Tarot ist ein uraltes, durch Mysterienschulen zeitweise geheim
überliefertes Weisheitssystem. Das tiefe Wissen findet seinen
sichtbaren, zum Teil jedoch durch Symbole verschlüsselten Ausdruck
in der Zusammenstellung von eindrucksvollen Bildern. Jede Karte ist
Träger einer ihrem Symbolgehalt entsprechenden Energie.
Tarot ist wie ein Bilderbuch unserer Innenwelt.
Die Tarotbilder dienen uns als Spiegel für unsere
Lebenssituationen. Sie helfen uns erkennen, wie wir diese meistern
und für unsere Entwicklung nutzen können. Wenn wir kämpfen, wird
uns Kampf gespiegelt; wenn wir lieben, strahlt uns Liebe entgegen;
wenn wir von Ängsten beeinflusst werden, werden wir mit Bildern der
Angst konfrontiert. Und wenn wir unsere innere Weisheit nach den
verborgenen Potenzialen und Geschenken hinter unseren
Herausforderungen befragen, hilft uns Tarot, diese zu erkennen.
Bilder als Spiegel unserer
Selbst
Die Seele lebt in Bildern, wir träumen in Bildern, wir nehmen über
80 Prozent unserer Sinneseindrücke über die Augen auf. „Ein Bild
sagt mehr als tausend Worte“, lautet deshalb auch eine Weisheit,
die sich die moderne Werbung zunutze macht.
Die Tarotbilder beziehen sich auf Urbilder, sog. Archetypen. Sie
geben uns, wenn man sie richtig lesen kann, Vorzeichen und weisen
auf einen verborgenen Sinn hin. Die Bilder der 78 Tarotkarten
sprechen den innersten Sinn für jene Bilder an, die tief in unserer
Seele schlummern. Sie stellen so etwas wie 78 Spiegel der Seele mit
ihren vielen Facetten dar.
Stellen Sie sich einen großen Garten vor, den Sie von oben sehen
können. Da wachsen bunte Blumen und prächtige Bäume, und in den
Hecken zwitschern Vögel. Natürlich gibt es irgendwo im Garten auch
einen Komposthaufen, einen Platz für Abfälle. Und
selbstverständlich leuchten die Rosen nicht nur, sondern tragen
auch Dornen an ihren Stielen. Wir können alle Aspekte zur Kenntnis
nehmen, aber welchen Aspekten dieser Wirklichkeit wollen wir uns
widmen? Welche möchten wir weiterentwickeln und nutzen? Das liegt
ganz an uns selbst!
Wegweiser und Meilensteine
Die 78 Karten des heute vorliegenden Tarots können als eine
symbolische Landkarte betrachtet werden, als Wegweiser und
Meilenstein auf dem Weg der inneren Reise. Der rechte Gebrauch
vermittelt Einsichten und klärende Erkenntnisse über die
Lebenssituationen, die jeweils Gegenstand der Frage sind. Durch
seinen bedeutsamen transformierenden Wert kann Tarot zu wertvollen
Durchbrüchen, mehr Klarheit und erweiterter Wahrnehmung dessen
führen, was uns in unserem Leben am meisten beschäftigt und am
tiefsten berührt. Es enthält Hinweise auf unsere besonderen Stärken
und deckt blinde Flecken auf, wenn wir bereits sind, die
einzugestehen. Tarot sollte ausschliesslich zu Selbsterkenntnis und
persönlichem Wachstum genutzt werden, keinesfalls jedoch, um andere
Menschen oder das Leben selbst zu manipulieren.
Warum funktioniert Tarot?
Ein zeitloses geistiges Gesetz, das für alles Leben in diesem
Universum gültig ist, besagt: Wie oben so unten, wie innen so
außen, wie im Kleinen so im Großen.
