensumständen gemäß zu deuten.
Hier ein Auszug aus dem Buch „Liebe ist meine
Botschaft“:
Falls du an einen zürnenden Gott glaubst, welcher dich für dein
falsches Handeln zu bestrafen droht, und du, wie die meisten
Menschen, auch falsch gehandelt hast, dann brauchst du einen
Erlöser. Du brauchst jemanden, der zu deinen Gunsten bei Gott
Fürsprache leistet. Dies ist die Lehre des stellvertretenden
Sühneopfers.
Falls du an einen liebenden und mitfühlenden Gott glaubst und du
einen Fehler machst, wie wir anderen auch, brauchst du keinen
Erlöser. Du kannst direkt mit Gott kommunizieren und um Vergebung
bitten. Dies ist die Lehre der Ermächtigung.
Die Lehre des gekreuzigten Stellvertreters besagt, dass Jesus der
einzige Sohn Gottes ist. Er starb für unsere Sünden. Wenn wir an
ihn glauben, werden wir gerettet. Falls nicht, werden wir
vergehen.
Die Lehre der Ermächtigung besagt, dass Jesus ein Kind Gottes ist
und ebenso jeder einzelne von uns. Jesus war ein fortgeschrittener
spiritueller Meister, der hier her kam, um uns zu helfen – uns zu
lehren, Gott zu lieben und auch einander. Er war der größte aller
hebräischen Propheten und Lehrer. Jesus war ein Musterbeispiel für
uns, und wenn wir dazu bereit sind, in seine Fußstapfen zu treten,
können wir ebenfalls unsere Spiritualität erwecken und zu Lehrern
der Liebe werden, welche andere Menschen inspiriert und dazu
beiträgt, eine bessere, gerechtere Welt zu schaffen.
Die Lehre des stellvertretenden Sühneopfers sagt, dass die Welt nur
von Gott oder von Jesus errettet werden kann.
Die Lehre der Ermächtigung besagt, dass die Welt bereits erlöst ist
– nicht aus ferner Höhe – sondern durch die Taten von weisen,
fürsorglichen menschlichen Wesen, welche selbstverantwortlich ihre
Handlungen prüfen und für das Gemeinwohl einstehen.
Die Lehre des gekreuzigten Stellvertreters vertritt die Auffassung,
dass jene, die Gottes Willen und den seines Sohnes befolgen,
geliebt und belohnt werden. Alle anderen werden bestraft, und der
Zutritt zum Himmelsreich wird ihnen verwehrt sein.
Die Lehre der Ermächtigung sagt, dass Gott uns alle gleichermaßen
und bedingungslos liebt, jetzt und für alle Zeiten. Gottes Liebe
ist beständig und allumfassend. Sie ist das Fundament unserer
Existenz.
Einmal gegeben ist sie nicht widerrufbar. Wenn wir diese Liebe
nicht verspüren, so liegt das nicht daran, dass Gott aufgehört
hätte, uns zu lieben. Es liegt daran, dass wir uns selbst von dem
Bewusstsein für Gottes Liebe abgeschnitten haben. In diese
Verlegenheit hat nicht Gott uns gebracht, das waren wir selbst.
Die Lehre des gekreuzigten Stellvertreters benennt auch den Feind
Gottes und Jesu: Satan. Satan ist ein unabhängiger Agent des Bösen,
eine Art von Amok laufendem Gott, das schwarze Schaf der
himmlischen Familie. Satan versucht uns und führt uns in die
Irre.
Die Lehre der Ermächtigung sagt, dass Gott keinen Gegner oder Feind
hat. Es gibt keinen Teufel, den man zum Sündenbock machen könnte.
Niemand anders kann für die Entscheidungen, die wir treffen,
verantwortlich gemacht werden.
Die Lehre des stellvertretenden Sühneopfers besagt auch, dass es in
Ordnung ist, zu töten, solange Gott auf deiner Seite steht. Gott
selbst opferte seinen eingeborenen Sohn am Kreuz, und er forderte
von Abraham, dass er seinen Sohn Isaak opfere.
Die Lehre der Ermächtigung verweigert jegliche Rechtfertigung für
Mord oder Missbrauch.
Dies sind unterschiedliche Sichtweisen der Welt. Jede resultiert in
bestimmten Werten und Vorstellungen.
Die Lehre des Sühneopfers vertritt den Standpunkt, dass alle
Menschen Sünder sind. Sich selbst überlassen, werden sie damit
fortfahren, zu sündigen. Ihre einzige Hoffnung ist es, von Jesus
gerettet zu werden.
Die Lehre der Ermächtigung besagt, dass menschliche Wesen
unschuldig zur Welt kommen. Wenn sie geliebt und respektiert
werden, dann wachsen sie üblicherweise zu liebenden, respektvollen
Menschen heran.
Am Ende ist Liebe die einzige Lösung für die Probleme der leidenden
Menschheit.
Die Lehre des Sühneopfers bestimmt die Verantwortung für alles Gute
und Böse, das passiert, außerhalb unserer selbst. Jesus erlöst uns.
Der Teufel versucht uns. Wir sind wie Bauern in einem Kampf
zwischen Gut und Böse.