Auf uns und die Tarotkarten bezogen heißt das: Das Bild jeder Karte
hat eine Kraft, eine Ausstrahlung und eine Bedeutung. Wenn wir
diese mit uns in Verbindung bringen, z.B. mit einem Bereich unseres
Lebens, der uns gerade sehr beschäftigt, so spiegeln der Inhalt und
die Qualität eines Tarotbildes exakt den Zustand dieses
Lebensthemas.
Nehmen wir einmal an, wir sind frisch
verliebt, wissen aber noch nicht sicher, ob unser Wunsch nach
Kontakt und Nähe auf Gegenseitigkeit beruht. Natürlich brennen wir
darauf, darüber etwas mehr zu erfahren. Wir nehmen also die
Tarotkarten zur Hand, gehen durch die vorbereitenden Schritte und
ziehen eine Karte mit der Frage nach der gegenwärtigen Realität
unserer Verbindung. Kommen nun z.B. DIE LIEBENDEN, das ASS DER
STÄBE oder die ZWEI KELCHE zum Vorschein, werden wir uns sicher
sehr freuen, denn alle diese Karten zeigen ein wundervolles
Potenzial für unsere Begegnung. Erscheinen hingegen die SIEBEN
SCHWERTER, DER GEHÄNGTE oder die ACHT KELCHE, bekommen wir einen
ernst zu nehmenden Hinweis auf vorhandene Blockaden. Dennoch – und
das ist sehr wichtig und vielleicht nicht so leicht zu begreifen –
legt keine dieser Antworten den Verlauf unserer Beziehung fest! Wir
haben immer die Möglichkeit, uns frei zu entscheiden!
Bleiben wir beim Beispiel und nehmen einmal an, jemand hätte DIE
LIEBENDEN für die Begegnung mit seiner neuen Flamme gezogen. Er
freut sich zwar, aber gleichzeitig zieht sich etwas in der
Magengegend zusammen. Eine Angst vor zu viel Nähe, ein altes Gefühl
von Wertlosigkeit macht sich breit. Er zieht sich zurück und
vermeidet vorläufig weitere Kontakte. Das vorhandene
Liebespotenzial wird durch alte, vielleicht sogar unbewusste Ängste
überlagert.
Ein anderer Verliebter zieht nun DEN GEHÄNGTEN und erkennt, dass es
in ihm eine Tendenz gibt, den Kontakt mit dem geliebten Menschen zu
sehr kontrollieren zu wollen. Er lässt innerlich tief los, öffnet
sich für den Willen des Ganzen für sein Leben und übt Geduld und
Vertrauen. Durch diesen Bewusstseinsschritt wird der Weg wieder
frei für eine Liebesbegegnung, so wie es der Bestimmung beider
entspricht.
Diese Beispiele machen uns deutlich, dass es neben der Aussage
einer Tarotkarte und der äußeren Lebensrealität eine dritte, alles
entscheidende Ebene gibt, nämlich unser Bewusstsein!
Es geht um unser
Lebensglück!
Unser Bewusstsein, das beteiligt ist an der Gestaltung unserer
Lebensrealität, entfaltet erst in dem Maße seine vollen Potenziale
als es lernt, Informationen sowohl aus der sichtbaren äußeren als
auch aus der unsichtbaren inneren Welt aufzunehmen und in
Verbindung zu setzen. Jedes Mal, wenn wir die Tarotkarten und das
Begleitbuch benutzen, wird diese Fähigkeit (die wir auch Intuition
nennen können) ganz nebenbei und spielerisch entwickelt. Die
Antennen unserer Wahrnehmung werden sich erweitern, und wir werden
unser Leben aus immer neuen Blickwinkeln betrachten lernen. Dieses
dynamische Zusammenspiel enthält das Geheimnis eines glücklichen,
erfolgreichen und erfüllten Lebens. Unser Interesse an Tarot ist
eigentlich unser Interesse an unserem Lebensglück!
Tarot als Orakel?
Können die Tarotkarten für Hinweise auf wichtige Menschen in
unserem Leben oder auf vergangene oder gar zukünftige Ereignisse
genutzt werden – das werde ich oft gefragt.
Da Raum und Zeit auf einer höheren Ebene unseres Bewusstseins nicht
existieren, können wir uns natürlich sowohl mit nicht anwesenden
Menschen als auch mit vergangenen oder zukünftigen Situationen und
Ereignissen verbinden. Sie alle existieren auf einer anderen Ebene
immer schon im Hier und Jetzt. So könnte man die innere Weisheit
bitten mit Hilfe der Tarotkarten etwas über die momentane Qualität
einer Beziehung oder über die Befindlichkeit eines Menschen zu
erfahren. Das kann uns helfen, bewusst das einzuladen, was dieser
Mensch gerade am meisten braucht, z.B. Liebe, Wertschätzung,
Vertrauen, Freiraum etc.
Wir können auch an zukünftige wichtige
Ereignisse oder Situationen denken, um zu erkennen, was wir selbst
oder die Beteiligten einbringen, z.B. Liebe oder Angst, Wohlwollen
oder Streitsucht, Offenheit oder Machtstreben. Diese gibt uns die
Freiheit unsere Weichen für die Zukunft bewusst zustellen, so dass
wir aufgeräumt, geklärt und gut vorbereitet in künftige
Begegnungen, Prüfungen und Herausforderungen gehen können.
Tarot ohne Grenzen?
Dem Einsatz des Werkzeugs Tarot sind keine Grenzen gesetzt,
allenfalls in unserem eigenen Bewusstsein. In diesem Zusammenhang
ist die Qualität unserer Gedanken und unseres inneren Strebens
wichtig. So wie man mit einem Messer schöne Dinge schnitzen oder
ein gutes Essen zubereiten kann, so könnte man auch damit töten.
Dieses Prinzip gilt für jedes Werkzeug und damit auch für Tarot. Es
liegt in der Macht des Menschen, Werkzeuge zu missbrauchen
Um dies beim Tarot auszuschließen, braucht es stets ein
aufrichtiges Prüfen der eigenen Motive. Sind unsere Motive rein und
wohlwollen, suchen wir nach Wahrheit, sind wir liebevoll? Oder sind
unsere Motive vielleicht geprägt von Hass, Eifersucht, Rechthaberei
oder Machtgier? Möchten wir jemanden bekämpfen oder wollen wir mehr
Liebe, Freude, Freiheit und Frieden in diese Welt bringen?
Auch hier kann man die Tarotkarten zu Hilfe nehmen und fragen: „Ist
meine Absicht rein und liebevoll, oder ist in meiner Suche und
Frage versteckte Angst, unterdrückte Wut, oder neidvolle Gier
enthalten?“ Bereits in der Beschäftigung mit diesen Fragen liegt
eine wertvolle Selbsterforschung, die uns in allen Bereichen des
Klebens zugute kommt.
Freude am Tarot-Spiel
Man kann den Umgang mit den Karten sowohl meditativ und tiefgehend
als auch leicht und spielerisch handhaben. Es darf und sollte immer
auch Freude und Spaß dabei sein, denn nur Dinge und Tätigkeiten,
die uns mit diesen und anderen guten Gefühlen erfüllen, können zu
einer regelmäßigen und weiterführenden Praxis in unserem Leben
werden. Daher stehen Bereitschaft zur Selbstbegegnung, Entwicklung
der Intuition und Entdeckung von Freude am „Lebensspiel“ auch an
vorderster Stelle bei meiner einmal jährlich stattfindenden
Tarot-Berater-Ausbildung. Was würde uns kompliziertes Kopfwissen
nutzen, wenn nicht auch die Weisheit unseres Herzens aktiviert
würde?
Literaturhinweise:
Tarot – entdecke deine Möglichkeiten
Tarot – Spiegel deiner Bestimmung
Neuerscheinung: Karten für Liebende
Alle Bücher und Karten auf www.gb-ziegler.de
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