Die Lehre der Ermächtigung bestimmt uns als Verantwortliche für die
Entscheidungen, die wir treffen. Wir sind verantwortlich für alles
was wir denken, alles was wir sagen, alles was wir tun. Da gibt es
keinen Erlöser oder Versucher, den wir beschuldigen oder für
verantwortlich halten können. Es sind die Entscheidungen, die wir
treffen.
Dies sind wirklich sehr verschiedene Sichtweisen der Welt.
Wenn du glaubst, dass die Menschen errettet werden müssen, wird
dein Leben zu einer „Mission“ der Rettung anderer. Du glaubst, du
seist im Besitz der Wahrheit und wüsstest, was das Beste für andere
sei.
So wirst du predigen und beschämen und überzeugen, ohne dabei zu
verstehen, wie sehr du gegen andere verstößt, indem du ihre
Glaubensfreiheit nicht respektierst, ihr Recht auf eigene
Erfahrungen.
Andererseits, wenn du verstehst, dass niemand dich erretten kann
und dass auch du niemanden retten wirst, beginnst du, angemessene
Beziehungen zu knüpfen. Du respektierst den Glauben und die
Erfahrungen anderer, selbst wenn du nicht mit ihnen übereinstimmst.
Du versuchst nicht, Entscheidungen für andere zu treffen, ebenso
wenig wie du es zulässt, dass jemand für dich Entscheidungen
trifft.
Du kannst nicht beiden Lehren dienen. Du dienst der einen oder
der anderen.
Wenn du der Lehre des stellvertretenden Sühneopfers dienst, dann
akzeptierst du die Evangelien als absolutes Wort Gottes, welches
uns überliefert wurde und wörtlich zu interpretieren ist.
Du glaubst nicht daran, dass die Lehren des Meisters durch eine
direkte Kommunion erhellt werden oder der Sinn ihres Inhalts an die
modernen Gegebenheiten angepasst werden kann.
Für dich hat die gegenwärtige Offenbarung keinerlei Autorität.
Wenn du der Lehre der Ermächtigung dienst, so findest du nicht nur
in den Evangelien Anleitung und Inspiration, sondern in deiner
direkten Kommunion mit Jesus in der Tiefe deines Herzens. Für dich
ist die Offenbarung eine fortlaufende Realität, in welcher du
Anleitung und Einsicht erhältst.
Im ersten Fall ist die Heilige Schrift abgeschlossen. Es wurde
bereits alles gesagt.
Im letzteren Fall ist die Heilige Schrift offen und muss auch
weiterhin geöffnet bleiben, wenn die Lehren des Meisters sich
erneuern sollen, und damit die Schrift vollständig von den Menschen
aller Generationen empfangen wird.
Die Lehre des Sühneopfers arbeitet Hand in Hand mit dem religiösen
Fundamentalismus. Für Fundamentalisten ist die Schrift die
Wahrheit, und jedes Wort muss studiert, seziert und interpretiert
werden. Fundamentalisten beanspruchen eine äußere Autorität.
Andererseits arbeitet die Lehre der Ermächtigung Hand in Hand mit
der mystischen Erfahrung.
Mystiker vertrauen oftmals sogar mehr auf ihre direkte Erfahrung
mit dem Göttlichen als auf die Worte der Schrift. Sie beanspruchen
eine innere Autorität.
Ironischerweise dokumentieren sowohl Bibeln wie auch Schriften die
mystischen Erlebnisse und Offenbarungen der Vergangenheit. Sie sind
in dieser Hinsicht hilfreich.
Wie auch immer, wenn sie zur Zwangsjacke verkommen und Menschen
dazu bringen, der Legitimität ihrer eigenen Erfahrungen zu
misstrauen, dann werden sie dogmatisch und kontraproduktiv.
Glaube braucht ein Element der Erfahrung und den Dialog mit dem
Göttlichen, da man nicht an etwas glauben kann, das man nicht
erlebt hat.
Wenn man die Erfahrung Gottes aus dem Glauben an Gott
herausstreicht, dann wird er flach, vorhersehbar und blind.
In solch eine Zeit wurde Jesus geboren. Der jüdische Glaube seiner
Zeit war farblos, langweilig und verstaubt. Es mangelte ihm an
Energie und Leben. Es mangelte ihm an Leidenschaft und dem Urteil
der Erfahrung.
Heutzutage findet das Christentum sich in demselben Boot
wieder.
Die Zeit für eine Erneuerung des Glaubens ist gekommen. Wenn du
diese Worte liest, wirst du verstehen, wie wichtig diese Erneuerung
für dich und viele andere ist.
Häufig sagen Menschen zu mir: „Ich kann die Lehren der Kirche nicht
akzeptieren, doch ich liebe Jesus immer noch. Ich fühle noch, dass
er mein Lehrer ist.“
Falls du so fühlst, fasse dir ein Herz. Wische die Vorurteile der
Vergangenheit fort und komm mit leeren Händen zu ihm. Er wird dich
lehren. Er wird dich anleiten.
Er erwartet einfach deine Einladung.
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„Öffnen Sie sich jetzt der Weisheit Jesu, die Paul Ferrini uns hier
übermittelt. Diese Worte können Sie zu größerer Einsicht und
größerem Verständnis inspirieren, zu mehr Klarheit und zu größerer
Entschlossenheit, Veränderungen in Ihrem Leben herbeizuführen, die
wirklich die Welt verändern können.“
Neale Donald Walsch
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